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SAP HANA Cloud Platform (HCP): Das sollten SAP Anwender wissen

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Posted 30. November 2016 by Redaktion IT-Onlinemagazin in IT-Leiter

SAP HANA Cloud Platform HCPDie SAP HANA Cloud Platform (HCP) ermöglicht Unternehmen, ihre On-Premise- und Cloud-Landschaften miteinander zu verbinden, Business-Anwendungen zu entwickeln, zu erweitern, anzupassen und zu betreiben. Die HCP ist das strategische Platform-as-a-service Angebot der SAP.

Wir haben untersucht, ob auch SAP ERP Anwender von der Nutzung profitieren können, ob man mit S/4HANA die Plattform nutzen muss, wann man kundenindividuelle Anpassungen mit ABAP und wann mit der HCP macht, und welches neue Wissen IT-Abteilungen zukünftig benötigen könnten.

 

Müssen S/4HANA-Anwenderunternehmen die HCP zwangsläufig nutzen?

Für S/4HANA-Anwender ist der Einsatz der HANA Cloud Platform (SAP HCP) nicht zwingend notwendig. Er ist aber immer dann besonders sinnvoll, wenn die Integration von Non-SAP Systemen, von Cloud-Anwendungen und Systemen und Daten, die außerhalb des eigenen Unternehmens liegen (z.B. IoT), in die On-Premise-SAP-Welt angestrebt wird oder externe Nutzergruppen (z.B. Lieferanten, Kunden, Studenten, etc.) über einfache Oberflächen oder mobile Applikationen erreicht werden sollen.

Bei einem weiteren Anwendungsfall bietet sich der Einsatz der HCP an, nämlich wenn man die SAP FIORI UX mit SAP ERP ECC 6.0 nutzen möchte:

 

SAP ECC 6.0: Anwendungsfall für Einsatz der HANA Cloud Platform

Unternehmen, die ihre Prozesse bestehen lassen, aber trotzdem mit SAP FIORI die Benutzeroberflächen modernisieren möchten, können die HCP für diesen Zweck nutzen. Die Entwicklungsumgebung Web IDE hat zahlreiche FIORI-Templates an Bord, die man anpassen kann.

Vorteil: On-Premise ist dann keine SAP HANA Datenbank Voraussetzung (wie normalerweise bei einigen Standard On-Premise Fiori Applikationen) – lediglich eine ODATA-Schnittstelle (Open Data Protocol) muss im Netweaver Gateway des SAP ERP ECC eingerichtet werden. Auch die Lizenzkosten für den Betrieb solcher Fiori-Cloud-Oberflächen und die Entwicklungsumgebung sollen nach Angaben der SAP attraktiv sein.

 

Latenz spricht gegen produktionsnahe HCP Szenarien

Es gibt aber auch technische Gründe, die für On-Premise Lösungen (und gegen die HCP sprechen): Will man produktionsnahe Szenarien realisieren, in denen zeitliche Verzögerung der Cloud-Netzwerklatenz stören würde, nutzt man offenbar besser eine On-Premise Architektur, die Antwortzeiten im niedrigen Millisekunden sicherstellen kann.

Schnelle IoT-Szenarien soll man mit der HCP realisieren können, SAP hat genau für diesen Zweck kürzlich eine neue Funktion, das Smart Data Streaming, zur Umwandlung und Echtzeit-Analyse datenintensiver Ereignisströme vorgestellt.

 

Wann nutze ich die HCP um S/4HANA an eigene Bedürfnisse anzupassen?

Die HCP nutzt man für sogenannte side-by-side Erweiterungen (side-by-side extensibility), wenn man das eigene S/4HANA um Services, Anwendungen oder Funktionen aus der HCP ergänzen (z.B. Partner-Applikationen), andere Cloud Anwendungen oder Nutzer außerhalb des Unternehmens integrieren möchte. Java und serverseitiges Java-Script kommen dabei zum Einsatz.

Die HCP stellt hier bereits 1.000+ Services und Applikationen bereit, kürzlich wurden Neuerungen vorgestellt, beispielsweise vorkonfigurierte Cloud-Integrationen von Ariba, Beta-Versionen von Services für Workflows und Geschäftsregeln, Prognoseservice auf Datenbasis, Smart Business Cockpits zur KPI-Echtzeitüberwachung und die Unterstützung für virtuelle Maschinen. Damit sollen sich Bestandslösungen schnell in die Cloud bringen lassen.

Eine Liste der verfügbaren HANA Cloud Platform Services und Applikationen finden Sie hier:

HANA Cloud Platform Services
HANA Cloud Platform Applikationen

 

Wann nutze ich ABAP um S/4HANA an eigene Bedürfnisse anzupassen?

ABAP bleibt das Standardmittel für kundeneigene Anpassungen innerhalb der Backend-Anwendungen, SAP bezeichnet das als In-App Erweiterungen (in-app extensibility). Für Frontend Anpassungen (FIORI) nutzt man zusätzlich JavaScript.

Die sogenannte „key-user extensibility“ soll Key-Usern einfach zu bedienende, toolgestützte Anpassungsmöglichkeiten bieten, um beispielsweise Felder oder Tabellen zu erweitern. Im Hintergrund der vollständig webbasierten Tools wird unter anderem ABAP Code erzeugt. ABAP bleibt also auch für S/4HANA eines der wichtigen Werkzeuge.

 

Welches Knowhow brauchen IT-Abteilungen für die HCP Nutzung?

Wir fragten Timo Deiner, Solution Advisor für die HANA Cloud Platform bei SAP, der Kunden zum möglichen Einsatz der Innovationsplattform berät, welche Kompetenzen sie zukünftig brauchen: „Häufig haben Unternehmen schon das passende Entwicklungsknowhow in Form von JAVA im Haus, sehen aber noch Bedarf an JavaScript oder HTML5 Experten im Bereich der UI-Anpassungen. In diesem Zusammenhang können auch UX-Designer wichtig sein, die nicht notwendigerweise IT-Knowhow benötigen. SAP Build eignet sich hier beispielsweise für die schnelle Prototypenerstellung von Benutzeroberflächen, ohne dass programmiert werden müsste.“

Eine Herausforderung dürfte für viele Unternehmen der mit der Cloud-Nutzung und Cloud-Architekturen verbundene Paradigmenwechsel sein, der weg von Drei-System-Landschaften und langen Releasezyklen hin zu agilen Entwicklungsmethoden mit schneller, regelmäßiger Softwareauslieferung (continuous delivery) geht.

Anhaltspunkte kann Interessierten hier das 12 Factor App Manifest zur Entwicklung von Cloud-Anwendungen liefern.

 

Die SAP HANA Cloud Platform ausprobieren

SAP bietet Interessierten den Test der HCP unverbindlich und kostenfrei an. Sie müssen sich ausschließlich registrieren und können dann die Platform-as-a-service – auch mit Zugriff auf eigene SAP-Informationen – ausprobieren.

 

 

Weiterführende Informationen:

HANA Cloud Platform – Website der SAP

HANA Cloud Platform testen

 

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