Praxisbericht: Wie SNP die Integrated Toolchain bei der Transformation zu SAP Cloud ERP nutzt
Warum die SAP Integrated Toolchain mehr ist als eine reine Werkzeuglandschaft und wie sie die Transformation zu SAP Cloud ERP unterstützen kann.
Veröffentlicht
09. Oktober 2017
Lesezeit
4 Minuten
Redaktion
IT-OnlineMagazin
Das Gartner-Modell der „Bimodalen IT“ wird offenbar oft missverstanden oder falsch interpretiert. Es geht nicht darum, zwei Organisationen oder Teams aufzubauen, die in unterschiedlichen Geschwindigkeiten, mit unterschiedlicher Zielsetzung oder anderem Fokus arbeiten.
Vielmehr steckt dahinter die Idee, das Bewährte (Mode 1) mit Neuem und Innovativem (Mode 2) zu verbinden. Das wird nur funktionieren, wenn die Beteiligten miteinander und nicht gegeneinander agieren. Und es ist eine langfristige Veränderung, also Managementaufgabe und gleichzeitig eine Frage der veränderten Unternehmenskultur: Denn nach der digitalen Transformation ist ja nicht Schluss, es muss kontinuierlich eine weitere Erneuerung folgen. Was bedeutet das für die SAP-Anwenderunternehmen?
Die Digitalisierung ist eine Veränderung, die keinen Anfang und kein Ende hat. Sie verändert nicht nur Prozesse, Produkte oder Services, sondern gesamte Wertschöpfungsketten, die Strukturen von Unternehmen und die Form der Zusammenarbeit. Und sie wird von anderen Veränderungen beeinflusst, gebremst oder befeuert.
Ein wichtiger Gedankenanstoß für die zu bewältigenden Veränderungen in der IT ist der Gartner-Ansatz der „Bimodalen IT“. Er beschreibt, dass Unternehmen (sprich: Fachabteilungen) im Zeitalter der Digitalisierung zwei (gegenläufige) Anforderungen an die IT-Abteilungen haben:
Erstens: Die Unternehmens-IT soll den IT-Betrieb sicherstellen, damit das Rückgrat der Unternehmen — oft die SAP-Systeme — zuverlässig und sicher genutzt werden können. Heute, morgen und in Zukunft. Sorgfältig geplant und mit bewährten Methoden gesteuert. Alleine diese Aufgabe ist oft schwer genug.
Zweitens: Die Unternehmens-IT soll zusätzlich der „Enabler“ für Fachbereiche sein, wenn diese mit Hilfe von Technologie digitalisieren, sich differenzieren oder Innovationen umsetzen wollen. Hier gilt es schnell und „agil“ zu sein — und auch das Risiko des Scheiterns in Kauf zu nehmen. Alle neuen Möglichkeiten zu kennen, immer am Ball zu bleiben und präzise beraten zu können, dürfte oft eine große Herausforderung für SAP- und IT-Mitarbeiter darstellen.
Der erste Arbeitsmodus wird oft als der eines „Marathonläufers“, der zweite Arbeitsmodus als der eines „Sprinters“ bezeichnet. Dass hier in Projektteams, SAP-Bereichen oder IT-Abteilungen Konfliktpotenzial gibt, wenn es beispielsweise um die Prioritäten für die Arbeit und Zielerreichung, die Arbeitsweise, Steuerung oder Entwicklungszyklen geht, liegt auf der Hand.
Klar ist jedoch auch: Es ist Managementaufgabe, hier zu vermitteln und die für das Unternehmen und die Veränderungsgeschwindigkeit passende Balance zu finden. Beide Arbeitsmodi sind gleichermaßen wichtig, um Wertbeiträge und organisatorische Veränderungen zu schaffen.
Das wird nur miteinander und nicht gegeneinander gehen. Lässt man im Alltag Frontenbildung jeglicher Art zu (altbacken vs. modern, grundsolide vs. schlank & explorativ, Bewahrer vs. Zerstörer, On-premise-Fraktion vs. Cloud-Anhänger, SAP-GUI-Liebhaber vs. FIORI-Millennials, Baby-Boomer vs. Generation Y), dürfte man schnell scheitern. Ebenso, wenn man ohne gemeinsamen Teamgeist und ohne die Verpflichtung auf gemeinsame Ziele agiert.
SAP-Systeme mit ihren Stamm- und Bewegungsdaten bleiben auch ein wichtiges Rückgrat für digitale Geschäftsmodelle und differenzierende Innovationen. Technologien— wie beispielsweise die SAP Cloud Platform oder SAP Leonardo — erlauben es, die „alte Welt“ (Legacy) mit der „neuen Welt“ (Cloud, IoT, Big Data, Predictive, Analytics, Machine Learning, Blockchain, …) prozessual zu verbinden und die Datenströme entlang der Prozessketten und über Unternehmensgrenzen hinweg zu managen.
Unternehmen, die es zusätzlich auf der organisatorischen Ebene schaffen, beide Arbeitsmodi der „Bimodalen IT“ zu verheiraten, haben eine weitere grundlegende Fähigkeit erworben, um die digitale Transformation (und was danach kommt) erfolgreich zu meistern.
Es handelt sich um eine lange Reise. Viele SAP-Anwenderunternehmen haben erste Veränderungen umgesetzt und nutzen bereits hybrides Projektmanagement (klassisch und agil) oder hybride Betriebsmodelle (on-premise und Cloud-Anteile). Die Reise geht weiter. Wenn Wertschöpfungsketten über Unternehmensgrenzen hinaus gehen, wird hybrid der Standard. Und auch das Silodenken hat da keinen Platz mehr – sondern es geht auch hier nur miteinander.
Jeder Mitarbeiter (in den IT-Abteilungen und den Fachbereichen) der SAP-Anwenderunternehmen muss wohl mindestens vier Hürden nehmen, um seinen Beitrag zur Digitalen Transformation zu leisten:
Will ich? Kann ich? Darf ich? Mache ich?
Wer ist dabei?

Helge Sanden – Chefredakteur des IT-Onlinemagazins — fasst in diesem Beitrag seine Beobachtungen zur „Bimodalen IT“ in der SAP-Community zusammen. Beim 7. FIS-Forum in Würzburg hält er zu diesem Thema die Keynote.
Interessierte Mitglieder der SAP-Community sind herzlich eingeladen.
Warum die SAP Integrated Toolchain mehr ist als eine reine Werkzeuglandschaft und wie sie die Transformation zu SAP Cloud ERP unterstützen kann.
Burim Mirakaj, CEO VINCI Energies DACH & CEE ICT, übernimmt den Aufsichtsratsvorsitz bei All for One.
Redaktion
IT-OnlineMagazin
Dirk Kruse verstärkt seit dem 15. Oktober 2026 die Geschäftsführung der KGS Software GmbH.
Redaktion
IT-OnlineMagazin