SAP EWM-Prozesse: Usability am mobilen Scanner entscheidend

Die Einfachheit einer Anwendung ist ausschlaggebend für die Akzeptanz bei den Nutzern. „Mit dem RF-Framework stellt SAP zwar ein umfangreiches Portfolio an mobilen Transaktionen zur Verfügung, die allerdings wenig anwenderfreundlich und schon gar nicht intuitiv sind. Dies stellt Anwender in der Logistik vor große Herausforderungen und findet bei den Nutzern nur wenig Akzeptanz“, meint Christoph Niedermair (mobisys).

Von ihm wollte ich wissen, welche Lösungsvorschläge er hat, was ein UI-Framework für mobile Anwendungen in der Intralogistik liefern muss und wie er den ökonomischen Benefit einer optimierten User Experience bewertet.

Als Gast eines Expert-Talks bei der IT-Onlinekonferenz 2021 „Design-to-Operate Prozessoptimierungen“ erläutert er am 05. Mai gemeinsam mit Matthias Gebele, Teamleiter ERP Services der BRAND INTERNATIONAL, wie das Unternehmen mobile EWM-Prozesse implementiert hat und was dabei in Bezug auf UX-Design, intelligente Führung durch die Anwendung und technische Performance berücksichtigt wurde.

 

Herr Niedermair, welche Herausforderungen ergeben sich beim Einsatz des RF-Frameworks (Radio-Frequency-Frameworks)?

Christoph mobisysChristoph Niedermair: In der Logistik sind klare, effiziente Prozesse und strukturierte Abläufe gefragt. Das Thema Usability – also die Nutzbarkeit für den Endanwender – wird leider oft vernachlässigt. Für uns steht sie klar im Fokus, insbesondere da für den Logistikmitarbeiter ein mobiler Scanner in den meisten seiner Tätigkeiten eine relevante Rolle spielt.

Das RF-Framework stellt jedoch nur fünf UI-Komponenten (Button, Radio-Button, Label, Input-Field, Checkbox) zur Erstellung der mobilen Screens zur Verfügung. Das ist sehr limitierend und nicht alle Prozesse können hiermit effizient mobil dargestellt werden. Die Anzeige einer Liste mit allen offenen Aufträgen oder über ein Signierfeld den Erhalt der Ware zu quittieren, ist beispielsweise nicht möglich.

Ein weiteres Thema ist das Session-Handling. Was passiert bei Verbindungsfehlern oder einem kompletten System-Abbruch? Beim RF- Framework sind die Daten in der Regel verloren, sofern Sie noch nicht im SAP angekommen sind. Mit der Lösung von mobisys werden die Daten während des Timeouts auf dem Endgerät „gehalten“ und der Anwender kann den Prozess nahtlos fortsetzen.

 

Limitierungen durch RF-Framework aufbrechen

Was muss ein UI-Framework für mobile Anwendungen liefern?

Anders als bei mobilen Apps im privaten Umfeld, die auf ein hohes User Engagement ausgelegt sind, geht es im Bereich Logistik vor allem um Effizienz und Performance. Die Endanwender sollen mit möglichst wenig Screen-Interaktion schnell und effizient arbeiten können.

Neben einem anwenderfreundlichen Design und einer einwandfreien Performance ist eine einfache Nutzerführung mit klaren Prozessschritten daher essenziell. Um das zu erreichen, ist eine übersichtliche, strukturierte Oberfläche notwendig – bei gleichzeitig streng limitiertem Platz auf den mobilen Screens. Das Motto lautet also: So wenig wie möglich, so viel wie nötig.

Dafür braucht man unterschiedliche UI-Komponenten, um komplexe Prozesse optimal darzustellen. Ein Logistiker im Lager benötigt zudem beispielsweise Screens mit hohen Kontrasten, die auch bei schlechten Lichtverhältnissen schnell erfasst werden können.

 

Nutzerakzeptanz im Lager durch User-Experience

Gibt es für mobile EWM-Prozesse spezifische Anforderungen?

Der Arbeitsalltag in der Logistik, im Versand oder der Produktion bringt generell spezielle Anforderungen mit sich und verlangt eine hohe Flexibilität der eingesetzten Arbeitsgeräte und Software. Eine klare Nutzerführung sorgt beispielsweise für die korrekte Ausführung der Arbeitsschritte und eine hohe Qualität der Daten. Eine moderne Software unterstützt sie dabei mit einer optimalen User Experience. Gleichzeitig bietet sie eine einfache Lösung für die Verwaltung der Geräte, Benutzer oder Berechtigungen.

Dabei unterscheiden wir jedoch nicht zwingend zwischen EWM oder WM/Stock Room Management. Die Anforderungen für die mobile Lösung sind hier durchaus vergleichbar.

Was erfahren wir von Ihnen bei der IT-Onlinekonferenz 2021?

Matthias Gebele von BRAND INTERNATIONAL berichtet über die Erfahrung mit SAP EWM und warum sich das Unternehmen für die Lösung von mobisys entschieden hat.

Im Fokus stand die Steigerung der Nutzerakzeptanz – sowohl für die Endanwender als auch für die interne IT- und SAP-Entwicklungsabteilung. Hier registrieren …

 

Effiziente Logistikprozesse mit SAP EWM

Wie bewerten Sie den ökonomischen Benefit einer optimierten User Experience?

Die meisten IT-Projekte scheitern an der Nutzerakzeptanz. Wenn Sie es also schaffen, dass Ihre Mitarbeiter durch eine optimierte User Experience ihren Job möglichst einfach und reibungslos durchführen können, führt dies automatisch zu mehr Effizienz und einer höheren Performance. Im Bereich Logistik führen beispielsweise mehr Pickings pro Tag zu einer enormen Zeitersparnis.

Was wird in den nächsten 12 Monaten das dominierende Thema in der SAP-Community?

User Experience und User Acceptance: Denn unabhängig aller aktuellen „Hype-Themen“ – akzeptierte und effiziente Prozesse sind im Bereich Logistik das A und O.

Vielen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte Helge Sanden, Chefredakteur des IT-Onlinemagazins.

 

Logistik mit SAP bei der IT-Onlinekonferenz 2021

Sie können den Erfahrungsbericht von Matthias Gebele (Teamleiter ERP Services der BRAND INTERNATIONAL) und Christoph Niedermair bei der #ITOK21 live oder als Aufzeichnung verfolgen und eigene Fragen an die Experten stellen.

Bei der IT-Onlinekonferenz 2021 „Design-to-Operate Prozessoptimierungen“ (05.05. – 06.05.) berichten SAP-Kunden gemeinsam mit SAP-Partnern, wie sie Produktentwicklung, Bedarfsplanung, Bestandsoptimierung, Fertigung, Logistik, Intralogistik, Supply Chain Management, Webshop-Integration und das Stammdaten-Management mit SAP ERP, SAP EWM, SAP IBP, SAP S/4HANA und anderen Lösungen optimieren und automatisieren. Zusätzlich gibt es vielfältige Interaktions- und Networking-Möglichkeiten.

 

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