Ob Bedarfsplanung, S&OP, verfügbarkeitsbasierte Auftragsbestätigung oder integrierte Produktions- und Distributionsplanung – all das sind Geschäftsprozess-Projekte mit IT-Unterstützung, keine IT-Projekte mit Business am Rande. Doch auch heute noch starten viele Unternehmen, die eine durchgängige End-to-End-Planung einführen wollen, mit einem technischen Zielbild: ein System, ein Datenmodell, ein Rollout-Plan. Hier liegt der Fehler. Erfolgreiche Transformation entsteht, wenn Value Stream Leads von Beginn an die Führung übernehmen – weil sie Prozesse, Entscheidungen und Ergebnisse verantworten, Silos überwinden und IT mit Business verbinden.
Der Business-Value ist die informierte Planungsentscheidung des Planers vor dem System. Diese muss im Einklang mit der Geschäftsstrategie stehen – eine Herausforderung, die für nachhaltigen Erfolg entscheidend ist. Für APS-Implementierungen wie SAP IBP, SAP PP/DS, Kinaxis, o9 oder OMP sind diese Thesen durch Analystenforschung belegt. Gartner prognostiziert: Bis 2028 liefern 60 Prozent aller digitalen Supply-Chain-Adoptionsvorhaben den versprochenen Wert nicht.
Hauptursache sind unzureichende Investitionen in Skill-Aufbau und Weiterbildung, nicht die Technologie (Gartner Newsroom, Mai 2025). Und laut Supply Chain Management Review, April 2025, nennen 45 Prozent der Supply-Chain-Planungsverantwortlichen aktive Stakeholder-Kommunikation über den S&OP-Wertbeitrag als eine der drei wirkungsvollsten Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung.
Was Studien und die Praxis sagen
Das Problem liegt selten in der Technologie, sondern in Governance-Lücken, unklaren Entscheidungskompetenzen, mangelhafter Daten-Ownership und unzureichender Systemeinbindung. Ein technisch sauberes System, das reale Entscheidungswege nicht abbildet, wird umgangen – mit Excel-Schatten-Prozessen und Rückkehr zur alten Arbeitsweise. Verbesserungen entstehen nicht durch Software allein, sondern dadurch, dass Menschen neue Prozesse nutzen, ihnen vertrauen und in Entscheidungen einbauen.