SAP Cloud-Transformation gewinnt in der Praxis an Fahrt

Veröffentlicht

08. September 2026

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Redaktion IT-OnlineMagazin

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Cloud-Transformation

Foto: OfotoRay, Pixabay

Die Cloud-Transformation kommt in deutschen SAP-Anwenderunternehmen spürbar ins Rollen. „Ich sehe in Sachen SAP S/4HANA-Transformation deutlich mehr Bewegung als häufig behauptet wird. Viele Unternehmen sind längst unterwegs“, bestätigte SAP-Deutschland-Chef Dirk Häußermann im Gespräch mit dem IT-OnlineMagazin bereits im Frühjahr. Wo stehen SAP-Kunden heute konkret und was lässt sich aus erfolgreichen Transformationen lernen?


Warum der Cloud-Umstieg kaum noch aufschiebbar ist

Der reguläre ECC-Wartungssupport läuft Ende 2027 aus, für einzelne On-Premise-Systeme hat SAP die Wartung zwar bis 2040 verlängert. Der eigentliche Treiber liegt aber ohnehin jenseits der Wartungsthematik: „Wer nicht in die Cloud geht, bleibt bei KI außen vor“, so Häußermann. Das Problem: Gerade in Deutschland haben viele Unternehmen jahrzehntelang in individuelle SAP-Landschaften investiert. Der Umstieg verlangt deshalb einen Perspektivwechsel, bei dem bestehende Prozesse überdacht und neu gestaltet werden, statt sie dauerhaft unverändert in die Cloud zu verschieben. „Wer historisch gewachsene Strukturen einfach eins zu eins übernimmt, verschenkt genau den Mehrwert, den die Transformation eigentlich bringen soll“, ordnet Maike Rose, Chefredakteurin des IT-OnlineMagazin, ein.

Wie gelingt eine strukturierte Datenmigration in die Public Cloud?

Die Blum GmbH hat den Umzug in die SAP S/4HANA Public Cloud bereits vollzogen. Die heterogenen Daten aus unterschiedlichen SAP- und Non-SAP-Quellen inklusive Mapping, Datenanreicherung und Testläufen zusammenzuführen, zählte für den Hersteller von Möbelbeschlägen dabei zu den größten Herausforderungen. „Eine erfolgreiche Public-Cloud-Migration braucht eine klare Architektur, verlässliche Datenflüsse und ein gemeinsames Verständnis der Systemlandschaft“, sagt Daniel Hörger, Gruppenleiter IT Subsidiaries bei Blum. Welche Entscheidungen in der Vorbereitung ausschlaggebend waren und wie sich unterschiedliche Datenlogiken harmonisieren ließen, erläutern Daniel Hörger und Nina Seiler vom Implementierungspartner cbs am 22.09.2026 bei der IT-OnlineKonferenz.

Wie schafft man im Tagesgeschäft Freiräume für Innovationen?

Abgesehen von der Datenmigration machten vielen Verantwortlichen auch die Parallelität unterschiedlicher Transformationsprojekte zu schaffen. KI, Cloud-Transformation und SAP-Security treffen häufig gleichzeitig aufeinander. Zugleich muss sichergestellt werden, dass der laufende Betrieb stabil weiterläuft. Diesen Spagat adressiert der Süßwarenhersteller Trolli (Unternehmensgruppe Mederer) über klare Verantwortlichkeiten und Application Management Services (AMS). Laut Mederer-CIO Alexander Eckert schaffen AMS Stabilität im Betrieb und damit Freiräume, um Veränderung aktiv zu gestalten. Ein wichtiger Aspekt, findet auch Nils Freitag vom Implementierungspartner NTT DATA Business Solutions: „Erfolgreiche Transformation beginnt dort, wo Menschen wieder Zeit zum Denken haben“, sagt er. Im Expert-Talk am 23.09.2026 berichten beide, wie sich der Dauerzustand Transformation bewältigen lässt.

Wie lassen sich branchenspezifische Herausforderungen lösen?

Dass das Gleichgewicht aus Stabilität und Innovationsfähigkeit für eine erfolgreiche Cloud-Transformation unverzichtbar ist, gilt branchenübergreifend. Die konkreten Stellschrauben unterscheiden sich aber je nach Ausgangslage erheblich. So gelten beispielsweise kommunale Finanzmigrationen als besonders komplex, weil rechtliche Vorgaben und gewachsene Systemlandschaften kaum standardisierte Abläufe zulassen. Wie Migrationsfabriken im kommunalen Sektor – aber auch darüber hinaus – den S/4HANA-Umstieg schneller, sicherer und planbarer machen kann, verdeutlicht ein Talk mit Pia Lauer (Komm.ONE) und Sabrina Jenkel (Natuvion) am 22.09.2026.

In der Fertigungsindustrie hingegen prallen nicht selten gewachsene ERP-Landschaften im Stammwerk auf die Anforderungen schnell wachsender Montage-, Service- und Vertriebsgesellschaften. Eine mögliche Lösung für diesen Konflikt ist ein 2-Tier-Ansatz mit SAP Cloud ERP. „Er verbindet ein starkes Kern-ERP mit skalierbaren, standardisierten Cloud-Lösungen für Tochtergesellschaften und schafft die Basis für nachhaltiges Wachstum“, sagt EPI-USE-Berater Christopher Boesner. Anhand eines Beispiels aus dem Sondermaschinenbau erläutert er am 23.09.2026, wie Stammdatenmanagement, Intercompany-Prozesse und Rollout-Strategien in der Praxis zusammenspielen.

Wie bleibt der SAP-Kern bei Cloud-Erweiterungen stabil?

Eine Frage zieht sich durch alle Transformationsszenarien: Wie bleibt der SAP-Kern so schlank und wartbar, dass er die Basis für weiteres Wachstum schafft, statt selbst zum Risiko zu werden? Für FIS-Experte Michael Krammer ist das Clean-Core-Prinzip dazu das Mittel der Wahl. „Innovation entsteht durch die intelligente Verbindung von Clean Core, Cloud-Services und modernen Geschäftsprozessen.“ Wie sich neue Geschäftsprozesse außerhalb des ERP-Kerns upgradefähig realisieren lassen und warum Identitäten, Berechtigungen und Schnittstellen-Governance bereits beim Architekturentwurf mitgedacht werden müssen, erläutert er gemeinsam mit seinem Kollegen Stefan Hinterwälder im Expert Talk am 23.09.2026.

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