Kostengünstigere, professionelle Mediation statt Streitigkeit vor Gericht

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Posted 2. Juli 2012 by Redaktion IT-Onlinemagazin in Geschäftsführer

Streit kann es in jedem Unternehmen geben: intern, mit Kunden, Lieferanten und Geschäftspartnern. Professionelle Mediation soll zukünftig den Gang zum Gericht und kostenspielige Streitigkeiten vermeiden helfen. Ein „Mediationsgesetz“ wurde im Juni 2012 vom Bundestag verabschiedet.

Hohe finanzielle Risiken

Offensichtliche und verdeckte Konflikte führen zu hohen finanziellen Risiken in Unternehmen. So sehen beispielsweise knapp die Hälfte von rund 400 befragten Unternehmen im Bereich der IHK Koblenz bis zu 10.000 € Schaden pro Jahr durch unternehmensinterne Konflikte. Rund 20 % der Unternehmen schätzen den Schaden sogar auf bis zu 30.000 € und weitere 20 % sogar auf bis zu 50.000 € jährlich.

Ähnlich verhält es sich mit Streitigkeiten zwischen Unternehmen, bei denen Gerichtsverfahren verglichen mit kooperativen Konfliktlösungsverfahren hohe Kosten verursachen und Beziehungen auf Dauer beschädigen können.

Erst zum Mediator!

Mediation soll zukünftig als erste Anlaufstelle der Konfliktbearbeitung verstanden werden, insbesondere als außergerichtliches Güteverfahren. Somit sind die Erfolgsbedingungen einer Mediation nicht als Anhang anderer Verfahren oder Grundberufe zu verstehen.

Das neue Mediationsgesetz

„Das Mediationsgesetz ist ein Meilenstein auf dem Weg zu einer neuen Streitkultur in Deutschland. Mit Hilfe von Mediatoren können Parteien ihre Konflikte auf der Basis von Freiwilligkeit und gegenseitigem Einvernehmen lösen. Dadurch wird vermieden, dass Streitigkeiten bis zum bitteren Ende ausgetragen werden und es oft nur Verlierer gibt. Die Parteien ersparen sich zudem zeit- und kostenintensive Gerichtsverfahren. Mediation nützt damit auch den staatlichen Gerichten, die sich auf die nicht einvernehmlich lösbaren Rechtsstreitigkeiten konzentrieren können“, so Prof. Dr. Patrick Sensburg MdB.

Professionelle Mediation

Das Gesetz hat ein Maßnahmenbündel zum Inhalt: So wird das Leitbild des Mediators als unabhängiger und neutraler Mittler, der zur Verschwiegenheit verpflichtet ist, erstmals gesetzlich geregelt. Im Vordergrund steht vor allem die Professionalisierung der Mediation. Mediative Methoden beansprucht der Mediatior nicht nur für sich allein. Eine Kooperation mit den Angehörigen anderer Berufe und einer Kombination mit anderen Methoden ist dabei wichtig.

Eine qualitative und zukunftsfähige Mediation benötigt ferner vor allem Anreize durch das Gerichtskostengesetz oder eine Mediationskostenhilfe. Gleichzeitig wird die Aus- und Fortbildung zum zertifizierten Mediator gesetzlich festgelegt. Schließlich werden künftig alle Rechtsstreitigkeiten, die bereits vor Gericht ausgetragen werden, ohne zusätzliche Kosten für die Parteien an einen sogenannten Güterichter verwiesen werden können, der keine Entscheidungsbefugnis hat, sondern ausschließlich nach Möglichkeiten für eine einvernehmliche Lösung sucht.

Der Film „Die Schöne in der Ostsee“ zeigt an einem praktischen Fallbeispiel die Vorteile einer Mediation auf und kann einen möglichen Verfahrensablauf verdeutlichen: Filmausschnitt aus Mediationsfilm: Vorteile Mediation

 

Ralf Lothert ist Rechtsanwalt und u.a. Beirat der Concilius AG. Er war langjähriges Mitglied der Geschäftsleitung der Philip Morris GmbH und davor bei der DaimlerChrysler Rail Systems GmbH, Koch Neff und Volckmar GmbH sowie der Treuhandanstalt tätig. Er hat dabei die Rechtsabteilungen bei mehreren nationalen und internationalen Unternehmen geleitet oder dort mitgearbeitet. Ralf Lothert ist Experte für Compliance, HR, Corporate Affairs (Unternehmenskommunikation/Interessenvertretung), Produkt-, Vertrags- und Wettbewerbsrecht.

Kontaktdaten: E-Mail: Lothert@concilius.com oder Ralf.vlothert@yahoo.de

 

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