SAP S/4HANA Know-how hat seit Jahren höchste Priorität

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Posted 5. September 2018 by Redaktion IT-Onlinemagazin in SAP®-Spezialist

Der digitale Wandel verändert derzeit die Anforderungen an SAP-Anwenderunternehmen stark. Bei vielen ist die Entscheidung bereits gefallen, ihre SAP-Landschaft auf die Business Suite SAP S/4HANA umzustellen, um für die digitale Zukunft gewappnet zu sein. Prozesse und Technologien müssen dazu neu gedacht und Projekte agil umgesetzt werden.

Das stellt nicht nur die transformierenden Unternehmen vor neue Herausforderungen. Bei den SAP-Beratern und den Beratungsunternehmen sind aktuelle Kenntnisse und Erfahrungen aus S/4HANA-Projekten gefragt, von denen Kunden auf dem Weg in ihre digitale Zukunft profitieren können. Wir fragten Thomas Latajka, Prokurist und Mitglied der Geschäftsleitung bei valantic ERP Services, zu konkreten S/4HANA-Projektszenarien bei Kunden und wie SAP-Beratungen mit den neuen Anforderungen umgehen.

 

 

SAP S/4HANA ist bereits seit ein paar Jahren auf dem Markt. Die Transformationswelle rollt gerade an. Was halten Sie für die größten Herausforderungen in S/4HANA-Projekten, Herr Latajka?

Thomas Latajka valanticThomas Latajka: Herausforderungen gibt es so viele wie noch nie, das haben wir schon im sehr frühen Release-Stadium von S/4HANA festgestellt. Aber das ist auch ein gutes Zeichen, denn es liegt ganz einfach an den unglaublich vielen Möglichkeiten, die mit der weiterentwickelten Technologie erst umsetzbar geworden sind.

Unternehmen müssen umdenken und die Prozesse allem voranstellen. Erst dann kommt die Technologie ins Spiel. Da kommt es oft vor, dass in der S/4HANA-Welt kein Stein auf dem anderen bleibt. Hier ist eine gute Beratung das A und O, denn beides kann richtig sein: eine eher vorsichtige Migration oder auch ein Radikalschnitt. Letzterer bietet oft die Chance, alte, verkrustete Geschäftsprozesse neu zu denken.

Prinzipiell ist ja alles möglich, aber am Ende des Tages sollten Unternehmen auch das Potenzial von S/4HANA mit Echtzeitinformationen, intuitivem Fiori-User-Interface und intelligenter Vernetzung wirklich ausschöpfen können. Alle Szenarien haben Vor- und Nachteile und nicht jedes Unternehmen verabschiedet sich gern von vielen Jahren Investition in individuelle Prozesse. Und wie schon gesagt, das macht auch nicht immer Sinn.

 

Können Sie das näher erklären? Hat sich die Erwartung von Unternehmen an eine gute SAP-Beratung verändert?

Auf jeden Fall und das ist auch verständlich. Das Produktportfolio der SAP ist mittlerweile so komplex, dass die richtigen Entscheidungen im Vorfeld getroffen werden müssen. Und zwar auch für Fragen, die aktuell noch nicht vollständig beantwortet werden können. Sonst kann ein SAP-S/4HANA-Projekt schnell ein Fass ohne Boden werden, was Zeit und Kosten betrifft.

Hier sind SAP-Beratungen mit ihrer Expertise, ihren Erfahrungen und auch ihrer Nähe zur SAP gefragt. Der Kunde erwartet vom Dienstleister, immer mindestens einen Schritt voraus zu sein und Prozesse inhaltlich wie technologisch auf höchstem Niveau zu verstehen. Wir haben zum Beispiel schon früh im eigenen Haus ein S/4HANA-System zu Demo- und Schulungszwecken implementiert.

Das hat sich für unsere Kunden und Mitarbeiter bereits in vielen Szenarien als wertvolles Instrument bewährt. Der Kunde möchte für digitale Transformationsprojekte einen verlässlichen Partner für Beratung und Implementierung und einen direkten, verantwortlichen Ansprechpartner in allen Projektphasen. Das wird immer wichtiger und das empfinden wir auch als richtig so.

 

Wie gehen Sie an SAP S/4HANA-Projekte heran? Was ist aus Ihrer Sicht anders als bei bisherigen SAP-ERP-Einführungen?

Die Marktanforderungen verändern sich kontinuierlich und erfordern schnelle Reaktionen, gleichzeitig gibt es mittlerweile eine extrem breite Angebotspalette an Lösungen für die unterschiedlichsten Anforderungen. Da ist es besonders wichtig, den Überblick zu behalten und deshalb muss es aus unserer Sicht auch neue Herangehensweisen an Implementierungsprojekte geben.

Wie schon gesagt: Digitalisierungsprojekte werden immer vielschichtiger. Denn nur durch eine intelligent vernetzte Technologie, die alle Bereiche tief durchdringt, lassen sich die Prozesse für die Endanwender wirklich vereinfachen und deutlich effizienter gestalten. Hierbei nutzen wir unter anderem die standardisierten SAP-Best-Practice-Prozesse als Grundlage.

Ein möglichst hoher Standardisierungsgrad und Transparenz sind die großen Keywords in unseren Projekten. Deshalb teilen wir sie zum Beispiel in überschaubare, gut beherrschbare Einheiten ein und liefern mit agilen Projektmanagement-Lösungen jederzeit einen klaren Einblick in den Projektfortschritt. Das ist von essenzieller Bedeutung, auch vor dem Hintergrund der Investitionen, die Kunden mit der Einführung von SAP S/4HANA tätigen. Wir haben hierzu eine ganz eigene Projektmethodik entwickelt, die „valantic Project Simplification“.

Wichtig sind diese kleineren Einheiten aber auch für das Change Management in den Anwenderunternehmen. Denn die Umstellung auf S/4HANA stellt auch für die Mitarbeiter eine große Herausforderung dar. Diese müssen frühzeitig abgeholt werden, damit das neue SAP-System auch die entsprechende Akzeptanz erhält. Das gilt im Übrigen auch für unsere Berater und Entwickler.

Um möglichst schnell den Ein- und Umstieg in S/4HANA-Projekte zu schaffen, entwickeln wir auch unsere Mitarbeiter agil weiter und machen damit sehr gute Erfahrungen. Unsere Teams setzen wir in S/4HANA-Projekten so ein, dass auch in S/4HANA unerfahrene SAP-Berater schnell einsteigen und der Kunde sich gleichzeitig auf unsere Top-Leistung verlassen kann.

 

Können Sie einige Herausforderungen Ihrer Kunden bei derzeit laufenden S/4HANA-Projekten skizzieren?

Bei einem großen Kunden aus der Nahrungs- und Genussmittelindustrie mit Standorten in mehreren Ländern geht es aktuell um das Aufbrechen gewachsener Strukturen — mit Schwerpunkt auf eine internationale Stammdaten- und Prozessharmonisierung. Wir verfolgen dabei den Greenfield-Ansatz, gehen also den Weg der Neuimplementierung und setzen dabei unsere vereinfachte Projektmethodik ein. Vor der Umstellung auf ein neues SAP-System gibt es auf Seiten des Kunden vorab viele Dinge zu erledigen, die erst einmal Fleißarbeit sind, wie zum Beispiel Stammdatenbereinigung und Prozessharmonisierung. Auch die Neuvergabe und Überprüfung von SAP-Berechtigungen und ein Re-Design des SAP-Berechtigungskonzepts gehören dazu.

Aktuell befinden sich auch viele Unternehmen in der Proof-Of-Concept-Phase. Wir unterstützen sie dabei, indem wir in der Breite prüfen, wie sie ihre S/4HANA-Einführungen sinnvoll realisieren können. Dafür ist es besonders wichtig, die Branche des Kunden zu verstehen. Wir sind zum Beispiel in der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie sehr aktiv und sehen dort aktuell einen starken Umbruch. Viele stellen sich für den Markt ganz neu auf und setzen auf zukunftssichere Technologien.

 

Vielen Dank, Herr Latajka.

 

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