Auswahl des richtigen SAP Data Warehouse Produkts

Datengetriebene und intelligente Unternehmen sind von zwei Erfolgsbausteinen abhängig: Einem effizienten Datenmanagement und einfachen, modernen Auswertungsmöglichkeiten. Cloud-Technologien verändern die Spielregeln im Data Warehouse- und Analytics-Umfeld, weil sie die Agilität der IT-Infrastruktur deutlich verbessern können.

Wir fragten Michael May (CEO der s-peers AG) und Dr. Hagen Jander (VP Produktmanagement und Strategie für Data Warehousing bei SAP), welche Erwartungen datengetriebene Unternehmen haben, wie das SAP-Portfolio dazu passt, welchen Nutzen die Cloud-Technologie liefern kann und warum dabei die Auswahl des richtigen SAP Data Warehouse Produkts so wichtig ist.

 

Geänderte Anforderungen ans Data Warehouse

Welche Erwartungen haben Unternehmen an DWH- und Analytics-Lösungen? Verändert sich da gerade etwas?

Michael-MayMichael May: Ja, sehr. Ich sehe drei Haupttrends:

Speed of Execution: Durch den Einsatz neuer Technologien wird es dem Business ermöglicht, Fragestellungen schneller und vor allem einfacher zu beantworten. Dies betrifft sowohl das Erstellen von eigenen Reportings (Front-End) auf Basis bestehender Datenmodelle, als auch das DWH (Back-End) – sprich das Modellieren neuer notwendiger Datenmodelle.

Dezentralisierung: Ich beobachte, dass es sich weg von der zentralen IT, die früher üblich war, hin in die einzelnen Fachbereiche verlagert.

Weg vom „ABAP only“-Approach: SAP öffnet sich Non-SAP Technologien, wie z.B. Java und SQL. Dies führt zu mehr Freiheitsgraden für die Fachbereiche, was wiederum mehr Self-Services begünstigt.

 

DWH-Lösung passend zur Unternehmenssituation

Warum spielt die Auswahl der richtigen Data Warehouse Lösung für den Erfolg eines datengetriebenen Unternehmens eine wichtige Rolle?

Michael May: Data Scientisten können ihre Fähigkeiten nur auf qualitativ hochwertige Daten anwenden, um Erkenntnisse zu gewinnen. Diese Daten werden oftmals in Data Lakes gespeichert (Big Data) oder sind bereits in einem Data Warehouse gelagert.

Idealerweise bilden ein Data Lake sowie ein Data Warehouse die Grundlage zum zielgerichteten Selektieren und Filtern von Datensätzen durch Data Scientisten, damit aus Big Data «Smart Data» wird.

Hagen Jander: Die Anzahl der verfügbaren Daten in Unternehmen und die Heterogenität ihrer Quellen sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Eine konsolidierte und harmonisierte Sicht auf die Unternehmensdaten und ihre Kombination mit externen Daten sind heute unerlässlich.

Je nach Auswahl der Data Warehouse Lösung ergeben sich Unterschiede in Bezug auf die Anbindung der Quellen, Integration externer Daten, Modellierung, Einbindung von Analyse-Tools und weiteren Themen, die dafür erfolgskritisch sind.

 

Wie hat SAP das Produktportfolio ausgerichtet — und wo geht die Reise hin?

Hagen Jander: Unser sogenanntes „Unified Data & Analytics“ Portfolio in der Cloud deckt die gesamte „Data-to-value Chain“ ab — von der Integration verschiedenster Quellen bis zu Analyse- und Planungsszenarien — und wächst immer enger zusammen.

Als Teil dieses Portfolios ist die SAP Data Warehouse Cloud unsere strategische Lösung für Data Warehousing. Sie bietet eine sehr enge Integration mit SAP-Quellsystemen. Gleichzeitig ist sie offen für die Integration mit Nicht-SAP Datenquellen und Datenprodukten – zum Beispiel mittels unseres neuen Data Marketplace. Dabei richtet sich die SAP Data Warehouse Cloud sowohl an IT-Abteilungen als auch an Fachbereiche.

Daneben haben wir mit SAP BW/4HANA eine sehr ausgereifte Lösung für Data Warehousing im On-Premises und Private Cloud Bereich, die von tausenden Unternehmen weltweit genutzt wird und für die wir eine langfristige Wartungszusage bis 2040 geben und die auch mit SAP Data Warehouse Cloud gemeinsam in einem hybriden Modell eingesetzt werden kann.

 

Data Warehouse aus der Cloud?

Welchen Nutzen hat der Einsatz von Cloud-Technologie für den Kunden?

Michael May: Hier sage ich gerne: „time is money“. Wenn ich als Unternehmen eine cloudbasierte Software einführe, dann erhalte ich stets neue innovative Funktionen durch schnelle und regelmässige Releasezyklen und kann damit auch analytische Fragestellungen schneller beantworten.

 

Können Sie hierfür Beispiele aus verschiedenen Branchen nennen?

Michael May: Unsere Lösungen und Beratungsleistungen sind branchenübergreifend. Das ist auch bei der SAP Analytics Produkten der Fall. Wir haben Kunden aus vielen Industrien, die auf dieses Produktportfolio setzen, beispielsweise Idorsia Pharmaceuticals in der Pharmaindustrie oder Hoffmann Neopac in der Fertigungsindustrie.

Der SAP-Content ist vielfältig: Es gibt für bestimmte SAP-Analytics-Technologien vorgefertigten Content: Einerseits ist dieser Content produktspezifisch (z.B. S/4 HANA Embedded Analytics), andererseits gibt es auch branchenspezifischen SAP Analytics Content, wie z.B. PoS-Analytics zur Auswertung von Kassensystemen im Detailhandel.

Durch Nutzung dieses Contents wird es Kunden ermöglicht, Standard-Berichts- oder Planungsanforderungen schnell umzusetzen, eine kundenindividuelle Erweiterung ist selbstverständlich ebenso gegeben.

 

Data Warehouse Migration und Transformation

Und wie sieht das in der Praxis aus? Wie beginnt man ein solches Projekt, wenn ein Unternehmen ein neues Data Warehouse braucht?

Michael May: Zuerst lautet die gute Nachricht hier: Es muss nicht bei null begonnen werden.

Hagen Jander: In vielen Fällen starten Unternehmen auch nicht bei null, sondern haben beispielsweise bereits SAP BW oder SAP BW/4HANA für Data Warehousing im Einsatz, das nicht von heute auf morgen mit einem Big Bang ersetzt werden kann und soll. Ihnen bieten wir die Möglichkeit einer schrittweisen Einführung von SAP Data Warehouse Cloud in einem hybriden Ansatz sowie eine tool-unterstützte Migration.

Mit der SAP BW Bridge können Unternehmen ihre SAP BW- und BW/4HANA-basierten Entwicklungen, beispielsweise inklusive eigenem ABAP-Code, in die SAP Data Warehouse Cloud überführen und so die Vorteile der Cloud – wie Agilität, Geschwindigkeit und Enablement der Fachbereiche – nutzen, ohne nochmal bei null zu starten.

Michael May: SAP bietet hier ein breites Portfolio für State of the Art Warehouse-Lösungen an. Wer bei der Auswahl des passenden SAP Data Warehouse Produkts nach Orientierung sucht, bekommt von uns einen Leitfaden an die Hand oder nutzt einen einstündigen Data Warehousing Orientierungsworkshop.

Vielen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte Helge Sanden, Chefredakteur des IT-Onlinemagazins.

 

Weiterführende Informationen:

SAP Data Warehouse Leitfaden:
Ihr Weg zum optimalen SAP Data Warehouse Produkt

 

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