Erika Dean wird Chief Information Security Officer bei Tricentis
Erika Dean wird künftig als Chief Information Security Officer (CISO) die globale Sicherheitsstrategie bei Tricentis verantworten.
Redaktion
IT-OnlineMagazin
Veröffentlicht
09. Juli 2019
Lesezeit
7 Minuten
Redaktion
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„Ich sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht“ – so kann es einem ergehen, wenn man zu viele Daten hat und das „große Ganze“ dadurch nicht mehr erfassen kann. Wer hofft, durch mehr Informationen bessere Entscheidungen treffen zu können, läuft in die gleiche Gefahr. Und die täglich produzierten Datenmengen wachsen rasant weiter.
Wir fragten Ramin Mirza, Head of Platform & Technologies bei SAP Deutschland, wie man intelligentes Datenmanagement betreiben, Daten verknüpfen und in einen gemeinsamen Kontext bringen kann, um dann bessere Vorhersagen und intelligente Entscheidungen treffen zu können. Wir wollten von ihm auch wissen, wie man die Komplexität reduziert und Analysen in die tägliche Routine integriert.
Ramin Mirza: Für jedes Unternehmen, egal ob klein oder groß, und für jede Industrie wird die Beschäftigung mit den Daten und deren sinnvoller Nutzung erfolgskritisch.
Wer es schafft, aus Rohdaten neue Informationen zu generieren, um daraus neues Wissen zu gewinnen, wird zukünftig Wettbewerbsvorteile haben.
Das stimmt, Unternehmen müssen vielmehr ihre Datenstrategie entwickeln: Welche Rohdaten werden benötigt, wo bekommt man diese her, welche braucht man in Echtzeit, wie kann man sie managen, sinnvoll aufbereiten, im jeweiligen Kontext verbinden und daraus Wissen generieren? Eines der Ziele kann sein, bessere oder schnellere Entscheidungen treffen zu können, aber es gibt noch weitergehende Chancen.
Man sollte dabei immer berücksichtigen: Die Fundamente für intelligente Unternehmen, die mehr aus den vorhandenen Daten machen als andere, sind ein solides Datenmanagement und Möglichkeiten zur Analyse und zur Visualisierung.
Man muss versuchen, den Daten einen Sinn zu geben. Es gibt daher zwei grundlegende Aspekte, mit denen man sich in den Fachabteilungen beschäftigen sollte: Auf der einen Seite lassen sich durch einen Informationsgewinn Effizienzsteigerungen erzielen und Automatisierungsmöglichkeiten für das eigene Business realisieren.
Ferner ergeben sich zusätzliche Geschäftschancen. Ich denke hier beispielsweise an datengetriebene Geschäftsmodelle, wie Uber, Amazon und andere Unternehmen sie betreiben. Aber es gibt auch weniger disruptive Chancen, beispielsweise wenn man individuellere und besser passende Angebote machen kann, weil man zusätzliches Wissen über den jeweiligen Kunden hat und gesetzeskonform nutzt.
Wenn man beispielsweise eine Versicherung für einen E-Roller für wenige Stunden oder Tage abschließen kann, dürfte ein derartiger Anbieter Wettbewerbsvorteile haben und Marktanteile gewinnen. Um derartige Produkte überhaupt anbieten zu können, braucht man die durchgängige Digitalisierung und wiederum die Automatisierung.
Für einen CIO ergeben sich massive Veränderungen in seiner Rolle. Aber ich sehe viele Vorteile, denn zukünftig verantwortet ein CIO eine Kernfunktion, er sitzt an der Quelle der Daten. Wer daher Daten als ein Asset versteht, als einen der wertvollsten Vermögenswerte eines Unternehmens, sie im Lebenszyklus entsprechend managt und für alle — natürlich unter Berücksichtigung von Datenschutz und Zugriffsberechtigungen — sinnvoll nutzbar macht, dürfte deutlich an Relevanz gewinnen.
Die Pflichtaufgabe — also die technische Bereitstellung — gelingt mit einer geeigneten Plattform und Technologie und ist vergleichsweise schnell erledigt. Danach kann man sich an die Kür machen.
Man braucht technische Lösungen, die beliebige Datenquellen integrieren können und mit denen man steuern kann, wer welche Daten benutzen darf. Bevor man Daten sinnvoll nutzen kann, muss man für verschiedene Ebenen Antworten finden, beispielsweise zum Sammeln, zum Orchestrieren, zum Archivieren von Daten — und auch wichtig — für die Compliance.
Aber auch das reicht noch nicht: Wichtig ist die semantische Ebene, die logische Verknüpfungen zwischen unterschiedlichen Systemen schafft, beispielsweise um Kunden-ID unterschiedlicher Lösungen miteinander zu verknüpfen, damit man vom gleichen Kunden spricht.
Ja, erst wenn diese Vorarbeiten erledigt sind, kann man mit Visualisierungen neue Zusammenhänge sichtbar machen … oder mittels KI bisher unbekannte Verbindungen zwischen Daten aufzeigen.
Jeder Anwender braucht dabei seine persönliche und einfach verständliche Sicht, die die oft zugrundeliegende Komplexität reduziert. Ferner helfen Möglichkeiten, um Vorhersagen treffen zu können, direkt Entscheidungen zu fällen oder Aktionen auszulösen, und zwar ohne in andere Systeme abspringen zu müssen. Man nennt dieses Prinzip auch „Insight to Action“.
Neben den technischen Hausaufgaben wird man zusätzlich oft auch einen Kulturwandel brauchen. Der gelingt umso leichter, wenn spürbare Entlastungen am Arbeitsplatz eintreten.
Wird Arbeit vereinfacht, muss man Fleißarbeiten nicht mehr erledigen, werden Entscheidungshilfen angeboten, dann steigt automatisch die Akzeptanz. Die Lösungen unterstützen, aber die Menschen entscheiden.
Als SAP begleiten wir Fachabteilungen auf dem Weg in die Digitalisierung, bei Fragen zur eigenen Datenstrategie, und zeigen Wege und Lösungsmöglichkeiten auf, die sich bereits bewährt haben.
Wer Geschwindigkeitsvorteile nutzt, wird in vielen Situationen die besseren Erfolgsaussichten und Wettbewerbsvorteile haben. Hier hilft die Automatisierung, weil sie ohne manuelles Zutun auskommt.
Betrachten wir ein Beispiel aus der Personalarbeit: Angenommen, es bewirbt sich ein Talent. Mit automatischen Voranalysen kann man dessen Qualifikationen, Erfahrungen und Potenziale erkennen — und zwar sehr zeitnah nach Bewerbungseingang und ohne manuelle Begutachtung der Unterlagen durch Sachbearbeiter. Nutzt man diese Ergebnisse der Voranalyse zur schnellen Kontaktaufnahme mit dem Talent, kommt man den anderen Unternehmen zuvor, die dessen Bewerbungsunterlagen noch nicht einmal manuell gesichtet haben.
Weiterführende Informationen:
SAP-Infotage Business Data und Analytics
11. – 12. September 2019, Zeche Zollverein, Essen
IDC-Studie: „Im Eiltempo zum intelligenten Unternehmen“
Kundenbeispiele: So nutzen andere Unternehmen intelligent Daten
Ich bin davon überzeugt, dass sich in vielen Industrien grundlegende Veränderungen vollziehen werden. Datennutzung ist kein Trend oder Hype, sondern schon heute ein Wettbewerbsvorteil. Wer das erkennt und seine Strategie daran anpasst, wird diese Vorteile nutzen.
Oder wir können es auch andersherum betrachten: IDC sagt beispielsweise voraus, dass bis 2027 rund 75 Prozent der Unternehmen vollständig digitalisiert sein werden. Laut CIO-Magazin sind nur 12 Prozent der „Fortune Global 500“ aus dem Jahr 1955 auch 2017 weiterhin darin gelistet. Die anderen Unternehmen sind entweder geschrumpft, ganz vom Markt verschwunden oder wurden übernommen. Technologie ist einer der Treiber dieses Wandels. Zukünftig erwarte ich auch datengetriebene Unternehmen auf der Gewinnerseite.
Meine Empfehlung ist daher, die eigene Geschäftsstrategie unter dem Gesichtspunkt der Datennutzung zu aktualisieren, seine Datenstrategie daraus abzuleiten und dann die Technologie- und Plattformfrage zu beantworten. Behalten Sie im Hinterkopf, Daten als Asset zu betrachten.
Experience Economy und das intelligente Unternehmen werden im Mittelpunkt stehen. Man wird zukünftig nicht mehr nur betrachten, was im Unternehmen passiert, sondern auch wissen, warum es passiert!
Vielen Dank für das Gespräch.
Die Fragen stellte Helge Sanden, Chefredakteur des IT-Onlinemagazins.
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