HP Aufspaltung: Wie der wohl größte Split einer SAP-Landschaft ablief

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Posted 11. Januar 2016 by Redaktion IT-Onlinemagazin in IT-Leiter

SAP Split HPE HPHewlett-Packard verkündete im November 2014 das Großkunden- und Beratungsgeschäft vom restlichen Geschäft zu trennen und zwei weltweit agierende Unternehmen mit jeweils rund 57 Milliarden USD Umsatz entstehen zu lassen. HP beauftragte die HP Enterprise Services mit der Aufteilung von sieben ERP Systeme und zwei Stammdatensystem mit über 100 TB Daten in mehr als 1000 Buchungskreisen. Die technische Umstellung musste innerhalb von sechs Monaten abgeschlossen sein, da das letzte gemeinsame Quartal bereits in den zwei IT-Landschaften abgebildet werden musste. Die HP IT nutzte für die Umstellung der SAP-Systeme das Knowhow seines Technologiepartners, der Heidelberger Konsolidierungsspezialisten SNP und das Produkt SNP Transformation Backbone zur automatisierten Veränderung von IT-Landschaften.

 

Neubau einer IT für zwei börsennotierte Unternehmen

Bei diesem IT-Großprojekt mit über 400 Projektmitarbeitern mussten 768 legale Einheiten, 100 TB Daten, sieben ERP Systeme und insbesondere die unterschiedlichsten Kundenprozesse berücksichtigt werden. HP Kunden sollten möglichst wenig von den Änderungen mitbekommen, wenn sie langjährige Serviceverträge haben, Garantieabwicklungen, Retouren oder Bestellungen in beiden Geschäftsbereichen tätigen wollen. Auch im Backend musste Prozess-Sicherheit herrschen, damit beispielsweise keine doppelte Auslieferung, Rechnungsstellung, Zahlung oder Buchung erfolgt und auch Teillieferungen oder noch nicht ausgelieferte Waren immer transparent waren und sind.

 

Automatische Trennung mit SNP Transformation Backbone

Aufgrund der Projektanforderungen, die Systemausfälle möglichst gering zu halten und maximal 24 Stunden für die Datenbank-Bereinigung (cleansing cut over) zur Verfügung haben, drängte sich der Einsatz des Produkts SNP Transformation Backbone auf. Die Aufteilung mittels ABAP Codes oder BAPIs wären zu umständlich und zeitaufwändig gewesen.

Nach zahlreichen Workshops in der ganzen Welt wurde das Großprojekt in drei Programme aufgeteilt, jeweils Regelwerke für die SNP Conversation Engine entwickelt, in bis zu zehn Testläufen geprüft und verfeinert. Selektionen für die Transformationsobjekte wurden dabei beispielsweise über Dokumenttypen, Einzelposten, Geschäftsfelder, Material Profit Center oder Buchungskreise vorgenommen. Mit einer Laufzeit von 8 bis 15 Stunden pro System konnte SNP – nach eigenen Angaben – die Transformationen in den Datenbanken erfolgreich abschließen und die Rahmenbedingungen damit einhalten.

 

Erfolgsfaktoren für SAP-Konsolidierungen

Etwa 50 Projektmitarbeiter von SNP waren in Teams von über 400 Mitgliedern in fünf Zeitzonen integriert und arbeiteten rund acht Monate am SNP-Standort Thale, um den gegenseitigen Informationsaustausch zu nutzen. Als weitere wichtige Erfolgsfaktoren nannte SNP auf Nachfrage, klares Erwartungs- und Scope-Management zu Beginn des Projekts, transparentes Projektmanagement, die intensive Nutzung von Checklisten, kontinuierliche Tests und Fehleranalysen sowie die Nutzung von Arbeitsansätzen, die die Bearbeitungszeiten in den Zeitzonen berücksichtigte. Hewlett Packard Enterprises (HPE) wurde im November 2015 an der Börse in New York zusätzlich zu HP Inc. gelistet und das Großprojekt damit erfolgreich abgeschlossen.

 

Foto: Hewlett Packard Enterprise

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