ALM-Konzept spielt beim S/4HANA-Umstieg eine wichtige Rolle

Ein ganzheitliches ALM (Application Lifecycle Management) nimmt eine wichtige — aber häufig unterschätzte — Rolle in der S/4HANA-Transformation ein. Von Daniel Kohl (Geschäftsführer von Synaworks) wollte ich wissen, was er bei der S/4HANA-Einführung in Bezug auf das ALM empfiehlt und was man unbedingt vermeiden sollte.

Herr Kohl ist Gast eines Expert-Talks zur IT-Onlinekonferenz 2021 „SAP S/4HANA, SAP-Optimierung, Effizienzsteigerung und Digitale Transformation“ und berichtet dort gemeinsam mit Christoph Beyer von Lanxess, wie sie die Komplexität von SAP S/4HANA mit einem ganzheitlichem ALM managen.

 

Herr Kohl, was sollten Unternehmen bei der S/4HANA-Einführung unbedingt beachten — und was vermeiden?

Daniel Kohl: Es geht vor allem darum, die Komplexität in den Griff zu bekommen. Dabei hilft eine geeignete Methodik mit einem entsprechenden Handlungsrahmen – er gibt Orientierung, die notwendige Struktur und erlaubt, Themen zu priorisieren und letztlich die Komplexität zu reduzieren. Innerhalb des Handlungsrahmens müssen die relevanten Einflussfaktoren adressiert werden wie bspw. Prozesse, Daten, Technologie, Methoden (ALM) oder die Frage, wie die Mitarbeiter zu involvieren sind.

Vermieden werden sollte, das S/4HANA Projekt aus einer rein technischen Brille anzugehen. Eine S/4HANA Transformation ist ein großes Veränderungsprojekt – mit Auswirkungen auf die Organisation und die Mitarbeiter.

Diese Aspekte sollten frühzeitig berücksichtigt werden!

 

Was sind die Herausforderungen zum Application Lifecycle Management beim S/4HANA-Umstieg?

Zu Beginn geht es darum, ein gemeinsames Verständnis bei allen Beteiligten zu schaffen. Das bedeutet vor allem, das Warum und das Wozu eines ganzheitlichen ALM zu klären und transparent zu machen.

Danach sollte in einer Konzeptphase die für die Organisation maßgeschneiderte Roadmap für die Umsetzung definiert werden. Das beinhaltet auch die Frage, wie vorhandene Tools wie bspw. JIRA adäquat integriert werden können.

 

Und wie kann man diese Hürden überwinden?

Indem über geeignete und geführte Workshop-Formate Zweck und Mehrwerte in dem jeweiligen Organisations-Kontext gemeinsam erarbeitet werden und individuelle Ableitungen aus Best-Practices erfolgen.

Entscheidend ist es, auf der IT-Prozessebene und nicht auf der Tool-Ebene zu starten. Damit wird sichergestellt, dass der Fokus auf dem Design von integrierten Abläufen und Prozessen liegt. Erst danach sollte überlegt werden, welche Tools für die Umsetzung geeignet erscheinen.

Da es kein „one-size-fits-all“ gibt, ist die individuelle Erstellung eines ALM-Konzeptes ein wichtiger Erfolgsfaktor in der Planungsphase. In der Umsetzung helfen Tool- und Methoden Coaches, die neuen IT-Prozesse im Projektalltag zu implementieren und zu etablieren.

 

Welche Fehleinschätzungen beobachten Sie in S/4HANA-Projekten?

Vor allem drei Aspekte: Erstens: S/4HANA-Transformation werden noch zu häufig als reine IT-Projekte begonnen. Zweitens: Fehlende methodisch- strukturierte Vorgehensweise, um einen reibungslosen Übergang von Projekt zu Betrieb zu gewährleisten. Drittens: Technologische Veränderungen haben Auswirkungen auf Business-Prozesse und damit massive Auswirkungen auf die Organisation und Mitarbeiter. Dieser Change wird häufig nicht ausreichend berücksichtigt.

 

Was erfahren wir von Ihnen bei der IT-Onlinekonferenz 2021?

Die Teilnehmer erhalten Einblicke in die Vorteile eines ganzheitlichen ALM auf den Ebenen Organisation, Prozesse und Technologie.

Wir zeigen aus der Praxis, wie ein ganzheitliches ALM bei der agilen Einführung und dem sicheren Betrieb von SAP S/4HANA unterstützen kann und wie die oben angesprochenen Herausforderungen in der Praxis adressiert werden können.

 

Was wird 2021 das dominierende Thema in der SAP-Community?

Die notwendige Neupositionierung der IT-Organisation innerhalb des Konzerns — die S/4HANA Einführung bietet dafür eine gute Gelegenheit.

 

Vielen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte Helge Sanden, Chefredakteur des IT-Onlinemagazins.

 

 

Ausführliche Informationen bei der IT-Onlinekonferenz 2021:

Sie können diesen und alle Beiträge der #ITOK21 live (25.01. – 28.01.) oder als Aufzeichnung verfolgen und eigene Fragen an die Experten stellen.

Bei der IT-Onlinekonferenz geben SAP-Kunden vier Tage lang Erfahrungsberichte aus S/4HANA-Projekten und SAP-Optimierungen. Zusätzlich gibt es vielfältige Interaktions- und Networking-Möglichkeiten.

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