Fehler in Produkten und Prozessen während der Produktion finden

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Posted 28. März 2014 by Redaktion IT-Onlinemagazin in Geschäftsführer

Wie kann man noch während der Produktion Fehler in Produkten und Prozessen finden? Wir interviewten Dan Somers, CEO von Warwick Analytics, einem Anbieter von Analysesoftware für produzierende Unternehmen. Sie wertet in sekundenschnelle große Datenmengen aus, um in Echtzeit Fehlerursachen zu analysieren. Auf diese Weise sollen Möglichkeiten eröffnet werden, Ausschuss, Kosten und Umweltbelastungen zu reduzieren.

 IT-Onlinemagazin: Herr Somers, was bietet Ihr Unternehmen an?

Fehleranalyse in Produktion in Echtzeit für Prozesse und ProdukteDan Somers: Warwick Analytics liefert eine automatisierte Ursachenanalyse-Software für Hersteller. Die firmeneigenen Algorithmen sind „nicht-statistisch“ und entdecken Fehler in Produkten und Prozessen auch bei unvollständigen und unsauberen Daten. Das Flaggschiff des Unternehmens heißt SigmaGuardian und ist in drei Versionen für verschiedene Datenmengen und mit unterschiedlichen Funktionen erhältlich: Einem Frühwarn- und Schutzsystem EWAP (Early Warning And Prevention), SigmaGuardian Line und SigmaGuardian Lite.

 

Wer sind Ihre typischen Kunden und welches Problem lösen Sie mit Ihrem Produkt?

SigmaGuardian wurde speziell für das produzierende Gewerbe in der Automotive-, Luftfahrt-, Elektronik- und Pharmaindustrie hergestellt. Es ist jedoch auch in anderen Sektoren, wie Transport, Energie und der Öl- und Gasindustrie anwendbar. Die Software hilft dabei, Fehlerursachen zu diagnostizieren, bei denen traditionelle Werkzeuge, die auf Hypothesen und anderen Techniken beruhen, versagen oder viel zu viel Zeit in Anspruch nehmen würden.

Normalerweise müsste sich ein Ingenieur mit einem Datenwissenschaftler zusammentun und mittels Hypothesen und ausgereiften Statistikmethoden, wie eine multivariate Datenanalyse oder einer Zurückverfolgung der Logistik, versuchen, der Ursache auf den Grund zu gehen. Für multivariate Probleme mit unsauberen und/oder unvollständigen Daten ist selbst das meistens nicht möglich. Oft ist es so, dass Ingenieure mit einem Workaround versuchen, dem Problem Herr zu werden und selbst nicht genau wissen, wo die Ursache ist und unter Umständen sogar noch mehr Fehler ins System bringen.

Es kann auch als Frühwarn- und Schutzsystem eingesetzt werden (EWAP), welches davor schützt, fehlerhafte Produkte überhaupt erst zu produzieren und gleichzeitig bei bereits fertigen Produkten (wie Fluggeräte, Automobile oder andere Waren) auf notwendige Instandhaltungsmaßnahmen hinweist. Die Ergebnisse markieren entweder das exakte Problem oder grenzen die Fehlerquelle mit einer hohen Wahrscheinlichkeit ein. Hersteller können dann die besten Maßnahmen treffen, wie beispielsweise eine komplette Neuherstellung, ein Re-Design oder aber zumindest die Menge an Produkten genau identifizieren, an denen Korrekturen vorgenommen werden müssen. Das spart eine Menge Kosten, wenn man nicht die gesamte Produktpalette zurückrufen oder einen teuren Workaround einfügen muss.

SigmaGuardian verbessert außerdem die Sicherheit der Produkte und liefert präventive Instandhaltung über den gesamten Lebenszyklus der Produkte, nicht nur während der Produktion oder dem Garantiezeitrahmen. Das ist besonders bei Festpreisangeboten und Verfügbarkeitsverträgen wichtig, bei denen keine teuren Reparaturen mehr anfallen und die Investitionskosten über den gesamten Lebenszyklus gering bleiben sollen.

 

Welchen wirtschaftlichen Nutzen haben Ihre Kunden durch den Einsatz Ihrer Lösung?

Sogar führende Hersteller mit den ausgereiftesten Qualitätstechniken verlieren dennoch bis zu 30% des Wertes ihrer Produkte durch qualitätsbedingte Kosten (Cost of Poor Quality – COPQ) – eine Zahl, die weitaus höher ausfällt als deren Profit. Anwender von Warwick Analytics SigmaGuardian konnten die Kosten, die auf Probleme während der Produktion zurückzuführen sind, um bis zu 75% herunterfahren; dazu kommt eine 50% Reduzierung von Gewährleistungsfällen. Wenn man den Einsatz von EWAP auf einen kompletten Konzern hochrechnet, könnte dies eine Ersparnis zwischen 1,5% bis 8% des Umsatzes ausmachen.

Die Effizienz einer Firma oder einer einzelnen Produktlinie kann dadurch maximiert werden, dass man die Fehlerart ausfindig macht, die den Prozess verlangsamt oder Ausschuss produziert. Energiekosten und Umweltbelastungen können reduziert werden und der Lebenszyklus jedes Produktes kann verbessert werden.

 

Sie nutzen SAP Technologie für Ihre Lösung. Welche Vorteile haben Sie und Ihre Kunden davon?

SAP Technologien haben es uns ermöglicht, Probleme mithilfe großer Datenmengen innerhalb von Sekunden zu analysieren und zu lösen. Zuvor hatte uns dies mehrere Minuten oder sogar Stunden gekostet. Das verstehen wir unter einem Frühwarnsystem (EWAP), welches die Fehler in genau dem Moment filtert und löst, in dem sie passieren.

Die Arbeit mit SAP hat es uns ermöglicht, mit unserem Unternehmen grenzenlos zu wachsen. Wir können die Datenmengen der Kunden nach Belieben anpassen, wodurch wir im gesamten Konzern einen perfekten Überblick über alle Datenstränge erhalten.

 

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, wie würde er lauten?

Eine Gedankenlese-Maschine, die es einfacher und schneller macht, Geschäfte zu betreiben.

 

Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Helge Sanden, Chefredakteur des IT-Onlinemagazins.

 

Weiterführende Informationen:

Warwick Analytics

 

Foto: Dan Somers

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