SAP muss Integrationsversprechen schnell einlösen

SAP IntegrationIm monolithischen SAP ERP-System war die durchgängige „out-of-the-box“ Integrationsfähigkeit der unterschiedlichen Module eine der Hauptstärken beim SAP-Einsatz: Alles passte von Haus aus zusammen, und Prozesse funktionierten durchgängig. Mit den Zukäufen diverser Speziallösungen durch SAP ist dieser Vorteil an vielen Stellen verloren gegangen.

SAP arbeitet mit Hochdruck an der Integration dieser Zukäufe, der Vereinheitlichung der Benutzeroberflächen und der Harmonisierung der Datenmodelle für Stamm- und Bewegungsdaten, um zu alten Stärken zurückzufinden. Der deutschsprachigen Anwendergemeinschaft DSAG ist die Geschwindigkeit der Harmonisierung nicht schnell genug.

 

Harmonisierung geht Kunden nicht schnell genug

„SAP hat die Wichtigkeit der Harmonisierung erkannt und arbeitet mit Hochdruck an der Abarbeitung ihrer Roadmaps, die zum DSAG Jahreskongress 2018 erstellt wurden. Die Lösungsgeschwindigkeit ist hoch, reicht aber an vielen Stellen trotzdem nicht aus, um Digitalisierungsvorhaben oder Einführungen der zugekauften Lösungen jetzt zügig durchzuführen“, sagte uns der DSAG-Vorstandsvorsitzende Dr. Marco Lenck beim DSAG-Jahreskongress 2019 in Nürnberg.

 

Nur ein Viertel der Kunden hat volles Vertrauen in SAP-Produktstrategie

In einer DSAG-Umfrage zum Kongress gab ungefähr ein Viertel der SAP-Anwenderunternehmen an, der SAP-Produktstrategie zu vertrauen und 45 Prozent tun dies „zum Teil“. Dieser Trend kann dem SAP-eigenen Anspruch nicht genügen.

Mit weiteren Zukäufen soll zunächst Schluss sein, bemerkte SAP-Vorstandsmitglied Michael Kleinemeier in seiner DSAG-Keynote. Er stellt eine „best-of-suite“-Integration in Aussicht, bei der die Out-of-the-box Integrationsfähigkeit der SAP-Lösungen untereinander wieder gewährleistet sein soll. Damit wird man als Kunde Vorteile gegenüber einem „best-of-breed“-Ansatz bekommen, bei dem man SAP- und Non-SAP-Anwendungen mit zum Teil umfangreichen Integrationsprojekten koppeln muss.

 

SAP Cloud Plattform ist Klebstoff für die SAP-Lösungen

Eine wichtige Bedeutung hat in diesem Zusammenhang die SAP Cloud Platform, die man als das hauseigene „SAP-Betriebssystem“ bezeichnen könnte: Mit ihr kann man SAP- und Non-SAP-Lösungen, Backend- und Drittsysteme prozessual über einheitliche Integrationsservices integrieren oder auch anwendungsübergreifende Datenanalysen machen. Sie ist notwendig, damit die SAP-Komponenten durchgängig miteinander funktionieren. SAP COO Christian Klein und Thomas Saueressig (President SAP Product Engineering bei SAP) haben in Nürnberg diesen Integrationsfahrplan für die zugekauften Produkte vorgestellt:

Demnach sollen noch in diesem Jahr SAP SuccessFactors, Core Systems, SAP Analytics Cloud (SAC) und qualtrics out-of-the-box integrierbar sein und 2020 SAP Fieldglass, SAP C/4HANA Commerce, Callidus Cloud, SAP Ariba und SAP Concur folgen.

 

Einfache Integrationsfähigkeit schafft neues Vertrauen

„SAP wird Vertrauen bei Anwendern zurückgewinnen, sobald man die Ergebnisse der Bemühungen sieht und erfolgreich realisierte Projekte nachgewiesen werden können“, meint Marco Lenck.

Kunden werden mit Investitionen in neue SAP-Lösungen zögern, solange die einfache Integration nicht gegeben ist. Wer jetzt ein Projekt mit den oben genannten Lösungen plant, hat zumindest eine Orientierung, wann mit einer out-of-the-box Integration zu rechnen ist. Die Wettbewerber werden nicht warten, bis SAP seine Harmonisierungsvorhaben abgeschlossen hat. Daher ist SAP gut beraten, sein Integrationsversprechen schnell einzulösen und von Beginn an einen soliden Basisumfang an Integrationsservices zu liefern.

 

 

Keynote von Christian Klein und Thomas Saueressig beim DSAG-Jahreskongress 2019 in Nürnberg:

 

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