Managed Services erleben im SAP-Umfeld eine stille, aber tiefgreifende Neubewertung. Was lange als notwendige Betriebsdisziplin galt, entwickelt sich im Cloud- und Hybridzeitalter zu einem strategischen Steuerungsinstrument. Das bestätigt auch die aktuelle SAP-Trendumfrage 2026 des IT-Onlinemagazins: Demnach geben lediglich 8 Prozent der Befragten an, dass SAP Application Managed Services (AMS) für sie künftig keine Rolle mehr spielen werden.
„Ein deutliches Signal dafür, dass AMS auch und gerade im Cloudzeitalter ein fester Bestandteil der SAP-Betriebsmodelle bleiben“, fasst Maike Rose, Chefredakteurin des IT-OnlineMagazins, die entsprechenden Umfrageergebnisse zusammen. Allerdings zeigt die Umfrage auch, dass sich die Erwartungen an Application Management Services bis 2030 massiv verschieben werden: Es steht weniger die Frage im Mittelpunkt, „ob“, sondern „wie“ Managed Services in Zukunft erbracht werden.
Hybride SAP-Landschaften treiben AMS-Bedarf
„Mit der zunehmenden Verlagerung von SAP-Systemen in die Public Cloud verändern sich die Anforderungen an Application Management Services (AMS) grundlegend“, bestätigt Ulrich Kreitz, Geschäftsleitung Managed Services bei SAP-Partner NTT DATA Business Solutions. Seiner Erfahrung nach spielen proaktive Betreuung, Automatisierung und kontinuierliche Optimierung für Anwenderunternehmen inzwischen eine viel größere Rolle als früher.
Angesichts der wachsenden Komplexität der SAP-Landschaften überrascht das wenig. Schließlich dürfte der komplette Umstieg in die Public Cloud wohl auch mittelfristig eher die Ausnahme als die Regel bleiben: Einer aktuellen Erhebung weltweiter SAP-Anwendergruppen zufolge setzen 78 Prozent der Befragten ganz bewusst auf die Kombination von Cloud- und On-Premises-Lösungen. Einer der wichtigsten Gründe dafür laut SAP-Trendumfrage: 43 Prozent der Befragten bevorzugen On-Premise-Lösungen wegen der vermeintlich besseren Kontrollierbarkeit. Angesichts der aktuellen geopolitischen Lage könnte dies auch ein Indiz dafür sein, dass auch das Thema Datensouveränität für viele Unternehmen deutlich an Bedeutung gewinnt.
Cloud, KI und Regulierung erhöhen den Druck
Parallel dazu wächst die Komplexität im SAP-Betrieb weiter. Cloud-Services, verkürzte Release-Zyklen, steigende regulatorische Anforderungen und der zunehmende Einsatz von KI erhöhen den Druck auf IT-Organisationen spürbar. Gleichzeitig fehlen vielerorts Ressourcen, Spezialwissen und operative Freiräume. „AMS sind die Co-Piloten für eine sichere und erfolgreiche Reise in die Zukunft. Sie sorgen für Entlastung der internen Ressourcen und sichern Stabilität, so dass die Systeme trotz Turbulenzen ruhig und sicher laufen“, verdeutlicht Yvonne Kern, Teamleitung Vertrieb Managed Services bei NTT DATA Business Solutions.
Neue Erwartungen an SAP AMS im Cloudzeitalter
Um diesem Anspruch gerecht zu werden, müssen sich AMS allerdings grundlegend wandeln: weg vom reaktiven Support, hin zu einer partnerschaftlichen Mitverantwortung für den stabilen Betrieb und die kontinuierliche Weiterentwicklung geschäftskritischer SAP-Landschaften. Statt technischer Detailtiefe sind in einer dynamischen Betriebsrealität dabei vor allem Orientierung und Verlässlichkeit gefragt: Jeder zweite Umfrageteilnehmer erwartet von Managed Services in erster Linie transparente Service-Level-Agreements und planbare Kosten (53 Prozent) sowie zuverlässige Sicherheit und Compliance (54 %).
Auch die Auswahlkriterien für AMS-Partner verschieben sich: Fachliche Tiefe, Prozessverständnis und Kundennähe bilden der SAP-Trendumfrage zufolge inzwischen relevante Differenzierungsmerkmale. Vor allem Branchenexpertise und Prozess-Know-how (64 Prozent) sowie die Verfügbarkeit persönlicher Ansprechpartner und lokale Präsenz (51 Prozent) zählen bei der Partnerwahl inzwischen zu den wichtigsten Entscheidungskriterien.
24×7-Support wird zum neuen Normal
Bei der Frage nach den bevorzugten Liefermodellen dominiert der Wunsch nach Rund-um-die-Uhr-Betreuung. Jeder dritte Befragte (33 Prozent) erwartet 24×7-Support. Ein klares Zeichen dafür, dass SAP-Systeme immer stärker als geschäftskritische Always-on-Plattformen verstanden werden, deren Betrieb nicht mehr an klassische Arbeitszeiten gebunden ist.
Globale Prozesse, internationale Rollouts und durchgängige digitale Wertschöpfung erhöhen die Anforderungen an Verfügbarkeit und Reaktionsfähigkeit – und machen kontinuierliche Betriebsmodelle zum State of the Art. Ebenfalls bemerkenswert: Nur 16 Prozent der Befragten geben an, künftig kein passendes AMS-Liefermodell zu sehen. Umgekehrt bedeutet das: Mehr als 80 Prozent planen AMS fest als Bestandteil ihrer SAP-Strategie ein.
IT-Onlinemagazin


