Erika Dean wird Chief Information Security Officer bei Tricentis
Erika Dean wird künftig als Chief Information Security Officer (CISO) die globale Sicherheitsstrategie bei Tricentis verantworten.
Redaktion
IT-OnlineMagazin
Veröffentlicht
20. April 2026
Lesezeit
6 Minuten
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SAP S/4HANA lässt sich heute auf zwei grundlegend verschiedene Weisen erweitern: eng gekoppelt über das ABAP RESTful Application Programming Model (ABAP RAP) – oder eigenständig über das SAP Cloud Application Programming Model (CAP) auf der SAP BTP. Beide Modelle adressieren unterschiedliche Architekturschichten. Eduard Kumbeiz (COMLINE SE) zeigt in seinem Gastbeitrag, wo CAP seine strukturellen Stärken ausspielt und wie KI-Unterstützung durch Joule beide Entwicklungswege messbar beschleunigen kann.
In unserem letzten Beitrag haben wir gezeigt, wie ABAP-Teams ihre Expertise in die Cloud überführen – mit Cloud ABAP und dem ABAP RESTful Application Programming Model auf der SAP BTP. Die Kernbotschaft: ABAP stirbt nicht, es transformiert sich. RAP ist das moderne Entwicklungsparadigma für S/4HANA-Erweiterungen – on-stack im S/4HANA-System selbst oder side-by-side auf der SAP BTP, jeweils mit tiefer nativer Kopplung an SAP S/4HANA.
Wer diesen Beitrag gelesen hat, könnte schlussfolgern: ABAP RAP deckt alles ab. Für S/4HANA-erfahrene Teams stimmt das in vielen Szenarien. Aber es gibt eine Kategorie von Anforderungen, die RAP strukturell nicht adressiert – und genau dort setzt das SAP Cloud Application Programming Model (CAP) an.
ABAP RAP – ob on-stack oder side-by-side auf SAP BTP – ist eng und bewusst an SAP S/4HANA gekoppelt. Genau das macht es stark: natives Typsystem, direkter Zugang zu Geschäftsobjekten, semantisches Verständnis des S/4HANA-Datenmodells ohne API-Umwege. Wer einen Beschaffungsprozess um eine eigene Eskalationsregel erweitern will, ist mit RAP genau richtig.
Diese enge Kopplung ist aber gleichzeitig eine strukturelle Grenze. RAP-Anwendungen sind S/4HANA-Erweiterungen – sie denken in S/4HANA-Entitäten, sie leben im oder direkt neben dem S/4HANA-System. Für Szenarien, die ein eigenes Domänenmodell brauchen, mehrere Quellsysteme integrieren oder eine vollständig eigenständige Anwendungslogik aufbauen, ist RAP schlicht nicht das richtige Werkzeug. Nicht weil es schwach wäre – sondern weil es für einen anderen Zweck gebaut wurde.
Was CAP und Joule in der Entwicklungspraxis bedeuten – vom ersten Prompt bis zur produktiven Anwendung, inklusive Joule-gestützter Entscheidungsunterstützung – zeigt Eduard Kumbeiz im Webinar „Full-Stack SAP Cloud: CAP Framework und Joule-gestützte Erweiterungen im Praxiseinsatz“.
Wann: Mittwoch, 20. Mai
Start: 14:00 Uhr | Dauer: 60 Minuten
Anmeldung: Jetzt registrieren
Das SAP Cloud Application Programming Model hingegen verfolgt einen grundlegend anderen Architekturansatz. CAP ist ausschließlich als Sidecar konzipiert: Die Anwendung läuft auf SAP BTP, kommuniziert über standardisierte OData- oder REST-APIs mit SAP S/4HANA – und bleibt architektonisch bewusst außerhalb des S/4HANA-Systems. Es gibt keinen direkten On-Stack-Zugang, keine native S/4HANA-Laufzeitintegration. Stattdessen beschreibt CAP eine eigene Domäne, in der SAP S/4HANA eine von potenziell mehreren Datenquellen ist.
Was auf den ersten Blick nach einer Einschränkung klingt, ist in der Praxis häufig genau der richtige Ansatz – besonders in drei typischen Szenarien:
In der Praxis sind RAP und CAP keine Alternativen, die gegeneinander abgewogen werden – sie adressieren unterschiedliche Schichten einer BTP-Architektur:
Viele Unternehmen betreiben beide Modelle parallel – und das ist kein Architekturwiderspruch, sondern eine saubere Trennung von Verantwortlichkeiten: Eine RAP-basierte Erweiterung des S/4HANA-Bestellprozesses on-stack, und ein CAP-basiertes Lieferantenportal, das denselben Prozess von außen zugänglich macht. Wir reden von unterschiedlichen Werkzeugen für unterschiedliche Aufgaben auf einer gemeinsamen Plattform.
Mit dem SAP Fiori Tools Project Accelerator können Teams aus UI-Skizzen, Figma-Modellen oder detaillierten User Stories CDS-Datenmodelle, OData-Services und eine funktionierende Fiori-Grundstruktur erstellen. Die KI-Unterstützung beschränkt sich nicht auf das erste Gerüst: Auch bei späteren Aufgaben wie Verarbeitungs- und Validierungslogik, Event Handler und Annotationen liefert Joule passende Code-Vorschläge auf Basis von User Prompts. Dadurch werden Routineaufgaben minimiert, die Entwicklung beschleunigt und der Schwerpunkt kann auf die fachliche Logik gelegt werden. Prototyping, das früher Tage in Anspruch nahm, wird damit zur Aufgabe von Stunden.
CAP-Entwickler profitieren zusätzlich vom Open-Source MCP-Server für CAP, der KI-Agenten wie Claude Code oder GitHub Copilot mit projektspezifischem Kontextwissen versorgt – von CDS-Servicestrukturen bis zu Best Practices. Dass sich der Einsatz rechnet, belegen Zahlen aus der Praxis: Bosch Digital hat Joule for Developers auf 1.500 Entwickler ausgerollt und misst eine Produktivitätssteigerung von 20 Prozent sowie 15 bis 20 Prozent schnellere Erstellung von Unit-Tests.
Eduard Kumbeiz ist Head of SAP Innovation & Cloud Transformation bei COMLINE SE. Mit über 20 Jahren SAP-Erfahrung begleitet er Unternehmen bei der strategischen Modernisierung ihrer SAP-Landschaften – von klassischem Custom Code hin zu ABAP Cloud, RAP und Clean-Core-konformen Architekturen auf S/4HANA, Private Cloud und SAP BTP. Bei COMLINE SE verantwortet er die Entwicklung moderner SAP-Services und unterstützt Teams dabei, ihre vorhandene Expertise in zukunftsfähige, skalierbare Architekturen zu überführen.
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