Wie Agentic AI im SAP-Umfeld eigenständig Geschäftsprozesse übernimmt
AI-Agents führen erstmals die Liste der gefragtesten SAP-KI-Funktionalitäten an. Sascha Göpfert (valantic) erklärt, was beim Einsatz von Business AI bedacht sein will.
Veröffentlicht
26. September 2014
Lesezeit
4 Minuten
Redaktion
IT-OnlineMagazin
Die Geschäftsprozesse von Unternehmen sind in ihren IT-Systemen abgebildet. Mit Process Mining lassen sie sich automatisch visualisieren, analysieren und optimieren. Der Anbieter Celonis aus München sorgt mit dieser Innovation für Furore. Wir interviewten Bastian Nominacher, den Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens.
Bastian Nominacher: Celonis bietet Process Mining an. Das ist eine Big Data Technologie, mit der die in IT-Systemen ablaufenden Prozesse live transparent gemacht werden können – beispielsweise in einem SAP ERP System.
Unsere Softwarelösung rekonstruiert auf Basis der in den IT-Systemen gespeicherten Daten die echten Geschäftsprozesse. Mit Celonis Process Mining können Unternehmen daher auf Knopfdruck ihre wirklich ablaufenden Prozesse visualisieren und analysieren.
Process Mining ist für alle Unternehmen relevant, die mehr Transparenz in ihre Unternehmensprozesse bringen möchten. Der Schwerpunkt liegt auf digitalen Prozessen mit bedeutenden wirtschaftlichen Auswirkungen, beispielsweise in Einkauf, Produktion, Vertrieb, Kundenservice oder im Rechnungswesen.
Aus Branchenperspektive ist das besonders für Unternehmen im Umfeld Automotive, Maschinenbau, Energieversorgung und Retail interessant.
Gerade für SAP Anwender ist Process Mining ein strategisches Thema und viele unserer Referenzkunden, wie beispielsweise ABB, Bayer oder Siemens, nutzen SAP.
Kurz gesagt verfolgen unsere Kunden mit dem Process Mining normalerweise eines der folgenden Ziele: Prozesskosten senken, Durchlaufzeiten verkürzen, Prozessqualität steigern, Prozesse standardisieren oder die Compliance in den Prozessen steigern.
Fachabteilungen identifizieren mit uns Schwachstellen und Optimierungspotentiale in den analysierten Prozessen: In einer globalen Supply Chain will man beispielsweise herausfinden warum es zu Lieferverzögerungen kommt oder warum die Lagerbestände so hoch sind. Ein anderes Beispiel ist die Analyse von unnötigen Doppelarbeiten, wie sie beispielsweise Preis- oder Mengenänderungen im Einkaufsprozess verursachen.
Aber auch bei Projekten zur Harmonisierung von Prozessen wird Celonis häufig von Fach- und IT-Abteilungen eingesetzt, um den IST-Zustand zu ermitteln und die Fortschritte der Initiative fortlaufend zu messen. Unsere Kunden bekommen dadurch ohne manuelle Tätigkeiten den echten Status der gelebten Prozesse.
Schlussendlich greifen Revisionsabteilungen und Wirtschaftsprüfer auf unser Produkt zurück, um in Prozessen Unregelmäßigkeiten und Verstöße gegen Compliance Vorgaben zu identifizieren. Process Mining wird in diesem Bereich umfassend genutzt: von der Aufstellung des Audit Plans, über die Prüfungsdurchführung bis zur Prüfungsnachbereitung – in allen Phasen unterstützen wir die Arbeit der Revisoren.
Unsere Kunden konnten ihre Prozesskosten um bis zu 30 Prozent senken, indem sie Optimierungspotentiale, wie die Reduktion von Prozessschleifen oder manueller Tätigkeiten, gehoben haben. Da oftmals unternehmenskritische Prozesse mit Millionen von Durchläufen, wie beispielsweise eine Supply Chain, analysiert werden, können hier bereits Verbesserungen an einzelnen Stellenschrauben zu erheblichen Kostenoptimierungen führen.
Ein klassisches Beispiel für den Nutzen von Process Mining ist die Analyse, welche zusätzlichen Aufwände durch fehlerhafte Lieferantenrechnungen entstehen. Wir rekonstruieren aus den Daten den Geschäftsprozess für diese Vorgänge. Dieses Szenario ist für viele unserer Kunden sehr relevant, da die Bearbeitung einer einzelnen fehlerhaften Lieferantenrechnung bereits Kosten von bis zu 50 Euro verursachen kann. Bei mehreren zehn- oder sogar hunderttausenden Rechnungsstellungen pro Jahr kommen signifikante Aufwände zusammen. Investments in eine Process Mining Lösung können sich in diesem Fall sehr schnell auszahlen.
SAP HANA ist für uns eine Schlüsseltechnologie, da wir damit die sehr großen Datenmengen unserer Kunden in Echtzeit verarbeiten können. Process Mining ist eine Big Data Herausforderung und wir sind für eine interaktive Performance und eine Verarbeitung in Sekundenbruchteilen angewiesen.
Neben der hohen Performance von SAP HANA ist die Plattform für uns vor allem auch wegen der sehr leistungsfähigen Verfahren zur Datenintegration von Bedeutung. Selbst für komplexe Szenarien, mit einer Vielzahl an Systemen, kann mit SAP HANA eine leistungsfähige, zentrale Datenplattform geschaffen werden.
Celonis Process Mining ist für den Betrieb auf SAP HANA zertifiziert und Unternehmen mit produktiven HANA Systemen können direkt die bestehenden Datenbeständen auswerten und ihre Prozesse visualisieren – sowohl im Sidecar Szenario und mit der Business-Suite-on-HANA.
AI-Agents führen erstmals die Liste der gefragtesten SAP-KI-Funktionalitäten an. Sascha Göpfert (valantic) erklärt, was beim Einsatz von Business AI bedacht sein will.
Was passiert bei der SAP S/4HANA-Migration mit analogen Geschäftsunterlagen, die nie digital waren? Ein Blick auf ein oft unterschätztes Transformationsrisiko.
Auf den DSAG-Personaltagen 2026 kündigte SAP Neuerungen rund um SuccessFactors, Employee Central Payroll, Sovereign Cloud und KI an. Was sie für die HR-Transformation bedeuten und wie die DSAG sie bewertet.
Redaktion
IT-OnlineMagazin