SAP Autonomous Enterprise: Wie Unternehmen Agenten vertrauen können
Quality Assurance (QA) ist nicht nur während der Migration, sondern auch im laufenden Betrieb unverzichtbar. Was es dazu braucht.
Veröffentlicht
14. September 2026
Lesezeit
5 Minuten
Redaktion
IT-OnlineMagazin
Foto: Ki-generiert
Künstliche Intelligenz (KI) zählt für SAP-Anwenderunternehmen zu den wichtigsten Treibern der IT-Transformation, allen voran agentische KI: Erstmals führen KI-Agenten die Rangliste der gefragtesten SAP Business AI Services an. Das zeigt: Das Potenzial von Business AI wird in der SAP-Community deutlich wahrgenommen. Nichtsdestotrotz bleiben hinsichtlich der sicheren, transparenten und wirtschaftlichen Nutzbarkeit von Business AI etliche Fragen zu klären. Mögliche Antworten diskutieren SAP, SAP-Kunden und SAP-Partner vom 21. bis 24. September auf der 25. IT-OnlineKonferenz.
KI verändert Methoden, Werkzeuge und die Zusammenarbeit im gesamten Transformationsprozess. „AI wird sämtliche Arbeitsweisen verändern“, zeigt sich Anja Schneider (SVP, Head of Customer Engagement & Adoption MEE, Customer Value Group bei SAP) im Interview mit dem IT-OnlineMagazin überzeugt. „Wer sich jetzt nicht mit AI beschäftigt, verpasst den Anschluss. Besser ist es, schon heute Teil des Zugs zu sein. Und am besten ist es, ganz vorne zu sitzen.“ In ihrer Keynote zur 25.IT-OnlineKonferenz spricht sie am 21. September darüber, welche Rolle KI in der nächsten Generation der Cloud-Transformation einnehmen sollte und wie man KI-Innovationen Schritt für Schritt in nachhaltig messbarem Geschäftswert verwandeln kann.
Themen die in der SAP-Community auf fruchtbaren Boden fallen dürften. Denn aktuell setzen laut der internationalen Transformationsstudie 2026 zwar bereits dreiviertel (76,3 Prozent) der befragten Unternehmen KI systematisch ein, doch fast ebenso viele (71 Prozent) Unternehmen verfehlen ihre Projektziele. „KI treibt Transformation an. Über den Erfolg entscheiden aber andere Faktoren: Datenqualität, Transparenz und die Fähigkeit, den Kurs flexibel anzupassen“, verweist Roland Storbeck, Local Head of Transformation bei Natuvion. Gemeinsam mit NTT DATA Business Solutions und der KLS Martin Group spricht er am 22. September auf der IT-OnlineKonferenz über das bestehende KI-Paradoxon und darüber, welche Erkenntnisse sich aus der Transformationsstudie ableiten lassen.
Denn Datenqualität ist beim SAP S/4HANA-Umstieg nur eine Baustelle unter vielen. Beispielsweise entfällt allein rund ein Drittel der Gesamtkosten bei der Cloud-Migration auf die Quality Assurance. Schon beim Testmanagement zeigt sich, wie viel Sorgfalt eine belastbare SAP-Transformation erfordert, und wie sehr KI hier inzwischen entlasten kann.
Was Agentic AI Testing ganz konkret zur Kostenreduzierung beitragen kann, schildern Tricentis und der Energiekonzern OMV am 21. September auf der IT-Onlinekonferenz – und stützen sich dabei auf konkrete Projekterfahrungen: Mittlerweile deckt die automatisierte Testung bei OMV 80 Prozent der geschäftskritischen Prozesse ab, KI-gestützte Impact-Analyse halbierte die Testdauer. „Statt bei jeder Änderung das gesamte System zu testen, wissen wir heute genau, wo Risiken stecken, das macht Qualitätssicherung planbar, auch bei laufendem Betrieb“, resümiert Michael Gahler, S/4HANA Technology and Quality Manager bei OMV.
Effizientes Testing allein ist jedoch kein Erfolgsgarant, wenn am Ende Fachbereich, IT und Projektteam aneinander vorbeiarbeiten. „Der Weg zu SAP Cloud ERP führt über Fit-to-Standard und erfordert neue Formen der Zusammenarbeit“, berichtet Matthias Schirner, Manager Global IT Business Applications bei der SNP Group. „Integrierte Tools, klare Governance, transparente Entscheidungen und durchgängig abgestimmte Prozesse schaffen ein gemeinsames Arbeitsmodell für einen erfolgreichen globalen Roll-out.“
Um dies zu etablieren, nutzte der SAP-Partner beim eigenen Umstieg auf SAP Cloud ERP die SAP Integrated Toolchain. Welche Erfahrungen SNP damit gemacht hat und wie sie die Projekttransparenz und -geschwindigkeit erhöht, verraten Matthias Schirner und Johannes Hurst (beide SNP) am 24. September im Expert-Talk.
Die Integrated Toolchain verknüpft SAP Signavio, SAP LeanIX, SAP Cloud ALM, WalkMe, Syniti und Tricentis und soll die S/4HANA-Transformation von A bis Z unterstützen. „Unsere Tools liefern im Einzelnen bereits echten Mehrwert. Aber erst integriert und durch KI-Agenten orchestriert, wird aus 1+1 mehr als 2″, unterstreicht SAP-Expertin Julia Meyer. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Till Trautewig spricht sie auf der 25. IT-OnlineKonferenz am 21. September über bestehende und künftige Verknüpfungen von SAP Signavio innerhalb der Toolchain und zeigt in einer Live-Demo direkt anwendbare AI-Features in SAP Signavio.
Dass Business AI nicht nur die Cloud-Transformation, sondern auch die Entwicklung rund um SAP verändert, zeigt der Erfahrungsbericht von T-Systems International und Simplifier am 22.September. Mit dem Simplifier MCP-Server erzielte T-Systems eine Produktivitätssteigerung von 20 bis 40 Prozent pro Entwickler, 90 Prozent der Artefakte im letzten Sprint entstanden gemeinsam mit KI.
Wichtige Voraussetzung für den Erfolg ist für Marco Spoel, KI-Produktmanager und Low-Code-Architekt bei T-Systems International: „Geschwindigkeit ohne Kontrolle ist riskant, Kontrolle ohne Geschwindigkeit erzeugt Rückstau. AI und Low-Code lösen dieses Dilemma nur gemeinsam, als governed Platform, nicht als Vibe-Coding-Experiment.“
Egal, in welcher Phase der SAP-Transformation man sich befindet, der gemeinsame Erfolgsnenner ist überall gleich: KI liefert dort den größten Nutzen, wo sie auf saubere Daten, klare Prozesse und ein abgestimmtes Zusammenspiel von Menschen und Werkzeug trifft. Fehlt diese Grundlage, wird aus dem versprochenen Beschleuniger schnell ein weiterer Unsicherheitsfaktor.
„Wer Business AI also wirklich nutzen will, kommt an seinen eigenen Hausaufgaben nicht vorbei, nämlich Governance, Datenhygiene und Rollenklarheit so früh wie möglich zu schaffen“, resümiert IT-OnlineMagazin-Chefredakteurin Maike Rose. Erst dann wird aus dem viel beschworenen Potenzial ein belastbarer, messbarer Geschäftswert.
Vom 21. bis 24. September 2026 widmen wir uns beim Themenspecial der 25. IT-OnlineKonferenz intensiv der Frage, wie sich die Lücke zwischen gefühlter und tatsächlicher Sicherheit schließen lässt. CSOs und Entscheider aus IT- und Fachbereich erhalten wertvolle Impulse aus Strategieberichten, Erfahrungen und Empfehlungen von SAP-Kunden und SAP-Partnern.
Quality Assurance (QA) ist nicht nur während der Migration, sondern auch im laufenden Betrieb unverzichtbar. Was es dazu braucht.
Ergebnisse der Transformationsstudie 2026 von NTT DATA Business Solutions und Natuvion und was sich daraus lernen lässt.