Bemerkenswert ist, dass das KI-Wachstum im SAP-Jobkosmos nicht nur von mehr Stellen, sondern auch von einer breiteren Unternehmensbasis getragen wird. Die Zahl der Firmen, die SAP-Profile mit KI-Bezug ausschreiben, stieg von 261 im ersten Quartal 2025 auf 655 im dritten Quartal 2026, ein Plus von 151,0 Prozent und damit ein noch stärkerer Zuwachs als bei den Positionen selbst. „Bei der Einordnung dieser Prozentwerte ist allerdings Vorsicht geboten“, sagt Rose. Denn die absolute Basis der KI-bezogenen Stellen sei deutlich kleiner als der SAP-Gesamtmarkt. Zudem lasse sich aus der Suchmethodik nicht zweifelsfrei ableiten, wie tief die KI-Anforderung in der jeweiligen Rolle tatsächlich verankert sei.
Was bedeutet das für SAP-Anwenderunternehmen?
Für CIOs und Personalverantwortliche liefert die Auswertung nichtsdestotrotz vor allem eins: eine strategische Warnung vor Verknappung. Wer heute S/4HANA-Teams um Kompetenzen in SAP Business AI oder datengetriebener Prozessautomatisierung erweitern will, konkurriert damit um ein Marktsegment, das sich innerhalb von anderthalb Jahren mehr als verdoppelt hat, ohne dass das Gesamtangebot an entsprechend qualifizierten SAP-Fachkräften entsprechend mitgewachsen wäre.
„Steigt die Zahl der ausschreibenden Firmen und Positionen, dürfte der sich der Wettbewerb um Fachkräfte mit kombinierter SAP- und KI-Kompetenz absehbar deutlich intensivieren“, vermutet die IT-OnlineMagazin-Chefredakteurin. Angesichts dieser Verknappungsdynamik seien SAP-Anwenderunternehmen deshalb gut beraten, das eigene Personal gezielt weiterzuentwickeln.