Umfrageergebnisse: So werden SAP Systemlandschaften konsolidiert

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Posted 3. Dezember 2014 by Redaktion IT-Onlinemagazin in IT-Leiter

Infografik Konsolidierung von SAP Systemumgebungen und LandschaftenWie begegnen Unternehmen den Herausforderungen der SAP System-Konsolidierung? 151 Mitglieder der SAP-Community nahmen an unserer Onlineumfrage im November 2014 teil. Folgende Trends sind erkennbar:

SAP Anwender gehen die Systemkonsolidierung strategisch an und haben dabei vorrangig die Prozessharmonisierung im Fokus. Wichtigste Herausforderungen sind die hohe technische Komplexität und Abhängigkeiten.

Knapp 60% der Unternehmen verwenden in der Regel bis zu 20% des IT-Gesamtbudgets für Konsolidierungsmaßnahmen. Diese werden vorrangig von den IT-Abteilungen getrieben, obwohl die Prozessharmonisierung im Vordergrund steht. Jedes fünfte Unternehmen führt die Konsolidierungen ohne Softwareunterstützung durch, die anderen nutzen vorrangig Datenmigrationstools.

Dr. Andreas Schneider-Neureither, Gründer und CEO der SNP AG, Sponsor der Onlineumfrage, kommentiert die Ergebnisse: „Das bestätigt unsere Erfahrungen bei Kundenprojekten. Deshalb haben wir mit der Software Business Process Analysis ein Tool entwickelt, mit dem IT-Experten die tatsächlichen Prozessabläufe aus SAP extrahieren, visualisieren und vergleichen können.“

 

Systemkonsolidierung wird als Daueraufgabe gesehen und verfolgt

Die Konsolidierung der SAP Landschaften ist eine Daueraufgabe und wird von einem Großteil der Unternehmen daher auch als ständige Strategie (43%) oder mehrjähriges Programm (38%) verfolgt – nur 19% der Befragten gehen das Thema als unterjähriges Projekt an.

 

Wichtigstes Konsolidierungsziel: Prozesse harmonisieren

Mit deutlichem Abstand liegt der Hauptfokus von Konsolidierungen auf der Harmonisierung von Prozessen. Erst danach folgen die Reduzierung der Systemkomplexität, die Reduzierung von Betriebskosten und die Datenharmonisierung. Etwas überraschend ganz am Ende stehen externe Beweggründe, beispielsweise bei der Umsetzung organisatorischer Anforderungen.

 

Bei jedem dritten Unternehmen treibt die IT-Abteilung die Konsolidierung maßgeblich

Wir fragten die Unternehmen, wer die Konsolidierungsmaßnahmen vorrangig treibt: Bei 33% ist die IT-Abteilung vorrangig treibend, bei 26% die Geschäftsführung, bei 17% Merger und Akquisitionen, bei 16% die Fachbereiche und bei 8% externe Einflussfaktoren (wie beispielsweise die Globalisierung).

Interessant hier: Nur 16% der Fachbereiche treiben das Thema, aber vorrangiges Ziel ist – wie oben beschrieben – die Prozessharmonisierung. Wenn der Fachbereich treibt, steht die Prozessharmonisierung allerdings auch deutlich wichtiger im Fokus.

 

Größte Herausforderung: Technische Komplexität und Abhängigkeiten

Bei der Frage nach wichtigen Herausforderungen waren Mehrfachnennungen möglich: Jeder fünfte Befragte nannte die technische Komplexität und Abhängigkeiten als wichtigste Herausforderung bei einer SAP-Systemkonsolidierung, 62% nannten das als wichtige Herausforderung. Auch die Verfügbarkeit interner und externer Ressourcen (17%) sowie die Sicherung des Geschäftsbetriebs (16%) liegen in der Spitzengruppe der Nennungen – und waren bei mehr als der Hälfte der Unternehmen wichtig. 27% der Befragten nannten die Methodik der Konsolidierung als wichtige Herausforderung.

 

Großteil der Unternehmen verwendet bis zu 20% vom IT-Gesamtbudget

Für Konsolidierungen benötigen 59% der Befragten bis zu 20% des IT-Gesamtbudgets, bei 36% zwischen 20% und 50%, bei 5% der Unternehmen sogar mehr als die Hälfte des verfügbaren Budgets. Interessant hierbei: Wer mehr als 50% des IT-Gesamtbudgets für Konsolidierungen aufbringen muss, nannte als wichtigste Herausforderung eine fehlende übergeordnete Strategie. In diesen Fällen wird die Konsolidierung ferner überdurchschnittlich oft von der Geschäftsführung getrieben.

 

Jedes fünfte Unternehmen nutzt keine Software bei Konsolidierungen

23% der Befragten gaben an, bei ihren Maßnahmen keine Softwareunterstützung zu nutzen. Mit 47% am weitesten verbreitet sind Datenmigrationstools (z.B. ETL). Analysesoftware für Prozesse und/oder Daten kommt bei 28% der Unternehmen zum Einsatz. Rund 10% nutzen andere Lösungen, wie eigenentwickelte Migrationstools, Drittlösungen, aber auch LSMW, Excel und Word wurden genannt.

„Die hohe Komplexität dieser Projekte macht einen Softwareeinsatz fast unumgänglich“, so Henry Goettler, COO der SNP. „Um SAP-Konsolidierungen umfassend umzusetzen, benötigt man jedoch eine Kombination von Migrationskomponenten und Analysefunktionalität in einem Softwaretool. Man hat dann den Vorteil, aus Analysen heraus zum Beispiel Migrationsregeln ableiten und als Arbeitspakete automatisch ausführen zu können.“

 

Bewertung der Ergebnisse

IT-Onlinemagazin Chefredakteur Helge Sanden zu den Umfrageergebnissen: „Für mich ist besonders interessant, dass die Konsolidierungsbemühungen der SAP-Landschaften eher aus den Unternehmen heraus als von Extern getrieben werden. Offenbar ist bei Vielen die Komplexität mittlerweile so hoch geworden, dass Aufräumarbeiten notwendig sind. Vier von fünf Unternehmen gehen das Thema daher bereits langfristig und nachhaltig an. Wir werden unsere Berichterstattung in diese Richtung weiter ausbauen, um Entscheidern Impulse, Ideen und Orientierung zu geben. Spannend wird für mich auch, inwieweit durch Cloud-Lösungen für dedizierte Prozesse hybride SAP Landschaften entstehen und die Komplexität durch zusätzliche Schnittstellen weiter steigt.“

SNP, Jörg Petzhold, Marketing sieht es so: „Die SAP-Konsolidierung ist zu einer der zentralen Aufgaben in der IT geworden. In unseren zahlreichen Kundenprojekten sprechen wir mit den unterschiedlichsten Kunden darüber, wie wir die Kompetenz und Leistungsfähigkeit der IT-Abteilungen mit Hilfe unserer Software verbessern können.“

 

 

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