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Karrieren rund um SAP: Michael Fuchs im Gespräch mit Katrin Lehmann

Karriereinterview Katrin Lehmann
Michael Fuchs im Gespräch mit Katrin Lehmann

Katrin Lehmann ist seit April 2024 CIO der Mercedes-Benz Group und verantwortet die globale IT des Konzerns. Zuvor war sie mehr als zwei Jahrzehnte bei SAP tätig, und hat dort zuletzt in zentralen Führungsrollen die technologische Entwicklung mitgeprägt: im Bereich kunden- und branchenspezifischer Softwareentwicklung, bei der Produktentwicklung im S/4HANA-Cloud-Datenmanagement sowie als globaler Chief Data Officer bei SAP. Aufgrund dieser Historie kennt sie sowohl die Anforderungen eines globalen SAP-Anwenderunternehmens, als auch die Produkte und Roadmaps sowie die Denkweise, Entscheidungslogiken und Grenzen des Softwareherstellers. Mit Michael Fuchs, Senior SAP-Analyst beim IT-OnlineMagazin, spricht Katrin Lehmann unter anderem über ihren Werdegang bei SAP, ihre aktuelle Rolle bei Mercedes Benz – und die Vorteile, beide Perspektiven zu kennen.

 

Vom SAP-Maschinenraum als CIO zu Mercedes-Benz

Michael Fuchs: Katrin, Du bist jetzt seit knapp zwei Jahren CIO. Was ist Deine Aufgabe und Mission als IT-Chefin von Mercedes-Benz?

Katrin Lehmann: Als CIO trage ich die Verantwortung für die globale Enterprise IT von Mercedes-Benz – über alle Geschäftsbereiche, Marken und Märkte hinweg. IT ist für mich der unsichtbare Motor für Innovation und Wandel. Wir sorgen für stabile Systeme, reduzieren Komplexität und schaffen damit Raum für neue Technologien wie Künstliche Intelligenz. Was mich dabei antreibt: Menschen zu vernetzen, Talente zu stärken und Mercedes-Benz digital so aufzustellen, dass wir auch in Zukunft Maßstäbe setzen.

Michael Fuchs: Dein beruflicher Weg ist beeindruckend. Du hast nach deinem Studium bei SAP begonnen, kannst du dich noch an deine erste Rolle erinnern – und wie hast du diese Zeit erlebt?

Katrin Lehmann: Ich bin damals als XI- und MDM-Beraterin bei SAP gestartet. Diese Rolle war eine extrem gute Basis für mich, um ein tiefes Verständnis für Architektur-, Daten- und Integrationsthemen zu entwickeln. Ich hatte das Glück, in einem sehr engagierten und fachlich starken Team zu arbeiten – das hat den Einstieg enorm geprägt und mir früh gezeigt, dass IT-Architektur und Daten genau mein Thema sind.

Michael Fuchs: Warum hattest Du Dich damals gerade bei der SAP beworben?
Katrin Lehmann: SAP war für mich nie nur ein Softwareanbieter, sondern eine Art Maschinenraum, von dem aus Technologie echten Einfluss hat – auf Unternehmen, Wertschöpfungsketten und ganze Branchen. Mich hat gereizt, dort zu arbeiten, wo IT kein Selbstzweck, sondern der Hebel für neue Geschäftsmodelle ist. Bei SAP habe ich gelernt, Technologie und Business von Anfang an zusammenzudenken, eben nicht als zwei Welten, sondern als ein System.

 

Der Wert von SAP-Erfahrung für den CIO-Blickwinkel

Michael Fuchs: Software-Anwender und Software-Hersteller sind zwei Seiten der selben Medaille. Was waren die größten Umstellungen und Herausforderungen nach deinem Wechsel zu Mercedes Benz?

Katrin Lehmann: Der Blick auf Verantwortung ist ein anderer: Als Hersteller denkt man in Produkten, Roadmaps und Releases. Auf Anwenderseite zählt am Ende eine Frage: Läuft es – stabil, weltweit, rund um die Uhr – und zahlt es messbar auf das Geschäft ein? Für Kundinnen und Kunden, für Mitarbeitende, für das Unternehmen. Diese Konsequenz verändert den Blick fundamental. Technologie wird nicht mehr diskutiert, sondern kompromisslos am Nutzen gemessen. Und genau das schärft den Fokus enorm.

Michael Fuchs: Was unterscheidet aus Deiner Sicht einen CIO mit SAP-Hintergrund von einem CIO, der SAP primär aus Anwendersicht kennengelernt hat?

Katrin Lehmann: Als eine CIO mit SAP-Background kenne ich den schon erwähnten Maschinenraum von SAP – inklusive der Grenzen von Standardisierung. Ich weiß, wo Standard wirklich skaliert und wo bewusste Differenzierung Mehrwert schafft. Entscheidend ist immer das Zielbild des eigenen Unternehmens. Beide Perspektiven zu kennen, erweitert den Blick über den Tellerrand enorm. Und es ist etwas Besonderes zu erleben, wie Technologie ganz konkret Performance liefert – und damit ihren Beitrag leistet, dass bei uns großartige Fahrzeuge wie der neue GLC erfolgreich auf die Straße kommen.

 

„Karriere bedeutet, Wirkung zu entfalten“

Michael Fuchs: 2025 warst Du unter den FinalistINNen zum CIO des Jahres für Groß-Unternehmen. Was bedeutet für Dich persönlich Karriere?

Katrin Lehmann: Karriere ist für mich kein Titel und kein Ziel an sich. Karriere bedeutet, Wirkung zu entfalten: Dinge in Bewegung bringen, Menschen zu befähigen und Verantwortung zu übernehmen. Wenn sich dadurch neue Perspektiven ergeben und Technologie für viele greifbar, nutzbar und sinnvoll wird, dann ist das für mich Erfolg.

Michael Fuchs: Welche Tipps würdest Du jungen Talenten für ihren Werdegang mitgeben – was sind wichtige Lessons Learned dazu aus Deiner Sicht?

Katrin Lehmann: Ich sage oft: Be proud to be a nerd. Sich für Technologie zu begeistern, ist heute ein absolutes Asset. Habt den Mut, Dinge auszuprobieren, bevor sie perfekt sind. Wartet nicht darauf, dass alle Fragen beantwortet sind – gerade in Zeiten von KI, denn niemand von uns hat das in Schule oder Studium gelernt. Entscheidend ist, neugierig zu bleiben. Lebenslanges Lernen ist heute keine Option mehr, sondern Voraussetzung. Und denkt Technologie immer vom Menschen her. Wirkung entsteht nicht durch Tools, sondern dadurch, dass sie jemand sinnvoll im Alltag einsetzt.

Michael Fuchs: Das war spannend, liebe Katrin. Vielen Dank für dieses so offene und eindrucksvolle Gespräch rund um Deinen Karriereweg – erst bei SAP und nun bei Mercedes-Benz!

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