Von Nachhaltigkeit bis Security: Wie sich Unternehmen für Anforderungen rüsten

Veröffentlicht

27. Juli 2026

Lesezeit

6 Minuten

Oliver Sonn

Oliver Sonn

T.CON

Von Nachhaltigkeit bis Security: Wie sich Unternehmen für Anforderungen rüsten

Ist der SAP-Betrieb für die kommenden Anforderungen gerüstet? Das sollten Unternehmen rechtzeitig prüfen, empfiehlt Oliver Sonn, Experte für Managed Services bei T.CON. Denn mit dem Wechsel in die Cloud, wachsenden Bedrohungen in der Cybersicherheit und regulatorischen Entwicklungen – unter anderem im Bereich Nachhaltigkeit – stehen Verantwortliche vor großen Aufgaben, die es zu managen gilt. In einem Gastbeitrag für das IT-OnlineMagazin geht er auf typische Herausforderungen ein, zeigt sinnvolle Maßnahmen auf und verrät, mit welchen Fragen sich Unternehmen selbst auf den Prüfstand stellen können.

SAP-Betrieb wird zunehmend reaktiv

Oliver Sonn, Foto: T.CON

Bei Unternehmen dreht sich seit Monaten vieles um die Einführung oder Transformation in eine Cloud-basierte Zukunft mit KI-Funktionen. Die Herausforderung liegt nicht nur darin, die IT-Systemlandschaft zukunftssicher aufzustellen, sondern auch in einem gut laufenden Betrieb. Die IT muss compliant und stets auf dem neuesten Stand bleiben. Das bedeutet, Systeme müssen maximal verfügbar, sicher und leistungsfähig sein, damit Mitarbeitende sich auf das Kerngeschäft konzentrieren können.

Um dies zu gewährleisten, sind drei Dinge wichtig. Erstens: Das System muss regelmäßig geprüft werden, um Schwachstellen frühzeitig zu erkennen und ungeplante Ausfälle zu vermeiden. Zweitens: Integrationen und Schnittstellen müssen kontinuierlich überwacht und Fehler analysiert werden, damit Prozesse reibungslos laufen. Drittens: Neue SAP Releases müssen zeitnah implementiert werden. Hier bietet die Cloud einen klaren Vorteil, da die SAP die technischen Releaseupgrades übernimmt. Dennoch verbleibt nach dem Shared Responsibilty Model der SAP ein großer Teil der Verantwortung für Security und Datenschutz beim Kunden. So bleibt z.B. der SAP Security Patch Day in der Private Cloud weiterhin in der Verantwortung des Kunden.

Die Schwierigkeit besteht bei vielen Unternehmen darin, dass Tickets, Service Requests und operative Aufgaben immer mehr Ressourcen binden – und keine Zeit bleibt, das SAP-System zuverlässig und vorausschauend zu betreuen. Da Cloud-Systeme oft komplexer und verteilter sind, stoßen klassische Support-Modelle und einfache Server-Monitoring-Tools an ihre Grenzen. Gleiches gilt für die proaktive Optimierung und Weiterentwicklung des Systems und der Prozesse, auch in den Bereichen KI, Automation und weiteren innovativen Technologien. Insbesondere mit dem Wechsel in die Cloud gewinnen Innovationen an Tempo, mit dem Anwendungen mithalten müssen. SAP läuft, aber es könnte besser und effizienter laufen – wenn die IT-Abteilung nicht so überlastet wäre.

Security-Themen bleiben liegen

Stichwort „Sicherheitslücken“: Die entstehen nicht nur bei einem alten ERP-System, sondern auch in der Cloud oder bei hybriden Landschaften. Lange galt die Cloud als vertrauenswürdig, bietet bei falscher Sicherheitsarchitektur wie unsicheren Netzen, schwachen Passwörtern, unverschlüsselten Daten und lockeren Freigaberechten jedoch zahlreiche Missbrauchsmöglichkeiten. Der Trend hin zu Remote Work führt außerdem dazu, dass der traditionelle Perimeterschutz durch Firewalls und VPN nicht mehr ausreicht. Tatsächlich finden die meisten Cyberangriffen in der EU in Deutschland statt, und die Schwachstellen in den IT-Infrastrukturen nehmen täglich zu. Vor allem bei kleineren und mittleren Unternehmen, die in der Regel klassische Ansätze bei einer IT-Security-Strategie verfolgen, entstehen leicht Einfallstore für Kriminelle, die immer professioneller vorgehen.

Unternehmen stehen daher vor der Frage, wie sie ihre IT-Sicherheit strategisch neu ausrichten können. Für ein ganzheitliches Konzept rund um Themen wie IT-Sicherheitsmanagement, Netzwerkschutz, Datenschutz, Berechtigungswesen und weiteren Anforderungen an Compliance haben viele nicht ausreichend interne Kapazitäten – sodass Themen oft liegenbleiben.

Nachhaltigkeit wird manuell umgesetzt

Apropos „Compliance“: Die Anforderungen der EU an Nachhaltigkeit, Lieferketten und Berichterstattung entwickeln sich kontinuierlich weiter. Mit Regelwerken wie CSRD, CSDDD und EUDR stehen Unternehmen vor der Herausforderung, regulatorische Vorgaben trotz laufender Anpassungen – etwa im Zuge der Omnibus-Initiative – effizient und belastbar umzusetzen. Die grundlegende Richtung bleibt dabei unverändert: Mehr Transparenz, nachvollziehbare Daten und eine stärkere Verankerung von Nachhaltigkeit in den Unternehmensprozessen. Das Problem: Viele Unternehmen haben keine umsetzbare, messbare Nachhaltigkeitsstrategie und tun sich daher schwer mit der grünen Transformation.

Ein Grund ist, dass bei bestimmten Regularien nach wie vor letzte Klarheit und Rechtssicherheit fehlt. Lässt der Handlungsdruck nach, werden Maßnahmen gerne aufgeschoben. Ein Fehler – denn nachhaltiges Handeln sichert nicht nur Zukunft, sondern auch Wettbewerbsvorteile und gehört daher ganz oben auf die Agenda. Zweitens fehlt häufig die vollständige Sicht auf Daten aus Einkauf, Produktion und Logistik in Echtzeit, vor allem von Lieferanten und deren Partnern, oder die Daten liegen unstrukturiert in verschiedenen Formaten, Sprachen und Qualitäten vor. Das macht die Sache noch komplexer als sie ohnehin schon ist. Drittens betreiben Unternehmen weiterhin hohen manuellen administrativen Aufwand für Berechnungen und Datenpflege. Was bei tausenden Datenpunkten, die für die Berichterstattung erforderlich sind, zeitlich, personell und finanziell nicht mehr zu bewältigen ist.

Unternehmen müssen daher überlegen, wie sie aus der Pflicht eine Chance machen und Anforderungen nicht nur erfüllen, sondern Nachhaltigkeit zu einem entscheidenden Faktor für wirtschaftlichen Erfolg machen.

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Nicht warten, bis es brennt

Wenn Budgets knapper werden und Personal fehlt, geraten Themen ohne direkten Return on Invest schnell unter Druck. Ein aktiv gesteuerter SAP-Betrieb, Security und Nachhaltigkeit zählen oft dazu. Sie gelten als wichtig, aber nicht dringend. Genau darin liegt eine Gefahr. Wer an der falschen Stelle spart oder Investitionen aufschiebt, hat kurzfristig weniger, langfristig aber mehr Aufwand, der auch noch teuer ist und Innovationen bremst. Sowohl der Betriebsausfall eines SAP-Systems als auch ein Cyberangriff und fehlende, fehlerhafte oder verspätete Nachhaltigkeitsberichte bedeuten erhebliche Konsequenzen.

Die Empfehlung lautet daher ganz klar: Vermeintliche Randthemen zu Managementthemen zu machen und sie nicht mit der Einführung einer digitalen Lösung als erledigt zu betrachten. Plattformen in jeder Konstellation – ob in der Cloud, hybrid oder On-Premise – müssen gemanaged, SAP- und Non-SAP-Systeme technisch betrieben, Nachhaltigkeitsdaten strategisch genutzt werden.

Wer sich auf den Prüfstand stellen möchte, ob sein Unternehmen für kommende Anforderungen gerüstet ist, sollte sich einmal diese Fragen stellen: Welche Systeme und Services sind im Einsatz? Wer ist wofür verantwortlich? Wie sind Berechtigungen geregelt? Sind Prozesse dokumentiert? Wo entstehen Cloud-Kosten und wer prüft sie regelmäßig? Sind Nachhaltigkeitsdaten strukturiert verfügbar? Diese Fragen zu reflektieren und beantworten, zeigt, wo Unternehmen stehen und wo gezielter Handlungsbedarf besteht.

Partner an die Seite holen

Lassen sich typische Herausforderungen nicht allein lösen, sollte man sich einen Partner an die Seite holen, der mit Managed Services, digitalen Lösungen und spezialisierten Eigenentwicklungen unterstützt. Managed Services sind vor allem dann sinnvoll, wenn Unternehmen ihren Betrieb professionalisieren wollen, ohne intern jede Rolle dauerhaft selbst vorzuhalten. Es geht nicht darum, Verantwortung komplett abzugeben. Sondern darum, klare Strukturen zu schaffen: Wer überwacht was? Wer bewertet Risiken? Wer steuert Veränderung? Wer sorgt dafür, dass Applikationen nicht nur laufen, sondern sicher, aktuell und wirtschaftlich betrieben werden?

Die Bandbreite an Leistungen reicht dabei von Plattform Management, Application Management und SAP Technologie Support über Lösungen für Security und Compliance bis hin zu Schnittstellenlösungen für EU-Verordnungen. Gemeinsam wird sichergestellt, dass der SAP-Betrieb tatsächlich für die kommenden Anforderungen gerüstet ist.

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Oliver Sonn

Oliver Sonn

Oliver Sonn ist Chief Operating Officer (COO) und Mitglied des Executive Teams der T.CON GmbH & Co. KG. Er verantwortet die Bereiche Managed Services, Support und IT-Betrieb und begleitet Unternehmen bei der sicheren, effizienten und zukunftsfähigen Transformation ihrer SAP-Landschaften. Zu seinen Schwerpunkten zählen Cloud-Betriebsmodelle, IT-Security, Compliance sowie die Skalierung von Serviceorganisationen.

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