Voraussetzungen und Kosten für SAP-Wartung nach 2027 und die neuen Fristen bis 2033

Veröffentlicht

29. September 2026

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9 Minuten

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Voraussetzungen und Kosten für SAP-Wartung nach 2027 und die neuen Fristen bis 2033

SAP-Wartung-2027-2030-Extended-Maintenance

Am 31. Dezember 2027 endet die Mainstream Maintenance für SAP ERP 6.0 und weitere Kernprodukte der SAP Business Suite 7, die Nutzungsrechte für die meisten Compatibility Packs in SAP S/4HANA On-Premise sind zum 31. Mai 2026 ausgelaufen. Wer die Voraussetzungen erfüllt, kann von 2028 bis Ende 2030 die kostenpflichtige Extended Maintenance nutzen. Für qualifizierte Kunden mit besonders komplexen ERP-Landschaften bietet SAP darüber hinaus von 2031 bis Ende 2033 die SAP ERP, private edition, transition option an. Dabei handelt es sich nicht um eine Verlängerung der klassischen On-Premise-Wartung, sondern um ein zeitlich begrenztes Cloud-Subskriptionsangebot für die weitere Transformation.[1]

Welche Produkte sind vom Wartungsende 2027 betroffen?

Am 31.12.2027 endet die Standardwartung wichtiger Lösungen der SAP Business Suite, insbesondere SAP ERP 6.0 (SAP ECC), SAP CRM, SAP SCM, SAP SRM und SAP IDM. Extended Maintenance bietet SAP für die Kernapplikationen und Add-ons folgender Produkte an:

  • SAP ERP 6.0 (Enterprise Resource Planning)
  • SAP CRM 7.0 (Customer Relationship Management)
  • SAP SCM 7.0 (Supply Chain Management)
  • SAP SRM 7.0 (Supplier Relationship Management)
  • SAP IDM 8.0 (Identity Management)

Für SAP ERP 6.0 betrifft der Stichtag 2027 die Enhancement Packages 6 bis 8. Kunden mit älteren Enhancement Packages haben ihre Frist bereits hinter sich. Für SAP ERP 6.0 ohne Enhancement Package sowie mit EhP 1 bis 5 endete die Mainstream Maintenance Ende 2025.

Fristen und Übergangsoptionen bis 2033

Die bekannten Wartungsfristen für SAP ERP und die SAP Business Suite 7 bleiben bestehen. Seit 2024 hat sich die Ausgangslage für SAP-Kunden dennoch verändert: Die Nutzungsrechte für die meisten Compatibility Packs in SAP S/4HANA On-Premise sind ausgelaufen, und SAP hat mit der Transition Option einen zusätzlichen Transformationspfad für die Jahre 2031 bis 2033 geschaffen. Die wichtigsten Stichtage im Überblick:

  • 31.12.2025: Ende der Mainstream Maintenance für SAP ERP 6.0 mit EhP 0 bis 5
  • 31.05.2026: Ende der Nutzungsrechte für die meisten Compatibility Packs in SAP S/4HANA On-Premise
  • 31.12.2027: Ende der Mainstream Maintenance für die SAP Business Suite 7 (SAP ERP 6.0 mit EhP 6 bis 8, CRM, SCM, SRM, IDM)
  • 31.12.2030: Ende der Extended Maintenance
  • 31.12.2033: Ende der Transition Option für qualifizierte Kunden in der SAP-betriebenen Private Cloud

Die Wartungslandschaft ist damit heute differenzierter als noch 2024. Für viele Unternehmen bleibt 2027 der nächste große Stichtag, wer den Umstieg bis dahin nicht schafft, kann bis 2030 kostenplichtig Extended Maintenance buchen. Unter bestimmten Voraussetzungen ist bis 2033 zudem ein weiterer Migrationspfad möglich.

Voraussetzungen für SAP Extended Maintenance

Für SAP Extended Maintenance ab 2028 müssen Kunden die vertraglichen und technischen Voraussetzungen erfüllen. Bei SAP ERP 6.0 bedeutet das insbesondere, dass eines der drei letzten Enhancement Packages – EhP 6, 7 oder 8 – eingesetzt wird. Die Extended Maintenance läuft maximal bis zum 31. Dezember 2030.

Alle Kunden mit einem bestehenden Wartungsvertrag erfüllen die vertragliche Voraussetzung für Extended Maintenance. Technisch wird eines der jeweils drei neuesten SAP Enhancement Packages vorausgesetzt, für SAP ERP 6.0 also EhP 6, EhP 7 oder EhP 8.

Wer mit einem älteren Enhancement Package arbeitet, ist bereits Ende 2025 in die Customer Specific Maintenance gefallen und kann ohne vorheriges Upgrade die Extended Maintenance nicht in Anspruch nehmen. Dieses Upgrade kostet Zeit und Projektkapazität, die parallel zur S/4HANA-Planung eingeplant werden muss.

Extended Maintenance kann beim zuständigen Account Executive oder beim Partner angefragt werden. Dabei gilt eine wichtige Einschränkung: Extended Maintenance kann nur für die Gesamtlandschaft aller betroffenen Produkte gekauft werden. Einzelne Systeme oder Produkte lassen sich nicht herausgreifen.

Schließt ein Kunde keine Extended Maintenance ab, fällt er mit allen Systemen der relevanten Produkte seiner Landschaft automatisch in die Customer Specific Maintenance. Dafür liefert SAP in der Regel keine neuen Support Packages und Legal Changes mehr aus.

Was kostet SAP-Wartung nach 2027?

Nach Angaben von SAP kostet die Extended Maintenance von 2028 bis Ende 2030 einen Aufschlag von zwei Prozentpunkten auf die Wartungsbasis für den von der Extended Maintenance erfassten Umfang der SAP Business Suite 7. Das betrifft die Kernapplikationen und Add-ons und damit deutlich mehr als nur das ERP-System. Der Aufschlag fällt unabhängig davon an, ob eine RISE- oder GROW-Subscription beauftragt wurde oder noch beauftragt wird.

Michael Bloch, Foto: DSAG

Die zusätzliche Wartungsphase verschafft Unternehmen also Zeit, ist aber keine kostenneutrale Verlängerung. Wie hoch die Rechnung im Einzelfall ausfällt, hängt zudem von der Landschaft ab. Michael Bloch, Lizenzexperte und DSAG-Fachvorstand, wies bereits 2024 auf LinkedIn darauf hin, dass „die Berechnungslogik sich teilweise deutlich unterscheidet und insbesondere in Landschaften, bei denen hauptsächlich mit dem Werkzeug der Produktkonvertierung gearbeitet wurde, noch einige Fragen zu klären sind“. Unternehmen mit solchen Landschaften sollten die Kalkulation deshalb frühzeitig mit SAP abstimmen.

S/4HANA-Kunden sollten Wartungsfristen prüfen

Bis Mitte 2026 erlaubten SAP Compatibility Packs, bestimmte klassische SAP-ERP-Funktionen auch in SAP S/4HANA On-Premise weiter zu nutzen. So ließen sich die technische Systemumstellung und die Ablösung einzelner Funktionen zeitlich entkoppeln. Für die meisten Compatibility Packs endeten die Nutzungsrechte nach einer letzten Übergangsfrist jedoch am 31. Mai 2026.

Unternehmen, die solche Funktionen weiterhin einsetzen, müssen deren Ablösung oder funktionale Umstellung nun einplanen. Das betrifft nicht alle Bereiche gleichermaßen. Für einzelne Funktionen, darunter Customer Service, LE-TRA und PP-PI, gelten abweichende Regelungen und längere Übergangsfristen.

Hinzu kommt der Releasestand. Auch S/4HANA-Releases haben eigene Wartungszeiträume, die SAP in der Product Availability Matrix ausweist. Michael Bloch brachte es 2024 auf den Punkt: „Man kann auch mit S/4HANA in die Extended Maintenance geraten, wenn man ein älteres Release verwendet. Das ist auch Teil der Gesamtherausforderung.“ Ein abgeschlossener technischer Umstieg bedeutet also nicht unbedingt eine Entwarnung bei den Wartungsfristen.

Was passiert mit der SAP-Wartung nach 2030?

Am 31.12.2030 endet die Verfügbarkeit der Extended Maintenance, und mit ihr auch die Extended-Maintenance-Verträge. Danach ist für die Produkte der Business Suite 7 nur noch Customer Specific Maintenance verfügbar. Darüber hinaus könnten dann auch bestimmte Third-Party-Komponenten wegfallen, die nicht unter der Kontrolle von SAP stehen.

Für Unternehmen mit besonders komplexen Landschaften hat SAP 2025 eine weitere Option geschaffen. Mit der SAP ERP, private edition, transition option können qualifizierte Kunden ihre Transformation unter bestimmten Voraussetzungen bis Ende 2033 fortsetzen. Dafür müssen sie ihre bestehende SAP-ERP-Landschaft in eine von SAP betriebene Private-Cloud-Umgebung überführen und weitere Bedingungen erfüllen. Voraussetzung ist unter anderem, dass die betreffenden Systeme vor Ende 2030 auf SAP ERP, private edition auf SAP HANA migriert und technisch für die Transition Option vorbereitet werden. Welche Produkte im Einzelnen abgedeckt sind, beschreibt SAP in der SAP Note 3591251.

Maike Rose, Foto: IT-OnlineMagazin

Eine allgemeine Verlängerung der klassischen On-Premise-Wartung bis 2033 ist mit der Transition Option also nicht verbunden. Sie ist ein zusätzlicher Transformationspfad für bestimmte Kunden, der an den Wechsel in eine SAP-Cloud-Umgebung gekoppelt ist. „Wer diesen Weg nicht geht, sollte spätestens zum 31.12.2030 auf SAP S/4HANA umgestiegen sein, ob mit RISE with SAP, GROW with SAP oder im eigenen On-Premise-Betrieb“, erklärt IT-OnlineMagazin-Chefredakteurin Maike Rose.

Wo stehen SAP-Anwender 2026?

Laut DSAG-Investitionsreport 2026 wollen 37 Prozent der befragten ECC-Anwender ihre Migration bis Ende 2027 abschließen; fast die Hälfte plant den Abschluss erst bis Ende 2030. Der Transformationsdruck in der SAP-Community bleibt also hoch. Demnach ist die S/4HANA-Migration zwar nach wie vor das wichtigste Investitionsfeld der befragten Unternehmen, vielerorts aber noch lange nicht abgeschlossen.

42 Prozent der Befragten planen hohe oder mittlere Investitionen in SAP S/4HANA On-Premises. 22 Prozent wollen entsprechend in S/4HANA Private Cloud investieren, 6 Prozent in S/4HANA Public Cloud. Selbst für SAP ECC planen noch 10 Prozent hohe oder mittlere Investitionen. Diese Investitionsprioritäten zeigen, dass klassische Betriebsmodelle weiter eine große Rolle spielen.

Risiken einer verlängerten SAP-Wartung

Aus Sicht des IT-OnlineMagazins erhöhen diese Zahlen den Zeit- und Ressourcendruck in den kommenden Jahren: Ein großer Teil der Unternehmen muss seine Transformation noch abschließen und konkurriert dabei um qualifizierte SAP- und Transformationsressourcen. Schon heute beklagen SAP-Kunden fehlende interne Ressourcen für die Transformation. Unwahrscheinlich, dass sich diese Situation verbessert, wenn nach 2027 weitere Babyboomer in den Ruhestand gehen und ihr Erfahrungswissen nicht mehr verfügbar ist. Auch die Beratungskapazitäten dürften zum kritischen Flaschenhals werden, je länger Unternehmen mit dem Umstieg warten.

Wer auf Extended Maintenance setzt, nimmt zudem eine Reihe von Risiken in Kauf. Die SAP-Entwicklung konzentriert sich auf S/4HANA Cloud. Dadurch gehen Innovationen während der verlängerten Wartungsphase an den Altsystemen vorbei. Hinzu kommen Sicherheitsbedenken, Wettbewerbsnachteile durch technologische Rückständigkeit, wachsende Integrations- und Kompatibilitätsprobleme sowie Ressourcen, die in veralteten Lösungen gebunden bleiben.

„Der Engpass liegt dabei jenseits der reinen Systemkonvertierung“, sagt Rose. Parallel müssen Unternehmen Geschäftsprozesse überprüfen, Eigenentwicklungen anpassen, Daten bereinigen und migrieren, Integrationen modernisieren und die künftige Zielarchitektur festlegen. Und auch organisatorische Fragen gewinnen an Gewicht: Wer verantwortet die Transformation, welche Fachbereiche sind eingebunden, und welche Veränderungen erfordern die künftigen Prozesse?

Warum sich Warten bei der SAP-Wartung nicht auszahlt

Kostenseitig dürfte sich Abwarten ebenfalls nicht lohnen: Die erweiterte Wartung wird definitiv teuer, weil der Aufschlag für die gesamte betroffene SAP-Landschaft fällig wird – von den finanziellen Folgen des technologisch bedingten Verlustes der Wettbewerbsfähigkeit ganz zu schweigen.  „Die neuen Optionen bis 2030 und 2033 haben den Zeitrahmen für einige Unternehmen erweitert“, resümiert Maike Rose. „An der Komplexität der S/4HANA-Transformation und der Notwendigkeit einer tragfähigen Zielarchitektur ändern sie jedoch nichts.“ Eine fundierte, faktenbasierte Entscheidung über Extended Maintenance und die eigenen Transformationspfade ist deshalb zwingend erforderlich.

[1] Aktualisiert im September 2026. Der Beitrag erschien erstmals am 16. April 2024 und wurde um die Entwicklungen seit 2024 ergänzt.

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