S/4HANA-Studie: Welche Relevanz haben SAP BTP, Cloud und Process Mining?

Seit 2018 identifiziert valantic mit Umfragen regelmäßig aktuelle Entwicklungen im SAP-Umfeld. Jedes Jahr wird die Akzeptanz der ERP-Software im deutschsprachigen Raum bewertet und SAP-Anwenderunternehmen dazu befragt, was sie von den SAP-Lösungen für ihre digitale Transformation erwarten.

In diesem Jahr konzentrierte sich die Umfrage auf die Zukunftsthemen S/4HANA Cloud, SAP Business Technology Platform (SAP BTP) und Process Mining. Die ersten drei Ergebnisse stellen wir als Medienpartner der Umfrage jetzt schon im Interview mit Rüdiger Hoffmann (Geschäftsführer) und Timo Rüb (Vice President)  von valantic vor. Alle weiteren ordnen wir in einem IT-Onlinemagazin Expert-Talk am 27.04.23 ein.

Im Mai werden die Studienergebnisse dann als Umfrage-Report abrufbar sein.

 

Wie stehen die Kunden zur Cloud-Strategie der SAP?

Rüdiger Hoffmann: Wir stellen fest, dass immer mehr Unternehmen die verschiedenen Cloud-Angebote als positive Optionen in ihren Entscheidungen zum Aufbau einer zukunftsfähigen IT-Architektur berücksichtigen. Der Bekanntheitsgrad der Cloud-Optionen hat sich noch einmal deutlich erhöht, und bisherige Vorbehalte gehen stetig zurück. Unternehmen bauen erforderliches Know-how sukzessive auf und profitieren mit fortschreitender Zeit natürlich auch davon, dass immer mehr stabile Erfahrungswerte am Markt verfügbar sind.

 

Was empfehlen Sie den Unternehmen, die noch keine eigene Cloud-Strategie abgeleitet haben?

Rüdiger Hoffmann: Sie sollten sich auf jeden Fall inhaltlich damit auseinandersetzen. Und zwar nicht nur mit Blick auf die aktuelle Entscheidungssituation, sondern insbesondere hinsichtlich der Ausrichtung ihrer IT-Architektur, technisch wie funktional, für die nächsten 10 bis 15 Jahre. Das ist in etwa der Zeitraum, für den Unternehmen jetzt die Leitplanken festlegen und Entscheidungen treffen.

Und aus unserer Sicht ist eine gute Cloud-Strategie unabdingbarer Bestandteil einer zukunftsfähigen und flexiblen IT-Architektur, die den Anforderungen der kommenden Jahre gewachsen ist.

 

Wo sehen Sie den Hauptnutzen beim Einsatz der Business Technology Platform (SAP BTP)?

Timo_RübTimo Rüb: Die SAP BTP besteht bekanntlich aus fünf (früher vier) Funktionssäulen, sogenannte Pillars, die in den Unternehmen allesamt von Relevanz sind beziehungsweise potenziell Nutzen stiften können. Konkret sind das: Application Development, Automation, Integration, Data and Analytics und AI.

Eine Königsdisziplin der SAP BTP stellt die Anwendungsintegration dar, ohne die ein modernes Unternehmen die Vielzahl an integrierten Anwendungen im Unternehmen kaum sicher, performant, effizient und wirtschaftlich betreiben kann. Beispiele sind hier moderne Konzepte und Technologien wie API-driven integration und Event-driven architecture.

Dem Bereich Application Development kommt im Zuge des Keep-the-Core-Clean-Paradigmas eine besondere Bedeutung zu. Um das Kernsystem nicht wie in der Vergangenheit „zu verbiegen“ und Erweiterungen und Neuerungen auf dem ERP-Stack umzusetzen, setzen aktuelle Konzepte auf Side-by-Side-Entwicklungen auf der SAP BTP. Das bedeutet nicht, dass es keine On-Stack-Erweiterungen mehr geben wird. Es existieren weiterhin Use Cases, in denen Erweiterungen am Core sinnvoll sind, aber eine Vielzahl der Extensions werden auf der SAP BTP entwickelt und betrieben.

 

… und was konnten Sie in der Studie ermitteln?

Timo Rüb: Die Studie zeigt, dass die Unternehmen beide genannten Funktionssäulen – Integration und Application Development – vornehmlich nutzen oder zu nutzen planen. Ein weiteres Ergebnis der Studie im Zusammenhang mit dem Bereich Application Development ist, dass das Thema Low-Code/No-Code für die Unternehmen zunehmend an Bedeutung gewinnt. Mit SAP Build als Teil der SAP BTP können Mitarbeitende aus den Fachabteilungen, sogenannte Citizen Developer, Anwendungen entwickeln und Prozesse automatisieren, ohne dass dafür tiefgreifende Programmierkenntnisse erforderlich sind. Das entlastet die IT-Abteilungen in den Unternehmen und verringert den oftmals vorhandenen Anwendungsstau.

Der Bereich Automatisierung ist bei den Unternehmen weiterhin von signifikanter Relevanz. Conversational AI/Chatbot ist hier ein stark aufkommendes Thema: ChatGPT lässt grüßen!

 

2022 sahen 80 Prozent der Unternehmen in Process Mining einen großen Nutzen, aber genutzt haben es nur 56 Prozent. Zeichnet sich hier eine Trendwende ab?

Rüdiger Hoffmann: Noch nicht wirklich. Nach wie vor wird dem Thema Process Mining großer Nutzen zugeschrieben. Gleichzeitig sehen wir weiterhin eine gewisse Zurückhaltung bei konkreten praktischen Anwendungsfällen, auch wenn die Tendenz hier langsam steigt. Es besteht also weiterhin die Herausforderung, den Nutzen von Process Mining innerhalb von IT- und Business-Transformationen besser sichtbar und möglicherweise auch messbar zu machen.

Vielen Dank. Die Fragen stellte Helge Sanden.

 

valantic SAP S4HANA Studie 2023 Wie eine gute Cloud-Strategie aussehen kann, die Relevanz der SAP BTP sich weiterentwickelt und wann das Thema Process Mining wichtig wird, diskutieren wir im Rahmen der Gesamtergebnisse der Studie im IT-Onlinemagazin Expert-Talk am 27.04.2023.

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