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Prozessmanagement: Der SAP Solution Manager 7.2 als zentrales Werkzeug

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Posted 29. Januar 2018 by Redaktion IT-Onlinemagazin in IT-Leiter

Der SAP Solution Manager 7.2 ermöglicht eine vollständige Steuerung aller Geschäftsprozesse über den gesamten Lebenszyklus einer SAP-Lösung — und das integriert, mit nur einem Werkzeug.

Warum das Vorteile für das Management von Prozessen, Projekten und SAP-Systemlandschaften leisten kann, verdeutlicht Jan Rauscher in seinem Gastbeitrag. Er gibt ferner Tipps aus der Praxis, wie man Geschäftsprozesse dokumentiert, wie man am besten anfängt und was man aus bestehenden Dokumentationen gegebenenfalls übernehmen kann.

Jan Rauscher gehört zum Autorenteam des SAP-Partners SALT Solutions, das ein Praxishandbuch für den SAP Solution Manager 7.2 bei SAP PRESS herausgebracht hat. Er leitet den Geschäftsbereich „SAP Solution Manager Beratung“.

 

 

 

Prozessmanagement: Vorteil und Nutzen des SAP Solution Managers 7.2

Das grundlegend überarbeitete und verbesserte Prozessmanagement stellt wohl eine der tiefgreifenden Änderungen im SAP Solution Manager 7.2 dar. Die bekannten Transaktionen SOLAR01, SOLAR02, SOLAR_PROJECT_ADMIN sollten nur noch für die Anzeige alter Prozesse verwendet werden. Die Anwendung wurde aus dem SAP GUI in eine browserbasierte Applikation überführt.

 

Grafische Prozessmodellierung in BPMN 2.0

SAP Prozessmodellierung

Neuer Editor für die Prozessmodellierung

Des Weiteren gibt es nun die Möglichkeit, Prozesse grafisch mit BPMN 2.0 (Business Process Model and Notation) zu modellieren. Ziel der Geschäftsprozessmodellierung ist es, an zentraler Stelle eine Prozessdokumentation zu schaffen, die von allen Projektbeteiligten verstanden wird. Dies sind sowohl Business-Analysten, die die initialen Prozesse modellieren, als auch technische Entwickler, die die Prozesse im System umsetzen, und Prozessmanager, die die Prozesse managen und überwachen.

Durch die neu integrierte Modellierung mit BPMN 2.0 soll eine Brücke zwischen den verschiedenen Anforderungen der Beteiligten an die Prozessdokumentation geschaffen werden.

Mit dem Release 7.2 wurde das Konzept der Bibliotheken eingeführt. Alle in Prozessen verwendeten Elemente lassen sich im Original in diesen Bibliotheken ablegen und in mehreren Prozessen wiederverwenden. Dies verringert den initialen Aufwand bei der Dokumentation eines Prozesses und erleichtert die Pflege bei der Änderung eines Prozesselements.

 

Redundanz verringert und Wartbarkeit verbessert

SAP Solution Manager WiederverwendungskonzeptEines der grundlegenden Konzepte des SAP Solution Manager 7.2 ist das Wiederverwendungskonzept. Zentrale Grundlage dieses Konzeptes sind die verschiedenen Bibliotheken, in denen Originalelemente dokumentiert werden, auf die bei der Dokumentation der Geschäftsprozesse referenziert wird. Die Verwendung von Bibliotheken reduziert Redundanzen und bringt gleichzeitig Fach- und IT-Abteilung näher, indem eine gemeinsame Dokumentation der Geschäftsprozesse ermöglicht wird.

Hinderliche Restriktionen und Fallstricke in früheren Versionen, wie beispielsweise die Dreistufigkeit bei der Dokumentation von Prozessen (Szenario, Prozess und Prozessschritt) wurden aufgebrochen.

 

Bessere Projektunterstützung: Lifecycle Management für Prozesse

Ebenfalls neu im SAP Solution Manager 7.2 ist das Konzept der Branches (Zweige). Diese bieten die Möglichkeit, unterschiedliche Versionen der Lösungsdokumentation darzustellen und die Lösungsdokumentation damit in das Lebenszyklus-Konzept zu integrieren.

Als Branch wird eine Version einer Lösung bezeichnet. Diese Versionen beinhalten alle dokumentierten Systeme, Applikationen und Prozesse eines Unternehmens. Die aktuell gültige Produktivlösung ist beispielsweise im Produktiv-Branch dokumentiert.

Mit diesen Branches lässt sich der Lebenszyklus einer Lösung sehr gut abbilden und verwalten. Sie ermöglichen auch eine strikte Trennung zwischen Implementierungsprojekten, Wartungsprojekten und dem produktiven Betrieb.

Das Prozessmanagement ist eine zentrale Funktionalität des SAP Solution Managers und in viele andere Teilbereiche integriert. Um beispielsweise die Funktionen der Test-Suite nutzen zu können, werden dokumentierte Prozesse in der Lösungsdokumentation benötigt. Bei Änderungen an bestehenden Prozessen, kann das Projektmanagement eine zentrale Rolle spielen.

 

Verbessertes Change Request und Release Management

Prozessmanagement SAPÄnderungen der bestehenden Prozesse können beispielsweise an ein Release gebunden sein. Das Change Request Management steuert die Implementierung der Änderungen. Folglich interagieren Prozessmanagement, Release Management und Change Request Management eng miteinander.

Über das Change Request Management sind zudem das Transportmanagement und das IT-Servicemanagement mit dem Prozessmanagement verbunden. Prozesse und Schnittstellen können mit dem Geschäftsprozess-Monitoring überwacht werden. Da Prozesse und Schnittstellen in der Lösungsdokumentation dokumentiert werden, baut diese Funktionalität ebenfalls auf dem Prozessmanagement auf.

 

Lösungsdokumentation aus Prozess- und Systemperspektive

Unter dem Begriff Lösungsdokumentation wird die Prozessperspektive einer Lösung zusammengefasst. Die Lösungsdokumentation umfasst den vollständigen Dokumentationsinhalt einer Lösung, einschließlich der Bibliotheken und Geschäftsprozesse.

Eine Lösung kann aus zwei verschiedenen Perspektiven betrachtet werden. Aus der Prozessperspektive werden in einer Lösung alle Geschäftsprozesse eines Unternehmens dokumentiert. Aus der Systemperspektive beinhaltet eine Lösung alle Systeme eines Unternehmens, die durch Schnittstellen miteinander verbunden sind.

 

Lösungsverwaltung als Single Source of Truth

Anhand von Branches können verschiedene Lebenszyklusversionen der Lösungsdokumentation verwaltet werden. Mit dem neuen Lösungskonzept im SAP Solution Manager 7.2 schafft SAP eine Struktur, die es ermöglicht, das Prozessmanagement über den gesamten Lebenszyklus hinweg einzusetzen. Die Dokumentation der Prozesse wird hierdurch unabhängig von der Lebenszyklusphase, in der sich der Prozess aktuell befindet.

Somit können die Vorteile des Prozessmanagements bereits in frühen Phasen der Projekte genutzt werden. Gleichzeitig besteht eine hohe Integration zwischen dem Prozessmanagement und anderen Bereichen des SAP Solution Manager.

Die Lösung ist somit ein zentraler Zugriffspunkt im SAP Solution Manager 7.2 und wird in diesem Zusammenhang häufig auch als Single Source of Truth bezeichnet.ALM SAP

 

 

Empfehlungen aus der Praxis:

 

Wie dokumentiert man die Geschäftsprozesse?

Es empfiehlt sich zunächst, alle Bibliotheken aufzubauen und die einzelnen Elemente unabhängig von konkreten Prozessen zu dokumentieren. Anschließend kann mit der Dokumentation der Geschäftsprozesse begonnen werden. Damit werden Redundanzen vermieden und das Wiederverwendungskonzept maximal ausgenutzt.

Mit der Nutzung der grafischen Modellierungsoberfläche besteht zudem die Möglichkeit die Prozesse übersichtlich in der Notationsart BPMN 2.0 zu dokumentieren. Geschäftsprozesse und Bibliotheken bilden gemeinsam die Lösung ab.

 

Wie fängt man an?

Das kommt darauf an, in welcher Phase des Lebenszyklus sich die Prozesse befinden.

Führt man beispielsweise SAP gerade ein, so können die Prozesse im Rahmen des Designs im SAP Solution Manager aus dem Einführungsprojekt heraus gleich dokumentiert und modelliert werden.

Sind die Prozesse bereits produktiv stellt sich zunächst die Frage: gibt es bereits eine aktuelle Dokumentation auf der aufbauend die Prozesse im SAP Solution Manager abgebildet werden können? Oft sind Beschreibungen der Prozesse nach einiger Zeit veraltet und müssen erst wieder mit viel Aufwand neu beschrieben werden. Zusätzlich werden oft unterschiedliche Medien zum Dokumentieren und Ablegen verwendet. Das erschwert es, alle Prozessdokumentationen unternehmensweit an einem Ort zusammenzutragen. Dieses Dilemma kann mit der Nutzung des SAP Solution Manager 7.2 umgangen werden.

 

Was kann man aus Altsystemen übertragen?

Bei einer Neuinstallation des SAP Solution Manager 7.2 steht die alte Dokumentation der Geschäftsprozesse nicht mehr zur Verfügung. Es besteht keine Möglichkeit, die Inhalte zu übertragen. Um die bisherige Dokumentation weiterzuverwenden, muss ein Upgrade durchgeführt werden.

Durch ein Upgrade besteht — mit der sogenannten Content-Aktivierung — die Möglichkeit, die bisherige Dokumentation der Geschäftsprozesse in die neue Struktur der Lösungsdokumentation zu überführen. Welche Projekte und Inhalte übertragen werden, hängt von den Angaben zur Vorbereitung der Content-Aktivierung ab. Grundsätzlich können bei der Content-Aktivierung alle Elemente der Dokumentation übertragen werden, d.h. Geschäftsprozesse, Verlinkungen zu anderen Geschäftsprozessen, Konfigurationselemente, Testdokumente etc.

 

Vorher aufräumen und Content-Aktivierung unbedingt testen!

Wir empfehlen genau zu überlegen, welche Projekte für die Zukunft relevant sind und die Anzahl der Objekte möglichst gering zu halten.

Darüber hinaus hat die Praxis gezeigt, dass es sinnvoll ist, die Content-Aktivierung mindestens einmal zu testen, bevor das Upgrade für den produktiven SAP Solution Manager durchgeführt wird. Die Content-Aktivierung kann nämlich nur einmalig durchgeführt werden!

Für den Test bietet sich ein Sandbox-System an, das als Kopie des produktiven Systems erstellt wurde. Es kann aber beispielsweise auch ein zukünftiges Entwicklungssystem zur Vorbereitung von Release 7.1 auf 7.2 geupgradet werden.

 

 

 

Weiterführende Informationen:

SAP Solution Manager 7.2: Vorteile und Nutzen

 

Einen Überblick, welchen Beitrag der SAP Solution Manager für eine beschleunigte Digitalisierung und einen reibungslosen IT-Betrieb liefern kann, gibt auch ein weiterführendes Dokument, das bei SALT Solutions abgerufen werden kann …

 

 

 

Leseprobe, Inhaltsverzeichnis und Bestellmöglichkeit:

 

Praxishandbuch SAP Solution Manager

Bechler – Hömer – Markert – Michel – Rauscher – Steinsberger

79,90 Euro – ca. 800 Seiten im Rheinwerk Verlag

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