SAP-Lizenzkosten und die S/4HANA-Transformation

SAP-Lizenzkosten haben einen erheblichen Einfluss auf die IT-Budgets von SAP-Anwenderunternehmen. Bei der S/4HANA-Umstellung sollte man hier genauer hinschauen. Zudem gibt es in komplexeren Projekten, wie beispielsweise S/4HANA-Umstellungen, ein nicht zu unterschätzendes Risiko des Scheiterns.

Von Helge Vater und Stephan Scheel (beide T-Systems) wollten wir wissen, wie man diese beiden wichtigen Herausforderungen in S/4HANA-Umstellungen meistern kann, wo Einsparpotenziale bei SAP-Lizenzen liegen können, wie man Projektrisiken reduziert und wie beide Themenfelder zusammenhängen.

Bei der IT-Onlinekonferenz erläutert Helge Vater mit Mathijs ten Tusscher (Snow Software), wie man die Lizenzierung von SAP versteht und verwaltet, und wie man Transparenz und Kontrolle über SAP-Investitionen behält. Stephan Scheel zeigt anhand von Kundenbeispielen die Vorteile von Vorprojekten auf. Registrieren Sie sich jetzt für den Expert-Talk. Gerne können Sie in der Livesendung individuelle Fragen an die Gäste stellen.

 

Herr Vater, warum ist die SAP-Lizenzierung für viele Unternehmen eine große Herausforderung?

Helge Vater: Die Rahmenregelungen und Vertragsbedingungen werden jedes Jahr komplexer, soweit der Kunde kein SAM für SAP hat, fehlt es ihm an Transparenz zum Status seiner SAP-Landschaft. 

Welche Einsparpotenziale sehen Sie oder haben sich bereits für Kunden nach Ihren Analysen ergeben?

helge_vaterHelge Vater: Historisch gewachsene ERP-Landschaften unterliegen einem stetigen Wandel bedingt durch M&A, Carve-Out und Wechsel der Lizenzmodelle. Hinzu kommt gegebenenfalls noch eine Fluktuation in der Betriebsmannschaft.

Dies führt zu Inkonsistenzen im User-Management und hat damit Auswirkungen auf Lizenznutzung und Lizenz-Mapping. Mit unserem toolbasierten Analyseverfahren decken wir dies auf und helfen damit dem Kunden, Einsparungen umzusetzen. Hierbei kommen wir im Einzelfall auf Einsparpotentiale 20 – 30 Prozent.

 

SAP-Lizenzoptimierung beim S/4HANA-Umstieg

Welche Möglichkeiten zur Lizenzoptimierung sehen Sie in den Subscriptions-Modellen? Lohnt sich schon allein dafür, sich näher mit RISE with SAP zu beschäftigen?

Helge Vater: Subscriptions-Modelle sind in der Regel flexibler als Kaufmodelle. Nichtdestotrotz bringt das auch einen Nachteil mit sich mit, da diese meistens teurer sind. Ein Breakeven zwischen On-Premises und einer Subscription liegt normalerweise bei etwa 3-5 Jahren. Danach sind die Subscriptions-Modelle meistens teurer und bringen SAP mehr Gewinn.

Bundles wie „Rise with SAP“ beinhalten darüber hinaus meistens noch weitere Sicherheitsaufschläge und -margen. Es ist deshalb essenziell, den eigenen Bedarf und die Nutzung aber auch die alternative Lizenzmodellen zu verstehen, bevor man sich auf ein Modell festlegt.

Herr Scheel, was sind die Ursachen, wenn sich Anwenderunternehmen bezüglich ihres Transformationsweges noch unsicher sind? 

Stephan Scheel: Viele Unternehmen haben eine über Jahre hinweg gewachsene IT-Landschaft und damit verbunden manifestierte bzw. angepasste Businessprozesse. Das hat zur Folge, dass die nötige Übersicht über Applikationen und Prozesse nicht mehr vorhanden ist.

Dem Kunden fehlt außerdem Transparenz hinsichtlich seiner SAP-Landschaft und dies sowohl aus technologischer und kommerzieller Sicht, sowie hinsichtlich seiner Businessprozesse. Darüber hinaus sind die Möglichkeiten neuer, cloudbasierter Applikationen und Plattformen nicht ausreichend bekannt — und somit erschließen sich auch selten Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Transformationswege.

 

Roadmap für S/4HANA-Transformation wichtig

Wie bekommt man mehr Klarheit, damit am Ende ein so wichtiges Projekt nicht scheitert, sondern ein Erfolg wird? 

Helge Vater: Die Basis für eine erfolgreiche Transformation bildet eine kundenspezifische S/4HANA-Roadmap. Hier wird nicht nur die eigentliche Transformation geplant, sondern auch die notwendigen Vorbereitungen, Vorprojekte und mögliche Optimierungen nach erfolgreicher Transformation zu S/4HANA.

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist dabei auch, die Mitarbeiter, durch organisational Changemanagement, mit der neuen Software frühzeitig bekannt zu machen.

Stephan Scheel: Die Basis für diese SAP-Transformation-Roadmap bildet unsere toolbasierte 360-Grad-Analyse der SAP-Kundenlandschaft. Wir geben dem Kunden die notwendige Transparenz für seine Entscheidung im Business und der Technologie.

Sie adressieren bei der IT-Onlinekonferenz zwei verschiedene Themenkomplexe, lassen sich beide vereinen — und was erfahren wir?

Helge Vater: Im Rahmen unserer Vorstudien hat sich herausgestellt, dass ein optimiertes Lizenzmodell große Vorteile für den Kunden bringt, sowohl in fachlicher als auch in kommerzieller Hinsicht.

Stephan Scheel: Ein gutes Software Asset Management schafft Transparenz und ist die Planungsbasis für eine erfolgreiche Roadmap in Richtung S4HANA. Wir stellen nicht nur Daten gesetzeskonform zur Verfügung, sondern achten auch darauf, dass alle Kunden in allen Bereichen compliant sind.

Und für wen ist Ihr Beitrag besonders geeignet?

Helge Vater: Für alle SAP-Kunden, die Transparenz und Kontrolle ihrer Lizenzausgaben wünschen, oder die noch am Anfang ihres Transformationsweges stehen oder über kein SAM für ihre SAP-Landschaft verfügen. Bei unseren über 600 SAP-Kunden ist uns aufgefallen, dass gerade Unternehmen, die einen Verkauf oder Zusammenschluss von Unternehmensbereichen durchgeführt haben, einen großen Anpassungsbedarf haben.

Wir sprechen mit unserem Vorgehen sowohl IT-Leitung, SAP-Experten, CFO und Lizenz-Manager auf der Kundenseite an. Hier anmelden.

Was wird 2022 das dominierende Thema in der SAP-Community?

Helge Vater: Zwei Schlagworte möchte ich hier mal in den Raum werfen: Digitalisierung und Business Process Intelligence (BPI).

Stephan Scheel: Budgetierung und Planung der notwendigen SAP-Landschaftstransformation nach S/4HANA. Jetzt wird es für die Kunden entscheidend mit Blick auf das Jahr 2027.

Vielen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte Helge Sanden, Chefredakteur des IT-Onlinemagazins.

 

S/4HANA-Erfahrungsberichte bei der ITOK22

ITOK22-SAPSie können diesen und alle Beiträge der #ITOK22 live (24.01. – 27.01.22) oder als Aufzeichnung (sofern Sie sich für den jeweiligen Expert-Talk registriert haben) verfolgen und eigene Fragen an die Expertinnen und Experten stellen.

Beim siebten Gipfeltreffen der SAP-Community geben SAP-Kunden vier Tage lang Erfahrungsberichte aus S/4HANA-Projekten, SAP-Optimierungen, Business-Transformationen und zur Automatisierung. Zusätzlich gibt es vielfältige Interaktions- und Networking-Möglichkeiten.

 

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