Analyse: SAP-Fachkräftemarkt wächst primär im KI-Bereich

Veröffentlicht

06. Oktober 2026

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Analyse: SAP-Fachkräftemarkt wächst primär im KI-Bereich

Bild: Ki-generiert

Die Nachfrage nach SAP-Fachkräften mit KI-Kenntnissen hat sich seit Anfang 2025 nahezu verdoppelt, während der restliche SAP-Stellenmarkt in Deutschland weitestgehend stagniert. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Auswertung[1] von index Research im Auftrag des IT-OnlineMagazins. Für Personalverantwortliche in SAP-Anwenderunternehmen ist das ein klares Signal, wo sich der Fachkräftewettbewerb in den kommenden Quartalen verschärfen dürfte.


Steigende Nachfrage nach KI-Kompetenz im SAP-Stellenmarkt

Jürgen Grenz index Gruppe
Jürgen Grenz, Foto: index Gruppe

Der Analyse zufolge nimmt die Nachfrage nach SAP-Spezialisten mit KI-Skills deutlich zu: „Im dritten Quartal 2026 verlangten Unternehmen für diese Profile in über 2.700 Positionen Kenntnisse rund um Künstliche Intelligenz“, verweist index-CEO Jürgen Grenz. „Das sind mehr als doppelt so viele wie im Vergleichszeitraum des letzten Jahres.“

Insgesamt stieg die Zahl ausgeschriebener SAP-Positionen mit explizitem KI-Bezug zwischen Anfang 2025 und dem dritten Quartal 2026 von 1.382 auf 2.735. „Im dritten Quartal 2026 stand KI im Aufgaben- und Anforderungsprofil von fast 8 Prozent aller Stellen für SAP-Experten“, so Grenz.

SAP-Gesamtmarkt für Jobs bleibt nahezu unverändert

Der generelle SAP-Stellenmarkt ist dagegen leicht rückläufig: Die Zahl aller ausgeschriebenen SAP-Positionen ging von 39.226 (Q1/2025) auf 36.250 (Q3/2026) um 7,6 Prozent zurück. Die Zahl der Firmen, die SAP-Experten suchen, sank in diesem Zeitraum ebenfalls – von 4.389 auf 3.997 Unternehmen um 8,9 Prozent.

Zur zweiten Jahreshälfte zeichnete sich im SAP-Jobkosmos eine leichte Erholung ab: Im dritten Quartal lag die Zahl der ausgeschriebenen SAP-Stellen rund 9,4 Prozent über dem Vorjahresquartal. „Der klassische SAP-Fachkräftemarkt stagniert also, während das Stellenwachstum fast vollständig im KI-nahen Bereich stattfindet“, fasst IT-OnlineMagazin-Chefredakteurin Maike Rose zusammen. Eine Entwicklung, die Experten beim Karriere-Roundtable des IT-OnlineMagazins zuletzt bestätigten: Demnach sind klassische Implementierungs- und Basisrollen heute deutlich weniger gefragt als neue Profile rund um SAP Business AI, Joule-Integration und datengetriebene Prozessautomatisierung.

Wer sucht aktuell SAP-Experten mit KI-Kenntnissen?

Bemerkenswert ist, dass das KI-Wachstum im SAP-Jobkosmos nicht nur von mehr Stellen, sondern auch von einer breiteren Unternehmensbasis getragen wird. Die Zahl der Firmen, die SAP-Profile mit KI-Bezug ausschreiben, stieg von 261 im ersten Quartal 2025 auf 655 im dritten Quartal 2026, ein Plus von 151,0 Prozent und damit ein noch stärkerer Zuwachs als bei den Positionen selbst. „Bei der Einordnung dieser Prozentwerte ist allerdings Vorsicht geboten“, sagt Rose. Denn die absolute Basis der KI-bezogenen Stellen sei deutlich kleiner als der SAP-Gesamtmarkt. Zudem lasse sich aus der Suchmethodik nicht zweifelsfrei ableiten, wie tief die KI-Anforderung in der jeweiligen Rolle tatsächlich verankert sei.

Was bedeutet das für SAP-Anwenderunternehmen?

Für CIOs und Personalverantwortliche liefert die Auswertung nichtsdestotrotz vor allem eins: eine strategische Warnung vor Verknappung. Wer heute S/4HANA-Teams um Kompetenzen in SAP Business AI oder datengetriebener Prozessautomatisierung erweitern will, konkurriert damit um ein Marktsegment, das sich innerhalb von anderthalb Jahren mehr als verdoppelt hat, ohne dass das Gesamtangebot an entsprechend qualifizierten SAP-Fachkräften entsprechend mitgewachsen wäre.

„Steigt die Zahl der ausschreibenden Firmen und Positionen, dürfte der sich der Wettbewerb um Fachkräfte mit kombinierter SAP- und KI-Kompetenz absehbar deutlich intensivieren“, vermutet die IT-OnlineMagazin-Chefredakteurin. Angesichts dieser Verknappungsdynamik seien SAP-Anwenderunternehmen deshalb gut beraten, das eigene Personal gezielt weiterzuentwickeln.

[1] Die Auswertung basiert auf Stellenmarktdaten aus 197 Printmedien, 315 Onlinebörsen, dem Stellenportal der Bundesagentur für Arbeit sowie rund 960.000 Firmenwebsites.

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