
Die Cloud-Transformation im SAP-Umfeld kommt weiterhin langsamer voran als vielfach erwartet. Studien zeigen, dass ein erheblicher Teil der Anwenderunternehmen noch keinen konkreten Migrationspfad zu SAP S/4HANA definiert hat. Auch die aktuelle Transformationsstudie von NTT DATA Business Solutions bestätigt dieses Bild.
„Knapp ein Drittel der Befragten hat noch keinen konkreten Migrationsweg zu SAP S/4HANA definiert“, sagt Jan Schnier, Head of Division Service Delivery Management bei NTT DATA Business Solutions. „Unsicherheiten über Zielbild, Nutzen und internen Aufwand führen dazu, dass notwendige Entscheidungen häufig vertagt werden.“
Viele Unternehmen befinden sich damit in einer schwierigen Ausgangslage. Einerseits steigen die Anforderungen an Innovationsfähigkeit, Datenverfügbarkeit und Sicherheit. Andererseits fehlen häufig Ressourcen, Orientierung und ein wirtschaftlich tragfähiger Rahmen für den Einstieg in die Transformation.
Kosten und Komplexität bremsen den Einstieg
Ein zentraler Grund für die Zurückhaltung ist die Kostenfrage. Gerade mittelständische Organisationen betrachten die wirtschaftlichen Auswirkungen eines Cloud-Wechsels sehr genau.

„In vielen Gesprächen hören wir zunächst den Satz: Die Cloud ist zu teuer“, berichtet Lars Vogel, Head of Sales New Business bei NTT DATA Business Solutions. „Wenn man sich die Gesamtsituation genauer anschaut, zeigt sich jedoch häufig, dass diese Annahme so pauschal nicht zutrifft.“ Neben den Kosten spiele vor allem die Komplexität der Transformation eine wichtige Rolle. Historisch gewachsene SAP-Systemlandschaften müssen analysiert, Datenstrukturen bewertet und Prozessabhängigkeiten berücksichtigt werden.
Diese Vorarbeiten sind aufwendig, bilden aber gleichzeitig die Grundlage für zukünftige Innovationen: Technologien wie KI, datengetriebene Anwendungen oder automatisierte Prozesse setzen eine konsistente Datenbasis und flexible Systemarchitektur voraus.
KI und Nachhaltigkeit erhöhen Modernisierungsdruck
Ein weiterer Blick auf die Ergebnisse der Transformationsstudie zeigt zudem, dass die Wirtschaft aktuell vor allem zwei Themen beschäftigen: Künstliche Intelligenz und Nachhaltigkeit. „Beides sind für viele Unternehmen zentrale Hebel für die Zukunft“, sagt Jan Schnier.
„Innerhalb der SAP-Welt lassen sich viele dieser Möglichkeiten jedoch erst in einer modernen Cloud-Architektur sinnvoll nutzen.“ Allerdings reiche es nicht aus, Systeme lediglich technisch in eine neue Betriebsform zu überführen. Entscheidend sei vielmehr die Qualität der zugrunde liegenden Daten sowie die Fähigkeit der Systeme, sich flexibel an neue Anforderungen anzupassen. „Wer die Grundlage vernachlässigt, bleibt trotz Cloud hinter den Möglichkeiten zurück“, so Schnier.
Risiko Anschlussverlust
Neben den technologischen Chancen stellt sich für viele Organisationen also im Umkehrschluss eine strategische Frage: Was passiert, wenn der Schritt in die Cloud weiterhin aufgeschoben wird?
Für Lars Vogel ist das Risiko klar: „Wer sich heute nicht mit der Cloud beschäftigt, läuft Gefahr, den Anschluss zu verlieren.“ Viele Innovationen entstünden inzwischen primär im Cloud-Umfeld. Gleichzeitig zeige sich in der Praxis, dass Unternehmen mit Cloud-Architekturen deutlich schneller skalieren und neue Funktionen implementieren können.
Hinzu kommen ganz praktische Herausforderungen klassischer On-Premise-Landschaften. „Gerade im ERP-Umfeld sehen wir immer häufiger, dass Unternehmen Schwierigkeiten haben, ihre Infrastruktur rechtzeitig zu erweitern oder neue Hardware zu beschaffen“, sagt Vogel. „Das kann die Reaktionsfähigkeit erheblich verlangsamen.“ Sich mit der Cloud auseinanderzusetzen, wird damit zur strategischen Notwendigkeit.
Wirtschaftliche Perspektive stärker berücksichtigen
Neben technologischen Fragen spielt vielerorts auch die wirtschaftliche Perspektive eine zentrale Rolle. Gerade im Mittelstand sind Total Cost of Ownership (TCO) und Return on Investment (ROI) entscheidende Faktoren. Ein möglicher Ansatz ist, die Transformation mit einem Managed-Service-Provider-Modell zu begleiten mit dem Ziel, wirtschaftliche Hürden zu reduzieren und gleichzeitig Raum für Innovation zu schaffen.
Innovation nicht erst nach der technischen Migration
Ein häufiges Muster vieler Transformationsprojekte besteht darin, dass Innovationspotenziale erst nach der technischen Migration betrachtet werden. In der Praxis führt dies jedoch häufig dazu, dass entsprechende Initiativen aus Budgetgründen auf unbestimmte Zeit verschoben werden. „In vielen Projekten hören wir nach der Conversion den Satz: Die Innovationen machen wir später“, sagt Vogel. „In der Realität fallen diese Themen dann häufig dem Budgetdruck zum Opfer.“
Der Managed-Services-Ansatz verfolgt deshalb eine andere Logik: Einsparungen im Projekt sollen gezielt genutzt werden, um neue Funktionen möglichst früh zu aktivieren, etwa in Bereichen wie Analytics, Automatisierung oder KI-gestützten Anwendungen.

Wie geht es nach der Transformation weiter? Wer übernimmt langfristig Betrieb und Weiterentwicklung der neue Cloud-Landschaft? Diese Fragen sind zentral für die unternehmensweite IT-Strategie und sollten vorab mit einbezogen werden. Auch hier können Managed-Service-Provider-Modelle unterstützen. Sie lassen sich sowohl während der Transformation als auch im späteren Betrieb einsetzen und schließen mögliche Lücken bei fehlendem SAP-Wissen im Unternehmen.
„Verlagert ein Unternehmen sein SAP-System in die Cloud, bewegt es sich automatisch stärker in den Support- und Betriebsstrukturen der Plattformanbieter“, erklärt Schnier. „Das setzt entsprechendes SAP-Know-how voraus.“ Ein Managed-Service-Provider könne hier als zentraler Ansprechpartner fungieren und beispielsweise Applikationssupport, Change-Management, Release-Management oder Betriebsservices übernehmen.
Das ermöglicht internen Teams, sich stärker auf ihre Geschäftsprozesse und strategischen Themen zu konzentrieren. Der Go-Live eines neuen IT-Systems sei kein Endpunkt, sondern nur einer von vielen Meilensteinen, verweist Schnier. Anschließend gehe es darum Prozesse zu harmonisieren, Datenqualität zu verbessern und zusätzliche Potenziale systematisch zu erschließen.
Tragfähiges Betriebsmodell für die Transformation
Die SAP-Transformation ist weniger eine technische als eine organisatorische und wirtschaftliche Aufgabe. Sie erfordert eine tragfähige Aufstellung von Ressourcen, Betrieb und SAP-Kompetenz. Gut eingesetzte Managed-Services-Modelle können dabei helfen, die Transformation und den weiteren Betrieb mit Business-Mehrwert abzusichern und Innovation kontinuierlich in die SAP-Landschaft zu integrieren.
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