SAP Schulungen: Zufriedene Anwender durch zeitgemäße Methoden?

Mit dem aktuell stattfindenden Generationswechsel der SAP-Lösungen, neuen Benutzeroberflächen und möglicherweise veränderten Unternehmensprozessen, kommt auf jedes SAP-Anwenderunternehmen Schulungsbedarf zu. Regelmäßige Updates machen Lernen zur Daueraufgabe. Gleichzeitig haben sich die Anforderungen der Lernenden massiv geändert, und SAP hat auch seine Angebote und Lernmöglichkeiten umfassend modernisiert.

Thomas Jenewein, SAP Education Business Development bei SAP Deutschland, sagt: “Zufriedene Anwender machen den Unterschied, und Qualifizierung mit zeitgemäßen Methoden ist einer der wesentlichen Schlüssel dazu: Unternehmen, die das erkennen, profitieren von einem maximalen Return on Investment in Technologie und in die Mitarbeiter.“

Wir wollten von Seyde Sosnovski (ebenfalls SAP Education) und ihm wissen, warum man beim Lernen in IT-Projekten umdenken sollte, wie man Anwender – aber auch Experten – leichter „happy“ machen kann, welche SAP-Angebote dabei helfen können und wie Verantwortliche vorgehen können, wenn sie Software- oder Change-Projekte planen.

 

Herr Jenewein, dass man Mitarbeiter befähigen muss, damit sie neue IT-Lösungen sinnvoll nutzen können, weiß man schon lange. Wieso stellen Sie diesen Aspekt so in den Vordergrund?

Thomas Jenewein: Das Thema ist aktueller denn je. In der heutigen digitalen Welt gibt es durch die allgemeine Transformationswelle, schnellere Updatezyklen und neue Technologien, beispielsweise Machine-Learning, immer mehr und immer öfter Neues zu lernen oder alte Denkmuster über Bord zu werfen.

 

Inwieweit müssen die Verantwortlichen bei der Qualifizierung der SAP-Anwender umdenken?

Seyde Sosnovski: Da sowohl Arbeit als auch Prozesse flexibler, mobiler und agiler werden, müssen die Ansätze von Lernen und Wissenstransfer dies auch. Stichworte sind hier: Lernen bedarfsorientierter, relevanter für den Kontext oder regelmäßiger zu ermöglichen.

Digitale Helfer sind hierbei unersetzlich. Sei es digitales Lernen mit e-Learning, vernetzt lernen und reflektieren in Communities, üben mit Trainingssystemen oder Lernassistenten mit Inhalten — bei Bedarf im Systemkontext.

 

Was erwarten SAP Anwender — und gibt es Unterschiede zwischen Jung und Alt?

Thomas Jenewein: Ich denke, wir alle wollen unsere Zeit effektiv nutzen und state-of-the-art Tools nutzen. Privat lernen wir bereits mit Tutorials auf YouTube, stellen Fragen in Foren oder Communities oder kaufen online. Zudem erwarten viele eine ganz einfache Nutzererfahrung.

Diesen digitalen Livestyle wollen viele auch beim Lernen und Wissenstransfer wiederfinden. Jüngere sind von der Tendenz noch affiner für Audio- und Videoformate und sind wirklich mobile-only.

 

Was sollte ein modernes Lernkonzept beinhalten, damit die vielen unterschiedlichen Benutzergruppen zufriedener — oder sogar „happy“ — werden?

Thomas Jenewein: Ein modernes Lernkonzept sollte wesentliche Lernbedarfe unterstützen. Man kann hier zwischen folgenden Aspekten unterscheiden.

  1. Sich Neues aneignen und vertiefen, sei es mit E-Learning, Wissenstests oder im (virtuellen) Klassenraum.
  2. Hilfe beim Umsetzen im Arbeitskontext– sei es durch kontextsensitive Hilfe & Demos im Bedarfsfall oder Übungsmöglichkeiten im System.
  3. Unterstützung bei Veränderungen – sei es durch Wissensupdates, Tests, kurze Webinare und mehr.

 

Aus welchen SAP-Lernangeboten bedienen sich Kunden typischerweise bei einem S/4HANA-, C/4HANA- oder SuccessFactors-Projekt?

Seyde Sosnovski: Der SAP Learning Hub ist die digitale Quelle für Experten, mit vielen E-Learning-Inhalten, Handbüchern, Lern-Communities und Schulungssystemen. Für Grundlagen, Hilfe bei Zertifizierung aber auch ideal, um wissensmäßig „up-to-date“ zu bleiben.

Viele Experten schätzen weiterhin die Klassenraumtrainings von SAP, da man hier ungestört lernen und an Trainingssystemen üben kann — und durch erfahrene Trainer angeleitet wird. Zudem kann man sein Wissen in einer Zertifizierung testen – für viele Firmen ist das ein Qualitätssiegel.

Für Endnutzer ist Lernen im System mit eingebetteter Hilfe und E-Learning die Methode der Wahl. Für die neuen Applikationen, wie S/4HANA oder SuccessFactors, bietet SAP schon im Standard in der neuen Hilfe den sogenannten Webassistent an.

Thomas Jenewein: Hier kann, je nach Aufgabe im System, auf Kontexthilfe, eine Guided-Tour oder Simulation zugegriffen werden. Mit der Lösung SAP Enable Now können diese Inhalte zudem an die eigene Konfiguration angepasst werden, und neue Lerninhalte können erstellt und hinzugefügt werden.

 

Wie kann man vorgehen, wenn man die Aufgabe hat, die Qualifizierungsmaßnahmen für ein Software- oder Change-Projekt zu planen?

Thomas Jenewein: Wir schlagen hier mindestens vier Schritte vor:

  1. Bedarfsanalyse und Design von Learning Journeys für Experten und Endnutzer. Allgemeine Learning Journeys bietet die SAP bereits an.
  2. Changemanagement Unterstützung durch Einbindung und Kommunikation.
  3. Lernangebote erstellen, kaufen oder anpassen — je nach Zielgruppe, Lernbedarf oder Learning Journey.
  4. Impact messen und die weiteren Maßnahmen optimieren.

 

Wie unterstützt SAP dabei?

Seyde Sosnovski: Wer sich für ein umfangreiches Vorhaben orientieren möchte, kann Beratung für sein Schulungsprojekt bekommen.

SAP unterstützt durch sofort nutzbare und umfassende Lerninhalte, wie den SAP Learning Hub. Ganz nach dem eigenen Geschmack können SAP-Schulungen virtuell oder im Klassenraum besucht werden.

Key-User oder Schulungsverantwortliche unterstützen wir mit einfachen Werkzeugen in SAP Enable Now bei der Erstellung kundenindividueller Lerninhalte oder Anpassung der Standardinhalte.

 

Kann man den Nutzen von Investitionen in den Wissensaufbau messen?

Thomas Jenewein: Absolut. Allgemeine Studien und auch eine IDC-Studie zeigen, dass Investitionen in Schulungen die jeweiligen Projekte schneller und erfolgreicher machen.

In jedem Projekt sollte man unbedingt mit KPIs den Erfolg und Impact der Lernmaßnahmen messen. Die allgemeine Zufriedenheit der Nutzer ist dabei ebenso wichtig, wie andere Kennzahlen, beispielsweise benötigte Lern-Zeit, Qualität im Sinne von Support-Meldungen, Fehlern oder auch HR-Kennzahlen, wie Fluktuation.

 

Haben Sie Beispiele für „happy user“?

Seyde Sosnovski: Wir haben von Kunden hierzu viel positives Feedback bekommen. Folgende Kundenstimmen dürfen wir nennen:

Tammy Powlas, ASUG Volunteer & SAP Mentor: “Eine große Herausforderung von mir war die Migration von zwei Firmenakquisen in SAP innerhalb weniger als 6 Monaten. Mit Hilfe des SAP Learning Hub lernte ich, wie man sehr schnell Daten migriert. Ich nutze den SAP Learning Hub fast täglich, um alles was ich für meine Projekte wissen muss zu lernen.“

Peter Palme, Senior Consultant bei tts TMC GmbH: „Der SAP Learning Hub unterstützt mich in meiner kontinuierlichen Weiterentwicklung im Bereich Digital HR Cloud. Unter anderem hilft er mir bei der Vorbereitung auf SuccessFactors Zertifizierungen und Rezertifizierungen.“

Head of Accounting and Group Tax, European Bank: “SAP Enable Now hat unsere Erwartungen in der Befähigung einer smoothen Transition zu SAP S/4HANA Finance mit modernen, innovativen und nutzerfreundlichen Ansätzen bei weitem überschritten. Unsere Kollegen fühlen sich produktiver und ihre Aufgaben sind einfacher zu erledigen.“

Luca Avalle, Training & Development Manager: „Der Haupt-ROI von SAP Enable Now war die extreme Reduktion der Zeit zur Entwicklung neuer Inhalte. Die Zeit wurde um 60 Prozent reduziert. Die Zeit für Inhalts-Reviews wurde um 50 Prozent reduziert. Wir sind sehr stolz auf SAP Enable Now, da es uns erlaubt einen neuen Ansatz für IT-Trainings in unsere gesamte Firma zu bringen.“

 

Vielen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte Helge Sanden, Chefredakteur des IT-Onlinemagazins.

 

Weiterführende Informationen:

Ratgeber: “Happy Users. As Important as Great Software.”

Learn Hacks: Mission & Austausch in der SAP Community

 

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