Nutzung von No-Code und Low-Code mit SAP noch ausbaufähig

Rund 75 Prozent der Unternehmen finden No-Code und Low-Code relevant, rund 20 Prozent sind sich noch unschlüssig. Erst jedes siebte Unternehmen nutzt die Möglichkeiten bereits tatsächlich. Oft fehlt es an Wissen zu Einsatzszenarien, sinnvollen Anwendungsfällen und Knowhow in Fachabteilungen.

Ein Trend ist klar: Cloud-Technologie wird Standard bei der Erweiterung von SAP-Lösungen. Während 2022 noch rund 75 Prozent weniger als 20 Prozent ihrer SAP-Erweiterungen mit Cloud-Technologie vornehmen, wollen das 2025 rund 70 Prozent für (deutlich) mehr als 20 Prozent ihrer Erweiterungen tun. Um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, qualifiziert rund die Hälfte der Unternehmen bestehende Entwicklungsteams in Cloud-Technologie weiter, viele arbeiten aber auch noch an ihrer Strategie. Die Einstellung ergänzender Fachleute hat offenbar eher eine untergeordnete Rolle, vermutlich weil der Markt leer ist.

Das sind einige Ergebnisse einer SAP-Community Umfrage aus dem Herbst 2022 im IT-Onlinemagazin, die vom SAP fachlich begleitet und gesponsert wurde. 108 Mitglieder aus der SAP-Community haben teilgenommen.

 

No-Low-Code-SAP-Umfrage

 

„Die Umfrageergebnisse spiegeln die Erkenntnis wider, dass der Schritt zu Cloud-basierten Erweiterungen die Möglichkeit bietet, neue Technologien wesentlich schneller nutzbar zu machen und gleichzeitig den wachsenden Entwicklungs-Backlog durch die Möglichkeit der Nutzung von zusätzlichen „Entwicklergruppen“ adressieren zu können“, kommentiert Arne Speck (SAP) die Umfrageergebnisse.

 

No-Code Low-Code (NCLC) für Fachabteilungen und IT relevant

Für 8 Prozent der Befragten ist NCLC nicht relevant, 19 Prozent sich zum Einsatz unsicher. Rund 30 Prozent sehen die Zielgruppe in den Fachabteilungen, aber sogar für die Fullstack-Entwicklung ist es relevant. Ziel dürfte immer sein, mit wenig oder ohne Coding, am liebsten per Drag & Drop Anwendungen zu konfigurieren oder zu erstellen.

 

Relevanz-No-Low-Code-SAP

 

Wissen zu No-Code / Low-Code Einsatzmöglichkeiten und Knowhow fehlen

Wir wollten wissen, was die Hinderungsgründe zum Einsatz von NCLC mit SAP in Unternehmen sind. An erster Stelle werden fehlendes Wissen zu Einsatzmöglichkeiten und sinnvollen Szenarien und fehlendes Knowhow in Fachabteilungen (je 23 Prozent) genannt. Aber selbst in IT-Organisationen gibt es Wissenslücken (11 Prozent) und auch die fehlende Governance und Orientierungshilfen zur Nutzung verhindern die großflächige Nutzung. Rund jedes siebte Unternehmen (15 Prozent) nutzt LCNC.

 

Hinderungsgründe-Einsatz-No-Low-Code

 

„Eine engere Verzahnung von No-Code/Low-Code Werkzeugen in die Fachanwendungen in der Zukunft wird helfen, die Hürden innerhalb der Fachabteilungen zu überwinden, um das Know-How hier aufzubauen. Die Einsatzmöglichkeiten und Szenarien reichen dabei jedoch über nahezu die gesamte Bandbreite der Erweiterungsanforderungen und Entwicklergruppen – von einer einfachen UI-Erweiterung bis hin zu komplexen funktionalen Erweiterungen, vom Endanwender aus dem Fachbereich bis hin zum klassischen Entwickler“, erläutert Arne Speck.

 

Anmerkung der Redaktion: Hier finden Sie einen guten Startpunkt und Überblick zu den SAP Business Technology Platform Use Cases.

 

Cloud-Technologie wird stärker für Erweiterung von SAP-Lösungen genutzt

Wir fragten, inwieweit heute und 2025 Cloud-Technologie für die SAP-Erweiterungen genutzt wird. Heute nutzen rund 73 Prozent der SAP-Kunden diese Möglichkeiten nur für einen kleinen Teil ihrer Aufgaben (0-20 Prozent). Schon 2025 wird sich das Einsatzspektrum von Cloud-Technologie deutlich erhöhen. Laut Trendumfrage dürfte dann schon jedes zehnte Unternehmen fast nur noch Erweiterungen mit Cloud-Technologie vornehmen.

 

SAP-Erweiterungen-Cloud

 

„Es ist extrem wichtig, sich mit den zusätzlichen Möglichkeiten von Cloud-basierter Erweiterungsentwicklung zu beschäftigen, um den heutigen geschäftlichen Herausforderungen mit hoher Flexibilität und schneller Umsetzungsfähigkeit begegnen zu können“, empfiehlt Arne Speck.

 

Entwicklungsteams bilden sich zur Cloud-Technologie weiter

Auch die IT-Organisationen befinden sich in Transformationsprozessen. Wir wollen wissen, wie die SAP-Kunden ihre Transformation in die Cloud-Welt managen. Rund 39 Prozent arbeiten noch an ihrer Strategie und 45 Prozent sehen den Weg im Enablement der bestehenden Teams in Richtung Cloud-Knowhow. 18 Prozent greifen eher auf Externe zurück. Die Ergänzung über Neueinstellungen hat eher eine untergeordnete Rolle, vermutlich weil diese Expertinnen und Experten am Markt schwer zu bekommen sind.

 

Entwicklung-Enablement-Cloud

 

Fazit: No-Code / Low-Code Einsatz bei SAP-Kunden

  • No-Code / Low-Code wird überwiegend als relevant gesehen.
  • Fachabteilung, Beratung und IT-Organisationen profitieren davon.
  • Der Nutzungsgrad ist noch ausbaufähig. Rund jedes siebte Unternehmen nutzt es.
  • Cloud-Technologie wird zukünftig zur Erweiterung von SAP-Lösungen stark genutzt.
  • Das Enablement der Entwicklungsbereiche mit Cloud-Wissen ist wichtiger Baustein für Cloud-Transformation.

 

Bewertung der Ergebnisse

Arne Speck zieht folgende Schlüsse aus den Umfrageergebnissen: „Die Vorteile von Cloud-basierter Anwendungsentwicklung scheinen erkannt, und auch wenn einige Unternehmen noch nicht am Ziel ihrer Reise sind, so ist es doch gut zu sehen, dass der Großteil sich strategisch mit dem Thema beschäftigt.

Darüber hinaus scheinen Low-Code/No-Code Werkzeuge als sinnvoller Ansatz gesehen zu werden, die Fähigkeit deutlich zu verbessern, möglichst schnell auf geschäftliche Veränderungen reagieren zu können. Erzielt wird dieses einerseits durch das Erschließen neuer „Entwicklergruppen“ – wie z. B. Fachbereichsanwender – aber andererseits auch durch die Beschleunigung von klassischer, code-basierter Entwicklung. Über die Art und Weise wie derartige Werkzeuge sinnvoll im Unternehmen etabliert werden können gibt es aber offensichtlich noch Unsicherheiten.“

 

Weiterführende Informationen:

Aufzeichnung anschauen: Präsentation der No-Code/Low-Code Umfrageergebnisse in der SAP-Community und Diskussion zwischen Arne Speck und Helge Sanden.

 

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