Warum soll man Personalprozesse Ende-zu-Ende denken?

Die Betrachtung von Ende-zu-Ende Prozessen ist aktuell ein SAP-Trendthema und Gegenstand von Digitalisierungsprojekten. Recruit-to-Retire steht dabei für den Blick auf den gesamten Mitarbeiterlebenszyklus.

Von Oliver Meyer, Manager SAP SuccessFactors bei Scheer, wollte ich wissen, was es heißt, Personalprozesse Ende-zu-Ende zu denken, warum man das tun sollte und welche Rolle SAP Cloud-Lösungen dabei spielen.

 

Herr Meyer, was verstehen Sie darunter, Personalprozesse Ende-zu-Ende zu denken?

Oliver-MeyerOliver Meyer: Das richtige Personal zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle einzusetzen, entscheidet heute über Erfolg oder Misserfolg von Business-Modellen. Die durch Corona beschleunigte Digitalisierung in allen Lebens- und Arbeitsbereichen erfordert User orientierte Prozesslandschaften, um flexibel sowie tagesaktuell auf Veränderungen zu reagieren.

Dies beginnt bei der Übernahme von strategischen Unternehmenszielen in die Personalbedarfsplanung, welche dann in die Personalbeschaffung und Personalentwicklung mündet.

Durch die permanenten Veränderungen der wirtschaftlichen Einflussfaktoren, stellt aber gleichzeitig ein lebenslanges Lernen, Aus- und Weiterbildungen ganzheitliche Anforderungen an den HR-Bereich — wie auch an die Mitarbeiter. Zu guter Letzt gilt es, das Know-how von Mitarbeitern/innen in Schlüsselpositionen zu sichern, die aufgrund der Alterspyramide oder Neuorientierung das Unternehmen verlassen.

All diese Aspekte zeigen mir, dass die Personalprozesse (ähnlich wie in Fertigungs- oder Logistik-Prozessen) immer ganzheitlich Ende-zu-Ende mit dem Ziel zu betrachten sind, dass der HR-Bereich und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestmöglich verzahnt sind.

 

Ende-zu-Ende HR-Prozesse

Welchen Nutzen haben Personalabteilungen, die den Blick auf den gesamten Mitarbeiterlebenszyklus legen?

Personalabteilungen erhalten einen Gesamtüberblick des Mitarbeiters von Anfang bis Ende und kann so gezielt Mitarbeiter einsetzen, fördern, entwickeln sowie das Know-how sichern beim Ausscheiden.

Möglich werden ressourcenschonende Planungen und optimale, individuelle Potenzialförderung der Mitarbeiter und erhöhte Mitarbeiterbindung, letztlich auch Vermeidung eines kostenintensiven Prozesses einer Neueinstellung

Durch aktives Mitarbeiterfeedback erfolgt einerseits die Optimierung der HR-Prozesse und anderseits eine fruchtbare Rückkopplung zwischen den vorhandenen Hierarchieebenen. Oft lässt sich auch ein vorausschauendes Verständnis über Bedürfnisse und Entwicklungsmöglichkeiten der Mitarbeiter erreichen.

 

Welche Rolle spielt bei einer Automatisierung die IT-Integration, beispielsweise in Richtung Zeitwirtschaft, Buchhaltung oder der digitalen Personalakte?

Aus meiner Erfahrung heraus spielt die Zeitwirtschaft immer eine zentrale Rolle in den Unternehmen, da sowohl gesetzliche, tarifliche als auch unternehmensspezifische Anforderungen abgedeckt werden müssen.

Die erfolgreiche Integration und Automatisierung des Datenflusses zwischen der Zeitwirtschaft, der Abrechnung, Buchhaltung und letztlich die Dokumentation der Ergebnisse in einer digitalen Akte stellen ein erhebliches Wertschöpfungspotential dar.

 

Welche Bedeutung hat das Changemanagement in HCM-Projekten?

Change-Management ist der am meisten unterschätzte Erfolgsfaktor in HCM-Projekten. Neue best-practice-Prozesse umzusetzen, bedeutet immer das gesamte Unternehmen mitzunehmen.

Neben dem HR-Bereich sind alle Hierarchiestufen mehr oder weniger betroffen. Dies Bedarf unter anderem eine Kommunikations- und Informationsstrategie, welche vom Projektbeginn bis zum Go-live flankierend begleitet.

 

Best-practices mit SAP Cloud-Lösungen

Was erfahren wir von Ihnen bei der IT-Onlinekonferenz 2021?

Wir zeigen anhand von Beispielen und Kundenprojekten, wie Cloud-Lösungen von SAP als Beschleuniger für People-Business im Unternehmen genutzt werden können. Hier anmelden …

 

Was spricht für den Einsatz von SAP Cloud-Lösungen für Personalprozesse — und kann man dadurch in der Personalarbeit schneller oder flexibler werden?

SAP Cloud-Lösungen in Verbindung mit best-practices ermöglichen das Aufbrechen „bestehender Strukturen“, um Agilität im Tagesgeschäft zu ermöglichen. Sie ermöglichen Echtzeit-Datenanalyse des gesamten HR-Prozesses, sowohl lokal wie auch global, unter Einhaltung der jeweiligen gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Arbeitgeber können auf veränderte Gegebenheiten schneller reagieren und optimieren, beispielsweise bei Corona und dem Home-Office. Mitarbeiter werden direkt eingebunden und haben jederzeit Zugriff auf die individuell relevanten Dokumente, die innerhalb der Prozesse erstellt oder direkt in einer digitalen Akte abgelegt werden.

Moderne User-Interfaces erleichtern den Mitarbeitern die Nutzung der Systeme, erfassen Daten da, wo diese anfallen, also direkt im System, lästige Papierkommunikation entfällt und automatisierte Workflows beschleunigen die Abläufe.

 

Welche Rolle spielt das neue SAP-Angebot „RISE with SAP für Human Experience Management (HXM)“ für zukünftige HCM-Projekte?

Diese Initiative der SAP ist ein sehr wichtiger Baustein, der sowohl Partner der SAP als auch die Kunden betrifft. Die meisten Unternehmen haben derzeit nicht in Echtzeit eine durchgängige Sicht auf jeden Aspekt ihrer Organisation. Rise with SAP unterstützt die Transformation von Unternehmen — hin zu Agilität und Reaktionsfähigkeit in Bezug auf alle Geschäftsprozesse.

Das Ausrichten und Integrieren von Personal- und Unternehmensgeschäftsprozessen hat insbesondere folgende Vorteile: Stärkere Verbindung zwischen HR-Praxis, Mitarbeiterfähigkeiten, finanzieller Leistung, betrieblicher Effizienz und Geschäftsergebnissen.

Mit den Lösungen von SAP SuccessFactors erhalten Kunden einen modernen Ansatz, um die Mitarbeiterdaten, -erfahrungen und -fähigkeiten zu managen, sicherzustellen und weiterzuentwickeln, um geschäftliche Agilität und Erfolg zu gewährleisten.

 

Was wird für Sie in den kommenden 12 Monaten das dominierende Thema in der HCM-Community?

Der Change hin zu digitalen, agilen, cloudbasierten Softwareanwendungen, die eine optimale User-Experience ermöglichen — und weg von gewachsenen Prozess-Strukturen, die der permanenten Veränderung nicht gewachsen sind.

 

Vielen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte Helge Sanden, Chefredakteur des IT-Onlinemagazins.

 

IT-Onlinekonferenz „Personalprozesse mit SAP“

Oliver Meyer, Manager SAP SuccessFactors bei Scheer, berichtet bei der IT-Onlinekonferenz „Personalprozesse mit SAP“ am 29.09.21 über Erfahrungen in HCM-Projekten, und wie Cloud-Lösungen von SAP als Beschleuniger für People Business im Unternehmen helfen können.

Sie können nach der Registrierung teilnehmen und eigene Fragestellungen von den Expertinnen beantworten lassen. Hier anmelden …

 

 

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