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SAP BTP: Warum die Plattformstrategie entscheidend an Bedeutung gewinnt

Foto: Blvckshot, Canva

Die Diskussion rund um die SAP Business Technology Platform (SAP BTP) hat sich deutlich verschoben. Während Unternehmen in den vergangenen Jahren vor allem über Services, Integration und Erweiterungen gesprochen haben, rückt SAP die Plattform inzwischen stärker in Richtung Business AI, Datenkontext und intelligente Prozessorchestrierung. Spätestens seit der SAP SAPPHIRE Mai 2026 ist klar: Plattformen sollen künftig nicht nur Systeme verbinden, sondern die Grundlage für KI-gestützte Geschäftsprozesse bilden. Warum damit die strategische Bedeutung von SAP BTP ebenso zunimmt wie die Anforderungen an Architektur, Organisation und Governance skizziert Marc Bernhardt (FIS) in einem Gastbeitrag für das IT-OnlineMagazin.

 

Plattform-Technologie allein reicht nicht aus

Marc Bernhardt, Foto: FIS

Viele Unternehmen befinden sich mit SAP BTP weiterhin in einer frühen Phase der technischen Einführung. Erste Services laufen produktiv, Integrationen wurden umgesetzt und einzelne Erweiterungen entwickelt. Doch ein übergreifendes Zielbild fehlt häufig. Genau hier entsteht ein strukturelles Problem: SAP BTP wird zwar technisch eingeführt, aber nicht strategisch verankert. Entscheidungen entstehen oft projektgetrieben, während Architektur- und Governance-Fragen nachgelagert behandelt werden. Das führt kurzfristig zu funktionierenden Lösungen, langfristig jedoch zu fragmentierten Plattformlandschaften.

 

Business AI rückt in den Vordergrund

Mit dem zunehmenden Fokus auf Business AI rückt eine Herausforderung stärker in den Vordergrund: KI-Anwendungen benötigen konsistente Daten, integrierte Prozesse und standardisierte Schnittstellen. Genau diese Voraussetzungen fehlen jedoch in vielen Unternehmen noch. Historisch gewachsene Systemlandschaften, inkonsistente Datenmodelle und projektbezogene Integrationen erschweren die Umsetzung skalierbarer KI-Szenarien.

Gleichzeitig werden IT-Landschaften immer komplexer. Cloud-Services, On-Premises-Systeme, Drittanwendungen und Partnerlösungen müssen nahtlos zusammenarbeiten. Die Herausforderung liegt dabei längst nicht mehr im Aufbau einzelner Schnittstellen, sondern in deren übergreifender Steuerung und Standardisierung. In der Praxis wird Integration jedoch häufig noch operativ behandelt: Projekte definieren ihre eigenen Schnittstellen, Standards fehlen, und Verantwortlichkeiten sind nicht eindeutig geregelt. Das erhöht langfristig die Komplexität und reduziert die Skalierbarkeit.

 

Erfolgsfaktor: Organisation statt Technologie

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 Mit Blick auf SAP BTP bedeutet das: Der Mehrwert der Plattform entsteht nicht durch sie selbst oder die zugrundeliegende Technologie, sondern durch ihre konsequente organisatorische Einbettung. Zu den Erfolgsfaktoren zählen klare Verantwortlichkeiten, verbindliche Architekturprinzipien und ein langfristiges Zielbild für Daten- und Integrationsstrukturen. So kann SAP BTP als zentrale Plattform für Integration, Daten und Erweiterungen Governance vereinheitlichen, Silos zwischen IT und Fachbereichen abbauen und Innovationen deutlich besser skalierbar machen. Ohne diese Grundlagen entstehen Insellösungen – selbst bei technisch moderner Plattformnutzung.

 

Handlungsempfehlungen für Unternehmen

Damit SAP BTP mehr als eine technische Plattform wird, sollten Unternehmen folgende Punkte berücksichtigen:

  1. Plattformstrategie definieren: SAP BTP darf nicht nur als Toolset verstanden werden, sondern muss Teil der Enterprise-Architekturstrategie sein. Ein klar definiertes Zielbild ist Voraussetzung für Skalierung.
  2. Governance früh etablieren: Verbindliche Standards für Integration, Datenmodelle und Erweiterungen sollten frühzeitig definiert werden – nicht erst nach ersten Produktivsetzungen.
  3. Integration zentral steuern: Schnittstellen dürfen nicht projektweise entstehen. Ein zentrales Integrations- und API-Management verhindert langfristige Komplexität.
  4. KI-Readiness realistisch bewerten: Bevor Business-AI-Szenarien skaliert werden, muss geprüft werden, ob die Datenqualität, die Prozessintegration und die Systemlandschaft dafür geeignet sind.
  5. Organisation mitentwickeln: Plattformen scheitern selten an Technologie, sondern an fehlender organisatorischer Anpassung. Rollen, Verantwortlichkeiten und Betriebsmodelle müssen mitwachsen.

 

Plattform, Governance und Architektur im Verbund

Wer die Rolle von SAP BTP im Zusammenspiel mit der SAP Business AI Platform und autonomen Prozessen besser verstehen möchte, erhält im Webinar der FIS GmbH am 7. Juli weiterführende Einblicke. Jetzt anmelden.
 SAP BTP entwickelt sich von einer technischen Integrationsplattform hin zu einem strategischen Fundament für daten- und KI-getriebene Geschäftsprozesse. Dieser Wandel erhöht jedoch nicht nur die Möglichkeiten, sondern auch die Anforderungen an Unternehmen erheblich. Besonders kritisch wird dies, wenn KI-Use-Cases schneller skaliert werden als die zugrunde liegende Integrations- und Datenarchitektur stabilisiert ist.

Konkret bedeutet das: Unternehmen sollten eine klare Plattform-Governance und ein verbindliches Architekturzielbild etablieren, bevor sie KI- oder Erweiterungsszenarien weiter skalieren. Nur wenn Verantwortlichkeiten, Integrationsstandards und technische Leitplanken definiert sind, lassen sich BTP-Initiativen nachhaltig und reproduzierbar ausrollen. Erfolgreich werden vor allem diejenigen Organisationen sein, die ihre Plattformstrategie, Governance und Architektur frühzeitig zusammendenken und SAP BTP nicht isoliert, sondern als Teil einer übergreifenden Transformationsstrategie verstehen.

Über den Autor

Marc Bernhardt, Foto: FIS

Marc Bernhardt betreut als Produktmanager bei FIS SAP Cloud ERP-Erweiterungen für den technischen Großhandel. Sein Fokus liegt insbesondere auf der Digitalisierung von Geschäftsprozessen sowie dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz im SAP-Umfeld. Dabei verbindet er Kundenanforderungen, Markttrends und Produktentwicklung zu praxisnahen Lösungen.

 

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