Ende-zu-Ende Planung mit SAP PP/DS und IBP

Wie wichtig die Lieferketten für unseren täglichen Bedarf sind, hat jeder in den letzten zwei Jahren auch persönlich erfahren können. Ein feststeckender Mega-Frachter, veränderte Nachfrage oder auch Preissteigerungen bringen die Lieferketten ordentlich durcheinander: und plötzlich gibt es leere Regale.

Wir fragten Christoph Habla (Head of IBP & Partner | CONSILIO) und Georg Klinger (Partner | CONSILIO), welche Herausforderungen Produktionsunternehmen aktuell haben, welche Rolle SAP-Lösungen dabei spielen und wie sich Planungsprozesse weiter automatisieren lassen.

Patrick Boucek (Vice President Digital Supply Chain | SAP), Christoph Habla und Georg Klinger zeigen bei der ITOK22 verschiedene Ansätze, wie sich die beiden Lösungen SAP IBP und SAP PP/DS sinnvoll miteinander verknüpfen lassen, um die Planungsprozesse weiter automatisieren zu können. Registrieren Sie sich hier für den Expert-Talk mit Patrick Boucek, Georg Klinger und Christoph Habla. Gerne können Sie in der Livesendung individuelle Fragen an die Gäste stellen.

 

Herr Habla und Herr Klinger, welche Erfahrungen haben Ihre Kunden und Sie in den vergangenen zwei Jahren in Bezug auf Lieferketten und deren bisheriges Management in SAP gemacht?

Christoph Habla: Durch die gestiegene Volatilität ist es in den letzten zwei Jahren noch wichtiger geworden, dass eine Softwarelösung die Möglichkeit bietet, Veränderungen in der Supply Chain zu simulieren und die Szenarien hinsichtlich ihrer Chancen und Risiken zu optimieren.

Georg Klinger: Frühere SAP-Systeme boten nicht genügend Möglichkeiten, Szenarien simulativ zu planen. Mit SAP Integrated Business Planning (IBP) hat sich die Situation grundlegend geändert, da die Planungslösung genau diese Simulationsszenarien anbietet.

Aber auch aktuelle Trends spielen eine Rolle: So tendiert man zum Beispiel wieder mehr in Richtung Multisourcing, um sich nicht von einzelnen Lieferanten abhängig zu machen.

 

Automatisierte, verknüpfte Planungsprozesse

… lässt sich daraus etwas für den Transformationsbedarf von Unternehmen in Bezug auf ihre Planungsprozesse ableiten?

Habla-ChristophChristoph Habla: Wir empfehlen die Einführung eines S&OP-Prozesses, auf dessen Basis sich die verschiedenen Abteilungen aus der Absatz- und Supply-Planung zusammensetzen, verschiedene Szenarien diskutieren und entsprechende Anpassungen vornehmen.

Das Ziel ist es, eine automatisierte Produktions- und Distributionsplanung auch im mittel- und langfristigen Horizont einzuführen – und diese weitergehend mit einer Produktionsfeinplanung zu verbinden.

 

Was ist das Coolste an SAP PP/DS und SAP IBP? Ist der Markt schon reif für SAP IBP oder IBP schon reif für den Markt?

Christoph Habla: Ein großer Vorteil von IBP ist, dass es ein Cloud-Produkt ist, das man sehr leicht an seine On-Premises-Landschaft anbinden kann. Es besteht nicht mehr die Notwendigkeit, etwas selbst zu hosten oder hosten zu lassen, wie es beim Vorgängerprodukt der Fall war. So kann man Betriebskosten einsparen und eigene IT-Ressourcen entlasten.

Dazu kommen intuitive Oberflächen über Fiori und die Möglichkeit der Excel-Integration – ohne dadurch auf eine gemeinsame Datenbasis und einheitliche Planungs-Templates in der Cloud verzichten zu müssen. Durch die Integration von PP/DS mit IBP können auch spezielle Feinplanungsthemen abgewickelt werden, zum Beispiel die Rüstoptimierung im Rahmen einer Kampagnenplanung in der chemischen Industrie.

Georg Klinger: SAP IBP ist mittlerweile ein voll ausgereiftes Produkt mit einer umfangreichen Funktionspalette, die die Anforderungen aus vielen Industrien abdeckt. Die Stabilität ist ausgezeichnet, wir sehen keinerlei Kinderkrankheiten mehr bei unseren Kunden.

Der Markt ist ebenfalls reif für IBP. Man muss bedenken, dass die bestehenden SAP-Lösungen in diesem Bereich ausnahmslos über 20 Jahre alt sind und von SAP keine größeren Updates mehr durchgeführt wurden. Kunden möchten innovative, moderne Lösungen und haben lange auf Lösungen wie IBP gewartet.

 

SAP PP/DS- und IBP-Integration

Was tut SAP, um die Integration der Lösungen zu unterstützen … und wie hilft das Ihren Kunden?

Christoph Habla: Bereits heute lässt sich insbesondere das Order-based Planning in IBP for Response & Supply sehr gut integrieren – zum Beispiel mit einem embedded PP/DS in S/4HANA. Planaufträge und weitere Auftragselemente können systemübergreifend zwischen S/4 embedded PP/DS und IBP ausgetauscht werden – mit der neuen RTI-Schnittstelle sogar in Realtime. Im Rahmen von PP/DS- und IBP-Integrationen implementiert CONSILIO auch diese Realtime-Schnittstelle aktuell bei Kunden.

Unter dem Begriff „Synchronized Planning“ fasst SAP zukünftig die beiden Lösungen noch enger zusammen.

 

In welcher Abhängigkeit stehen Projekte zur Optimierung der Planung zu den S/4HANA-Umstellungen — und wie synchronisiert man das?

Klinger-GeorgGeorg Klinger: Wir beobachten eine Verunsicherung im Markt, ob man IBP bereits einführen kann, ohne auf S/4HANA umgestellt zu haben. Diese Frage können wir klar beantworten: Wenn ein Unternehmen IBP einführen möchte und dadurch einen Benefit im Bereich der Supply-Chain-Planung realisieren möchte, spricht nichts dagegen.

Da bei einer IBP-Einführung in erster Linie der Supply-Chain-Bereich betroffen ist, kann diese wesentlich schneller umgesetzt werden als eine gesamte S/4HANA-Einführung. Auch auf dem klassischen ECC kann ein Kunde bereits vollumfänglich von IBP profitieren und Vorteile im SCM nutzen.

 

SAP Synchronized Planning

Was erfahren wir in Ihrem Beitrag bei der ITOK22 zur automatisierten Planung für Produktionsunternehmen?

Christoph Habla: Bei der IT-Onlinekonferenz erfahren Sie von uns, wie man eine Grobplanung der Supply Chain in IBP mit einer Feinplanung der Produktion im PP/DS verbindet.

Wir erläutern exemplarisch anhand eines Beispiels aus der Prozessindustrie, wie die Zusammenarbeit der beiden Systeme im Falle einer Rüstoptimierung funktioniert — und wie Sie diese für eine Kampagnenplanung nutzen können. Hier registrieren …

 

Was wird 2022 das dominierende Thema in der SAP-Community?

Christoph Habla: Die Cloud und Cloud-Lösungen wie IBP werden nach wie vor Gesprächsstoff sein. Auch generell die Ablösung von ECC durch S/4HANA und damit verbundene Themen wie embedded PP/DS und die Ablösung von SAP APO werden im Bereich Produktion und Supply Chain bestimmende Themen sein.

Georg Klinger: Die Herausforderungen für die Industrie, wie Volatilität, Inflation und unsichere logistische Ketten werden bestehen bleiben. Das zeichnet sich auch bei SAP-Lösungen wie IBP und dem Bedarf, diese Lösungen einzusetzen, deutlich ab.

 

Vielen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte Helge Sanden, Chefredakteur des IT-Onlinemagazins.

 

Mehr bei der IT-Onlinekonferenz 2022

ITOK22-SAPSie können diesen und alle Beiträge der #ITOK22 live (24.01. – 27.01.22) oder als Aufzeichnung (sofern Sie sich für den jeweiligen Expert-Talk registriert haben) verfolgen und eigene Fragen an die Experten stellen.

Beim siebten Gipfeltreffen der SAP-Community geben SAP-Kunden vier Tage lang Erfahrungsberichte aus S/4HANA-Projekten, SAP-Optimierungen, Business-Transformationen und zur Automatisierung. Zusätzlich gibt es vielfältige Interaktions- und Networking-Möglichkeiten.

 

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