S/4HANA-Transformation: 3 Faktoren, die über Projekterfolg oder Scheitern entscheiden

Die S/4HANA-Transformation gehört zu den komplexesten IT-Vorhaben, die ein Unternehmen durchlaufen kann. Umso wichtiger ist es für SAP-Anwenderunternehmen drei Faktoren besonders zu beachten:

 

1. Neutrale Beratung vor dem Projektstart

Eine der häufigsten Ursachen für überzogene Budgets und verfehlte Projektziele bei S/4HANA-Transformationen liegt in einer unzureichend vorbereiteten Startphase. Der Grund liegt in der Natur solcher Vorhaben: „Transformationsprojekte mit einem Change Impact dieser Größenordnung finden in Unternehmen nur alle 15 bis 20 Jahre statt“, weiß Stefan Meinhardt, Senior Advisor bei dr. Fuchs Senior Advisors. „Ohne neutrale Beratung orientieren sich Entscheider oft an den Vorstellungen der Dienstleister – statt an den eigenen Anforderungen, Zielen und Budgets.“ Eine unabhängige Vorstudie schaffe dagegen die sachliche Grundlage, auf der Betriebsmodell, Migrationspfad und Partnerauswahl belastbar bewertet werden könnten.

Eine These, die die BeteiligungsHolding Hanau GmbH (BHG) aus eigener Erfahrung bestätigen kann. Der kommunale Unternehmensverbund umfasst Stadtwerke, ÖPNV, Wohnungswirtschaft und KiTa-Betrieb und stand vor der Herausforderung, sein ECC-System mit über 15 Jahren Betriebshistorie grundlegend neu aufzustellen. „Das angekündigte ECC-Wartungsende war für uns nicht nur Verpflichtung, sondern gleichzeitig Chance für eine Neuausrichtung in der Unternehmenssteuerung“, blickt BHG-CFO Stefan Portz auf die Ausgangslage zurück. „Für die S/4HANA-Roadmap und die Wahl des Implementierungspartners war eine neutrale Beratung von außen für uns essenziell.“

 

2. Intelligente Transformationskonzepte

Nach Abschluss der Vorbereitungsphase gilt es, die Umsetzung möglichst effizient anzugehen. Dabei kann KI inzwischen wertvolle Hilfestellung leisten. Denn während SAP-Transformationen lange als schwer standardisierbare Einzelvorhaben galten, lassen sich Transformationsprozesse mithilfe spezialisierter KI-Agenten inzwischen deutlich effizienter organisieren. „Die Zukunft der SAP-Transformation liegt dabei nicht in einzelnen KI-Anwendungen, sondern in ihrem gezielten Zusammenspiel mit Transformationswissen, Governance und Prozessen“, unterstreicht Transformation Architect Julian Müller (Natuvion).

Das dahinterliegende Konzept bezeichnet er als „Transformation Operating System“. Es soll Menschen, spezialisierte KI-Agenten, akkumuliertes Transformationswissen und definierte Prozesse in einer integrierten Umgebung zusammenführen und so die Basis für replizierbare, skalierbare und auditierbare Transformationsvorhaben schaffen. Das kann vor allem Unternehmen mit mehreren geplanten S/4HANA-Rollouts, etwa in internationalen Konzernstrukturen oder bei Carve-outs, messbarer operative Vorteil erschließen.

 

3. Zukunftsfähige Support-Modelle

Mit dem Go-Live beginnt die nächste Bewährungsprobe. Denn der laufende S/4HANA-Betrieb wird für viele Unternehmen zur unterschätzten Belastungsprobe: Key-User-Strukturen erodieren, Fachbereiche sind dauerhaft ausgelastet, internen IT-Teams fehlen die Kapazitäten für den wachsenden Ticket-Bedarf. Zugleich erhöhen Business AI, kontinuierliche Cloud-Releases und steigende Systemkomplexität die Anforderungen an Application Management Services (AMS).

„Wer im SAP-Support jetzt nichts ändert, verliert den Anschluss“, warnt Nadine Burghardt (GAMBIT Consulting) „Ohne KI, flexible Modelle, volle Kostenkontrolle und Spezialisten drohen Stillstand, Frust im Team und eskalierende Tickets.“ Denn Business AI und kontinuierliche Cloud-Releases verändern den SAP-Betrieb schneller, als klassische AMS-Verträge darauf reagieren können. Zukunftsfähige Modelle setzen deshalb auf hochflexible Vereinbarungen, die sich am tatsächlichen Bedarfsverlauf orientieren. Auf der Anwenderseite ergänzen KI-Avatare diesen Ansatz: Sie bearbeiten Standardanfragen selbstständig, verkürzen Reaktionszeiten und schaffen so Freiräume für Spezialisten, die komplexere Fälle übernehmen.

 

Fundament für einen erfolgreichen S/4HANA-Umstieg  

„Erfolgreiche SAP-Transformationen erfordern mehr als technisches Projektwissen“, sagt IT-OnlineMagazin-Chefredakteurin Maike Rose. Eine neutrale Beratung vor dem Projektstart kann vor Fehlentscheidungen bei Betriebsmodell und Partnerwahl schützen. KI-Agenten spielen zukünftig eine immer größere Rolle: Sie machen die Umsetzungsphase skalierbarer und wiederholbar. Und im laufenden Betrieb müssen klassische Support-Modelle durch flexible, KI-gestützte AMS-Strukturen ersetzt werden. Alle drei Phasen zusammen entscheiden darüber, ob eine S/4HANA-Transformation langfristig trägt.

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