SAP-Payroll als Governance-Frage: Wieso die größten Hürden vor der Migration liegen
SAP HCM for S/4HANA oder SuccessFactors Employee Central Payroll? Warum die Technologiewahl wichtig, bei der Payroll-Migration aber erst der der zweite Schritt ist.
Veröffentlicht
07. Oktober 2015
Lesezeit
5 Minuten
Redaktion
IT-OnlineMagazin
Wie verändern Cloud Angebote das SAP-Partner Ökosystem und wie sollten SAP Partner ihre Vertriebsstrategie und das Marketing ausrichten? Wir fragten Prof. Dietmar Kilian, Geschäftsführer der PDAgroup und Professor für „Geschäftsprozess und Unternehmensnetzwerk“ am Management Center Innsbruck (MCI).
Dietmar Kilian: Die neuen Cloud Angebote der SAP verändern die Geschäftsmodelle der Partner radikal, wobei zu sagen ist, dass dies nicht nur SAP Partner, sondern alle Partner von IT Unternehmen wie beispielsweise auch Microsoft betrifft.
Die Partner dieser Unternehmen haben gar keine Wahl und müssen sich diesen Änderungen unterwerfen, da sie sonst in einigen Jahren kein Geschäft mehr machen werden. Auch die Anforderungen der Kunden und allgemein die Lösungsangebote ändern sich und somit müssen sich auch die Angebote von Partnern transformieren.
So ist es etwa nicht zu vermeiden, dass sich Produkte und Services innerhalb eines Unternehmens umstrukturieren, damit sie künftig individuell beziehbar werden und dem Kunden auch im Laufe der Zeit zusätzliche Ad-ons und Produkterweiterungen verkauft werden können.
Natürlich müssen sich die Vertriebsstrategien, Organisationen und Anreizsysteme ändern. Im Vertriebsprozess wird das virtuelle Marketing unter Nutzung von Social Media einen wesentlichen Platz einnehmen. Messen und andere Aktivitäten werden schrittweise an Relevanz verlieren, dafür wird die Web-Präsenz, das heißt die virtuelle Darstellung eines Unternehmens und dessen Angeboten, maßgeblich den Anreiz eines potenziellen Kunden zum Kauf eines Produktes oder einer Dienstleistung beeinflussen. Studien, zum Beispiel von Gartner, prognostizieren für 2020, dass 85% aller Verkaufsentscheidungen bzw. Vorentscheidungen virtuell getroffen werden.
Aus dieser Perspektive heraus benötigt ein Vertriebsmitarbeiter der Zukunft andere Skills – insbesondere Analyse-, Qualifikations-, Coaching- und Consultingfähigkeiten, Kenntnisse zu den jeweiligen Herausforderungen in einer Branche setzen wir hier natürlich voraus. Die Nachhaltigkeit einer Geschäftsbeziehung wird noch wichtiger und Fehlentscheidungen sind für Kunden nicht mehr so problematisch, da ein Wechsel zu einer anderen Lösung einfacher ist.
Für den Anbieter wird jedoch die Zufriedenheit des Kunden noch wichtiger, um einen kontinuierlichen Nachverkauf bzw. das Angebot von zusätzlichen Lösungen zu ermöglichen. All diese Punkte sind in einem Anreizsystem für die Beteiligten im Vertriebsprozess zu berücksichtigen, auch Bonus-Systeme werden sich ändern.
Wie schon angesprochen verändern sich die Anforderungen der Kunden und so auch die Beziehung von Lösungsanbietern und Kunden. In diesem Zusammenhang entstehen für zukunftsorientierte Anbieter auch sehr viele Chancen.
Der Aufbau von Kundenzufriedenheit über die Lösungen ist der eine Weg, der andere ist die Chance beim Kunden zum Trusted-Advisor zu werden und somit zusätzliche Lösungen für neue Anforderungen der Kunden zu generieren.
In diesem Zusammenhang ist eine noch stärkere Fokussierung auf selektierte Branchen und spezifische Prozesse wichtig, um auch als qualifizierter Gesprächspartner wahrgenommen zu werden.
Die Anforderungen an ein Marketing im Unternehmen werden immer wichtiger, somit aber auch die Qualifikationen der Marketingmitarbeiter. Der Beitrag des Marketings ist bei Nutzung einer virtuellen, Social Media-basierten Leadgenerierung bzw. Unternehmens und Lösungspräsentation massiv entscheidungsrelevant.
Heutzutage informiert ein Marketing nicht mehr den Kunden, es klärt ihn auf. Kaufentscheidungen werden nicht erst nach der ersten Kontaktaufnahme, sondern schon viel früher entschieden. Generell lässt sich dennoch sagen, dass auch der Beitrag des Marketings messbar ist und in ein Anreizsystem integriert werden muss.
Hinsichtlich Quick-Wins sollte ein SAP Partner folgende Punkte in Betracht ziehen:
Diese Ratschläge möchte ich gerne SAP-Partnern mitgeben:
Vielen Dank, Herr Kilian.
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