Aufgrund steigender Anforderungen in puncto Sicherheit und Compliance rückt das Identity Management als Zugangs- und Zugriffskontrolle in IT-Systemen weiter in den Fokus. Wesentliches Ziel ist es, genau jene Berechtigungen zur Verfügung zu stellen, die aufgrund der jeweiligen Rolle und den daraus folgenden Aufgaben notwendig sind. Werden zu viele Berechtigungen zugewiesen, sind Sicherheit und Compliance-Richtlinien gefährdet. Fehlen Berechtigungen, hat dies negative Auswirkungen auf die Produktivität. Im komplexen Umfeld einer SAP-Lösung ist ein präzises Identity Management – aufgrund der vertraulichen Unternehmensdaten und dessen hohen Einfluss auf die Geschäftsprozesse – als sicherheits- und erfolgskritisch zu beurteilen.
Realitätsbasiertes Identity Management erforderlich

Das Identity Management ist als Schnittstelle zwischen der Unternehmensorganisation und dem ERP-System von beiden Seiten einer Veränderungsdynamik ausgesetzt. Dies wird beispielsweise im Rahmen von Umstrukturierungen oder Releasewechseln erkennbar. Infolgedessen verändern sich die Anforderungen an ein Berechtigungskonzept genauso schnell, wie sich das Unternehmen und die Informationstechnologie wandeln. Werden die Veränderungen nicht berücksichtigt, driften reale Anforderungen und konfigurierte Berechtigungen innerhalb der SAP-Infrastruktur im Laufe der Zeit unweigerlich auseinander. Dennoch zeigt sich, dass die meisten Unternehmen nach der Implementierung eines SAP-Systems, dieses in der Praxis selten zeitnah und gründlich anpassen. Mit weitreichenden Folgen: Die Konzepte der Unternehmen sind deshalb in den meisten Fällen nicht mit den tatsächlichen Anforderungen kompatibel.
Eine solche Diskrepanz wirkt sich nicht nur negativ auf die Qualität der Geschäftsprozesse aus, sondern kann auch die Sicherheit und die Kosten innerhalb eines Unternehmens erheblich beeinträchtigen. Deshalb ist aus unserer Sicht ein Identity Management, das sich an den aktuellen Gegebenheiten orientiert (Realitätsbasiertes bzw. Reality based Identity Management), entscheidend.
Integration in die Unternehmenswirklichkeit ist möglich
Um ein Identity Management zu etablieren, das der tatsächlichen Unternehmenswirklichkeit und somit den Veränderungen im Unternehmen genügt, ist es notwendig, dass sich sowohl der Zugang wie auch der Zugriff der Mitarbeiter an den aktuellen Bedürfnissen – unter Berücksichtigung betrieblicher Sicherheitsrichtlinien – orientiert. Hierzu ist es empfehlenswert, dass die Unternehmen ihre Aufmerksamkeit auf folgende Ziele richten:
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Implementierung in die Unternehmensabläufe ist notwendig
Ein realitätsbasiertes Identity Management, das auf einer ausführlichen Analyse gründet, ermöglicht ein transparentes, nachhaltiges und den tatsächlichen Anforderungen entsprechendes Berechtigungskonzept. Als solches ist es kontinuierlich überprüfbar und führt zu gezielten Anpassungen. Aufgrund der Dynamik unternehmerischer Aktivitäten und dem damit verbundenen Zeitdruck bei der Systemanpassung ist es allerdings ratsam, von manuellen Überprüfungen abzusehen. Empfehlenswert ist eine softwarebasierte Analytik. Sie ermöglicht eine zeitnahe und periodische Kontrolle auf Basis fundierter sowie objektiver Daten, ist als fester Bestandteil in den Unternehmensabläufen implementiert und erfolgt periodisch. Die Ergebnisse führen über eine Minimierung der Abweichungen zu einer Erhöhung der Sicherheit, zur Einhaltung von Compliance-Anforderungen, zu Kosteneinsparungen und ebenso zu einer verbesserten Administrierbarkeit.
Gastbeitrag von Marlon Füller, Senior Consultant & Projekt- und Produktmanager Identity and License Management bei der IBIS Prof. Thome AG.