Die Vision ist klar: Ein Unternehmen, das durch KI-Agenten autonom operiert und Prozesse in Echtzeit optimiert. Doch massive Altlasten versperren oft den Weg. Jahrzehntelang gewachsene SAP-BW-Landschaften sind geprägt von starren Silos, undokumentiertem Custom Coding und komplexen Schnittstellen.
Allerdings ist eine Business AI nur so belastbar wie ihre Datengrundlage. Wer versucht, moderne Large Language Models (LLMs) auf eine fragmentierte Legacy-Struktur aufzusetzen, riskiert teure Fehlentscheidungen oder Falschaussagen durch KI. Deshalb benötigt das Autonomous Enterprise keinen bloßen Datentopf, sondern eine funktionierende Business Data Fabric. Ohne einen validen „Knowledge Core“, der den betriebswirtschaftlichen Kontext (Metadaten) über Systemgrenzen hinweg bewahrt, bleibt die Transformation in der Sackgasse stecken.
Die Vorarbeit: Optimize, Modernize, Innovate
Bevor der eigentliche technische Umzug („Lift“) des SAP BW in die Cloud erfolgen kann, ist eine strategische Konsolidierung zwingend. Ein bloßes „Copy-and-Paste“ der alten Strukturen in neue Cloud-Umgebungen würde die Betriebskosten (TCO) aufgrund des Daten Ballasts explodieren lassen. SAP empfiehlt daher drei essenzielle Schritte vorab:
1. Optimize: Vor dem Lift wird die gewachsene Landschaft konsequent bereinigt. Nicht mehr benötigte Daten werden archiviert oder gelöscht und obsolete InfoProvider und Datenflüsse ausgemustert, sodass nur geschäftskritische Daten und Prozesse den Weg in die Cloud antreten. Das senkt das Sizing und die laufenden Betriebskosten beim Hyperscaler und liefert zugleich saubere Daten als eine der Dimensionen eines Clean Core.
2. Modernize: Über den Data Product Generator werden klassische InfoProvider (wie DataStore Objects) in harmonisierte, unternehmensweit nutzbare Datenbausteine umgewandelt. Alte Abfragen laufen dabei unterbrechungsfrei weiter, während die neuen Datenprodukte in der SAP Datasphere bereitstehen.
3. Innovate: Gemeint ist damit die frühzeitige Identifikation von Cloud-Native-Szenarien, die alte BW-Workflows nicht nur ersetzen, sondern durch Automatisierung verbessern. SAP-Daten lassen sich im Open Data Ecosystem nahtlos mit Plattformen wie Google BigQuery oder Microsoft Fabric verknüpfen. Zudem können KI-Modelle über das Zero-Copy-Prinzip (Delta Sharing) direkt auf den Daten operieren, ohne teure Duplikate zu erzeugen. Langfristiges Ziel ist das geplante Decommissioning (der schrittweise Rückbau) des Altsystems.
Auf die strategische Konsolidierung folgt die technische Umsetzung mit Lift & Shift. Hierbei wird das bestehende On-Premise-System als Kernkomponente der SAP BDC in die Private Cloud Edition (PCE) migriert. Das System wird als Managed Service auf Hyperscalern betrieben. Die Vorteile liegen in der vollständigen Erhaltung bestehender Investitionen in Datenmodelle, einer TCO-Senkung durch den Wegfall von Hardwarewartung sowie einer sofortigen Supportverlängerung für SAP BW 7.5 bis mindestens 2030.