Wie SNP die Integrated Toolchain bei der Transformation zu Cloud ERP nutzt

Veröffentlicht

21. Oktober 2026

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Redaktion IT-OnlineMagazin

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Wie SNP die Integrated Toolchain bei der Transformation zu Cloud ERP nutzt

SNP befindet sich aktuell auf dem Weg zu SAP Cloud ERP. Als international tätiges Unternehmen mit zahlreichen Gesellschaften, Standorten in verschiedenen Ländern, Schnittstellen und Fachbereichen ist dieser Schritt weit mehr als ein technisches Upgrade. Ziel ist es, Vereinfachung, Standardisierung und Skalierbarkeit konsequenter im Betriebsmodell zu verankern. Dabei spielt die SAP Integrated Toolchain eine wichtige Rolle – wie Matthias Schirner und Johannes Hurst (beide SNP Group) in ihrem Gastbeitrag für das IT-OnlineMagazin näher beschreiben. Denn SNP versteht die SAP Integrated Toolchain nicht als reine Werkzeuglandschaft, sondern als Arbeitsmodell, das Prozesse, Anforderungen, Umsetzung, Testing und Projektsteuerung enger miteinander verbindet.
 


Cloud-Transformationen bauen auf einer Historie auf

Johannes Hurst | Foto: SNP

Viele Unternehmen verbinden mit dem Wechsel in die Public Cloud die Hoffnung auf mehr Standardisierung, geringere Komplexität und ein zukunftsfähiges Betriebsmodell. In der Praxis zeigt sich jedoch schnell: Eine neue Plattform allein vereinfacht noch keine Organisation. Wer jedoch bestehende Prozessvarianten, unklare Verantwortlichkeiten und gewachsene Strukturen unverändert in ein neues System überführt, verlagert Komplexität häufig lediglich in eine modernere Umgebung.

Das wurde auch bei SNP sichtbar. Die aktuelle Transformation bei SNP baut auf mehreren vorhergehenden Entwicklungsschritten auf: von einer fragmentierten ERP-Landschaft über die Konsolidierung bis hin zu einem zentralen SAP S/4HANA-System und später dem Wechsel in die SAP S/4HANA Private Cloud Edition. Diese Maßnahmen haben zwar die Fragmentierung reduziert und das Betriebsmodell stabilisiert. Sie haben aber gleichzeitig deutlich gemacht,  dass eine technische Harmonisierung allein keine organisatorische Komplexität beseitigt. Ein zentrales System bedeutet nicht automatisch zentrale Prozesse, und ein Cloud-Betriebsmodell schafft nicht automatisch mehr Standardisierung.

Aus diesem Grund wird der Wechsel zu SAP Cloud ERP bei SNP nicht nur als Technologiewechsel betrachtet. Vielmehr geht es darum, Prozesse, Governance und Zusammenarbeit stärker an einem einheitlichen Zielbild auszurichten.

Fit-to-Standard braucht Nachvollziehbarkeit

Ein zentraler Bestandteil der Transformation bei SNP ist der Fit-to-Standard-Ansatz. Anders als bei klassischen Fit-Gap-Überlegungen steht dabei nicht die Frage im Mittelpunkt, wie bestehende Prozesse möglichst unverändert übernommen werden können. Stattdessen wird geprüft, wie sich der Standard nutzen lässt, um Prozesse einfacher, konsistenter und skalierbarer zu gestalten.

Diese Vorgehensweise muss zwangsläufig zu Entscheidungen führen. Genau deshalb ist Nachvollziehbarkeit entscheidend. Ergebnisse aus Workshops dürfen nicht in Präsentationen oder Protokollen verschwinden. Sie müssen später in Anforderungen, User Stories, Aufgaben und Testfällen wiederzufinden sein. Nur so entsteht eine belastbare Verbindung zwischen fachlicher Entscheidung und technischer Umsetzung.

Die eigentliche Herausforderung liegt in den Zusammenhängen

In großen Transformationsprogrammen entstehen zahlreiche Artefakte: Prozessmodelle, Anforderungen, User Stories, Tasks, Tests, Defects und Statusberichte. Die laufende Transformation bei SNP umfasst mehrere Regionen, 30 Buchungskreise in 21 Ländern, rund 700 Endanwender, 82 Scope Items, 87 User Stories und mehr als 700 Testfälle.

Die Herausforderung liegt dabei nicht in der Verwaltung einzelner Informationen, sondern in deren Zusammenhang. Welche Anforderung resultiert aus welchem Prozess? Welche User Story setzt sie um? Welche Tests validieren das Ergebnis? Und welche offenen Defects beeinflussen die Go-live-Readiness? Erst wenn diese Beziehungen sichtbar werden, entsteht eine belastbare Grundlage für Priorisierung und Steuerung.

Die Rolle der Integrated Toolchain

Um die Zusammenhänge zwischen Geschäftsprozessen, Anforderungen, Umsetzung und Testing transparenter zu machen, setzt SNP auf eine integrierte Toolchain. Ziel ist es, Informationen entlang des gesamten Projektverlaufs stärker miteinander zu verknüpfen und Medienbrüche zwischen den Tools zu reduzieren, um die Zusammenarbeit zwischen Fachbereich, Projektteam und IT zu vereinfachen und transparenter zu gestalten.

Wesentlich ist dabei weniger das einzelne Werkzeug als die Fähigkeit, Scope, Anforderungen, Umsetzungsaktivitäten, Tests und offene Themen in einem gemeinsamen Steuerungsmodell zusammenzuführen. Dadurch entstehen eine erhöhte Nachvollziehbarkeit und auch ein besseres Verständnis darüber, welche Entscheidungen getroffen wurden, welche Auswirkungen sie haben und wie weit deren Umsetzung fortgeschritten ist.

Im Projekt von SNP kommen hierfür unter anderem Werkzeuge der SAP Integrated Toolchain zum Einsatz. Der Mehrwert entsteht jedoch nicht durch die Einführung eines Tools allein, sondern durch die konsequente Pflege und Verbindung der unterschiedlichen Projektartefakte und die gemeinsame Nutzung durch Business, IT und Projektorganisation.

Aus Sicht von SNP hilft eine solche integrierte Arbeitsweise vor allem dabei, Probleme früher sichtbar zu machen. Wenn Prozesse unklar beschrieben sind, werden Anforderungen unscharf. Unscharfe Anforderungen führen häufig zu Interpretationsspielräumen bei User Stories und später zu Schwierigkeiten im Testing. Eine Integrated Toolchain verhindert solche Situationen nicht automatisch, macht sie jedoch früher erkennbar und damit besser steuerbar.

Transparenz entsteht im Projektalltag

Matthias Schirner | Foto: SNP

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Verankerung der Toolchain in den täglichen Projektabläufen. Sprint Pannings, Reviews, Retrospektiven und regelmäßige Abstimmungen sorgen dafür, dass offene Punkte frühzeitig sichtbar werden. Transparenz entsteht dadurch nicht erst in Statusmeetings oder Steering Committees, sondern kontinuierlich während der Umsetzung.

Gerade bei großen Transformationsprogrammen ist das entscheidend. Projekte geraten selten durch ein einzelnes Problem unter Druck. Häufig sind es viele kleine offene Punkte, die lange unentdeckt bleiben und später erhebliche Auswirkungen verursachen. Eine integrierte Arbeitsweise unterstützt dabei, solche Risiken früher zu erkennen und gezielter zu adressieren.

Learnings aus der bisherigen Transformation

Aus den bisherigen Erfahrungen lassen sich mehrere Erkenntnisse ableiten. Fit-to-Standard benötigt eine durchgängige Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen bis in die Umsetzung und Testing. Prozesse sollten möglichst früh End-to-End geklärt werden, da Unklarheiten sich später auf Anforderungen, Tests und Statusberichte auswirken und im schlimmsten Fall zu Verzögerungen beim Go-live führen können. Business und IT benötigen eine gemeinsame Faktenbasis, um Entscheidungen fundiert treffen zu können. Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass eine frühe (am besten vor dem Projekt) Festlegung der Toolchain, eine nachhaltige Governance über Integration und Inhalte sowie ein frühes Training und Coaching der Projektorganisation entscheidend sind.

Komplexität besser steuerbar machen

Der Wechsel zu SAP Cloud ERP ist für SNP der nächste Schritt in einer langfristigen Transformation. Im Mittelpunkt steht dabei nicht allein die Einführung eines neuen ERP-Systems. Entscheidend für den Transformationsprozess ist vielmehr die Fähigkeit, Prozesse, Anforderungen, Entscheidungen, Umsetzung und Tests durchgängig miteinander zu verbinden, um damit auch die Grundlage zu schaffen, das Tagesgeschäft durch KI unterstützen zu können und den Betrieb der Landschaft zu automatisieren.

Die SAP Integrated Toolchain unterstützt dabei, diese Zusammenhänge sichtbar zu machen und eine gemeinsame Arbeitsgrundlage für Business, IT und Projektorganisation zu schaffen. Ihr Ziel ist nicht, Komplexität verschwinden zu lassen. Vielmehr hilft sie dabei, Komplexität früher sichtbar, besser diskutierbar und damit beherrschbarer zu machen. Genau darin liegt aus Sicht von SNP ihr praktischer Nutzen auf dem Weg zu SAP Cloud ERP.

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Weiterführende Informationen

Der Gastbeitrag „Wie SNP die Integrated Toolchain bei der Transformation zu SAP Cloud ERP nutzt“ basiert auf einem Expert-Talk mit Matthias Schirner und Johannes Hurst während der 25. IT-OnlineKonferenz. Die vollständige Session wurde aufgezeichnet.

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