Für die Entwicklungs-Community verbessert SAP mit kostenlosen Angeboten die Möglichkeiten zur Qualifizierung, zur Evaluierung und zur Entwicklung mit SAP-Technologie. Mit den Ankündigungen der TechEd 2020 wird deutlich, dass SAP entwicklerfreundlicher werden will.
Auch inhaltlich gibt es viel Neues zur SAP Business Technology Platform (BTP) in Bezug auf die Integration, Erweiterbarkeit und zum Datenmanagement — beispielsweise erste Objekte im SAP One Domain Model und die Event-basierte Architektur mit „Enterprise Messaging“ — auch für SAP ECC Integrationen. Eine SAP TechEd 2020 Zusammenfassung kann man herunterladen – die Inhalte des Dokuments geben einen guten Überblick.
Kostenfreie Nutzung der SAP Cloud Platform
Der Entwicklungs-Community stellt SAP kostenlose Nutzungskontingente für die SAP Cloud Platform in Aussicht. Bis es 2021 so weit ist, wurde die Testlizenz der SAP Cloud Platform für bestehende und zukünftige Accounts von 90 Tagen auf ein Jahr verlängert. SAP-Partner und SAP-Kunden hatten das bereits lange gefordert. Damit können Integrations- und Erweiterungsszenarien jetzt endlich lizenzkostenneutral entwickelt und getestet werden.
Helge Sanden (IT-Onlinemagazin) freut sich für die SAP-Kunden und SAP-Partner: „SAP bietet Entwicklerinnen und Entwicklern jetzt vielfältige Unterstützung zur eigenen Qualifizierung und zur Evaluierung und Projektierung von SAP-Technologie, ohne dass gleich Lizenzkosten fällig werden. Dieser Schritt war wichtig, um mit den Unterstützungsangeboten anderer Cloud-Anbieter mithalten zu können.“
Kostenlose rollenbasierte „learning journeys“
Besonderer Clou: Jeder TechEd-Registrierte bekommt bis Ende Q1/21 kostenfreien Zugang zu vier Learning Journeys der SAP Learning Hub „TechEd Edition“, die speziell für Cloud-Native-, ABAP- und Schnittstellen-Entwickler konzipiert sind. Selbst Zertifizierungen sollen möglich sein. Weiterführende Informationen zu diesen Angeboten finden Sie hier.
Unabhängig von der TechEd gibt es (mit dem Gutscheincode: LHvalue10) aktuell 10 Prozent Rabatt für die Nutzung des SAP Learning Hub.
SAP Low-Code und No-Code: Programmierung nicht mehr nötig
Gartner prognostiziert, dass bis 2024 rund 65 Prozent der Anwendungsentwicklung mittels Low-Code erfolgen wird. Fachabteilungen sollen selbst Prozessanpassungen vornehmen können, ohne Entwicklungsknowhow haben zu müssen. Das ist in Zeiten von Fachkräftemangel in Entwicklungsabteilungen sicher ein guter Schachzug.
Mit Mendix oder anderen Partnerlösungen ist das für SAP-Prozesse schon heute möglich. SAP erweitert mit SAP Ruum sein Produktportfolio mit einer eigenen Lösung. Vorteil soll sein, dass beispielsweise Berechtigungs- und UX-Integrationen einfacher sind. Aber sicher verspricht sich SAP von einer eigenen Lösung auch entsprechendes Umsatzpotenzial, wenn man die Gartner-Prognose im Hinterkopf hält. Aktuell läuft ein Beta-Programm mit internationalen Kunden.
SAP hält Integrationsversprechen: Gute Fortschritte
SAP CTO Jürgen Müller (Foto) machte deutlich, dass sich SAP an sein Versprechen hält, die kostenlose „out-of-the-box“ Integration für die verschiedenen SAP-Lösungen zur Verfügung zu stellen. Man sei im Zeitplan und hat rund 80-90 Prozent der Arbeiten abgeschlossen.
Mittlerweile sind bereits erste Objekte im neuen „SAP One Domain Model“ verfügbar. Es ist das neue, gemeinsame und zentrale Datenmodell für die Business-Objekte aller SAP-Anwendungen. Das „One Domain Model“ soll den Datenaustausch zwischen SAP-Anwendungen erleichtern und die durchgängige Semantik sicherstellen. Die Abkürzung ODM werden wir zukünftig sicher häufiger hören.
DSAG begrüßt SAP One Domain Model und Enterprise-Messaging
In einer ersten Stellungnahme begrüßte DSAG-Technologievorstand Steffen Pietsch (Foto) die aktuellen Fortschritte. Das „SAP One Domain Model“ ist für ihn der Schlüssel zur technischen und semantischen Integration.
In den Nutzungsmöglichkeiten von eventgesteuertem „Enterprise Messaging“ für die SAP Cloud Platform, sieht er insbesondere für SAP ECC-Kunden Investitionsschutz beim späteren Wechsel auf SAP S/4HANA. Integrationsszenarien können damit nämlich weiter genutzt werden.
Industry Cloud – industriespezifische Lösungen
Mit der Industry Cloud will SAP die Branchenexpertise von SAP-Partnern und Kunden nutzen und mit branchenspezifischen Public-Cloud-Lösungen die SAP Intelligent Suite ergänzen. Die Industry Cloud-Lösungen nutzen als Integrationsschicht die SAP Cloud Platform und laufen auf Hyperscaler Cloud-Infrastruktur. Vorteile für Kunden können sein, Services mit schnellem Time-to-market nutzen zu können.
Für SAP-Partner, die Industry-Cloud-Lösungen anbieten wollen, dürfte der Leitfaden „Architecture and Development Guide for Industry Cloud Solutions“ interessant sein.
Aufzeichnungen und Ausblick
Wer die TechEd 2020 verpasst hat, kann sich nachträglich registrieren und sich Aufzeichnungen ansehen. Jürgen Müller stellte in der Abschluss-Session in Aussicht, auch zukünftig die TechEd mit einem Online-Anteil anzubieten — möglicherweise wird die TechEd zum hybriden Event, damit sich die Entwicklungs-Community sowohl online als auch persönlich treffen kann. Wir werden sehen.
SAP Business Technology Platform: openSAP-Kurs
Ab 02.02.21 können Interessierte im englischsprachigen openSAP-Kurs „An Enterprise Architect’s View on SAP Business Technology Platform“ aus der Perspektive eines IT-Architekten die SAP Business Technology Platform Technologie unter die Lupe nehmen. Der Kurs von Holger Seubert (SAP) ist kostenlos, dauert drei Wochen und kann mit Prüfung abgeschlossen werden. Er eignet sich für Einsteiger und Fortgeschrittene. Hier einschreiben …
Weiterführende Informationen:
SAP TechEd News Guide (engl – 47 Seiten Zusammenfassung)