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SAP-Transportmanagement mit S/4HANA und in hybriden Landschaften

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Posted 30. November 2018 by Redaktion IT-Onlinemagazin in IT-Leiter

Das IT-Management verteilter und hybrider SAP-Landschaften hat eine hohe Komplexität. Wer in der SAP-Basis-Administration auf Automatisierung und Tooleinsatz verzichtet, dürfte schnell an Grenzen kommen, beispielsweise bei der Organisation von Transport- und Changemanagement-Prozessen.

Wir fragten Franz Hiltscher, Director Managed Services & Support Delivery bei REALTECH, wo die Besonderheiten bei S/4HANA-Umgebungen liegen, warum die HANA-Datenbank, Fiori, Cloud-Lösungen und Non-ABAP-Code die Komplexität weiter erhöhen, und wie SAP-Kunden ihre SAP-Basis-Administration mit hybriden S/4HANA-Landschaften organisieren.

Polina Klibanova (Team Leader SAP Basisadministration | C&A Services), Hans Wolferseder (Teamleiter SAP Basis Anwendung | Stadtwerke München) und Franz Hiltscher sind Gäste eines Expert-Talks zur Onlinekonferenz 2019 „Der Umstieg auf SAP S/4HANA – wie machen es andere Unternehmen?“ und berichten dort gemeinsam über Erfahrungen mit der Automatisierung im SAP-Transport- und Changemanagement und DevOps-Initiativen.

 

Herr Hiltscher, welche Herausforderungen haben IT-Abteilungen bei der S/4HANA-Umstellung, beim Betrieb von S/4HANA-Systemlandschaften und beim SAP-Transportwesen?

REALTECH-Franz-Hiltscher-Portrait-rechts-webFranz Hiltscher: Die Umstellung bedeutet für die IT-Abteilung eine komplette Neudefinition der SAP-Strategie. Dadurch entstehen eine Vielzahl von komplexen Projekten und Programmen, auf die die wenigsten vorbereitet sind.

Für den Basisbetrieb von S/4HANA sind viele bereits durch die vorherige Umstellung von ERP 6 auf HANA gut gerüstet. Die Herausforderung kommt allerdings durch „hybride Landschaften“ und Non-ABAP Technologien. Das betrifft natürlich maßgeblich das Transport- und Changemanagement. Die vollständige Umsetzung eines Changes — zum Beispiel bestehend aus einer Anpassung der Oberfläche in Fiori, Modifikationen eines Mikroservices auf der SAP Cloud Plattform und der Erweiterung eines Report in S/4HANA — muss für den stabilen Betrieb auch in einer hybriden Landschaft zuverlässig sichergestellt werden.

 

Welchen Einfluss haben die neuen Technologien (HANA DB, Fiori, Cloud-Lösungen) auf die SAP-Basis-Administration?

Schon die letzten 10 – 15 Jahre durchläuft die SAP Basis Administration einen technologiegetriebenen Wandel. Der große Unterschied heute und in Zukunft ist: die Anforderung neuer Technologien müssen immer schneller und in größerer Anzahl adaptiert werden.

Ich sehe deshalb, dass sich die SAP Basis (aufgrund ihrer großen Technologiekompetenz) in den kommenden Jahren mehr und mehr in der Gestaltung und Koordination der gesamte IT-Unternehmensarchitektur engagieren muss — also auch im Non-SAP Bereich! Voraussetzung dafür ist, den Automatisierungsgrad der operativen Tätigkeiten Schritt für Schritt deutlich zu erhöhen.

 

Wie kann man die Komplexität hybrider SAP-Landschaften managen?

Das stetig wachsende Angebot an Cloud Services und deren einfache Nutzung sind an dieser Stelle Fluch und Segen zugleich. Sie verleiten Fachabteilungen dazu, schnell und günstig Cloud-Dienste, ohne Einbindung der dafür verantwortlichen IT-Abteilung, in Anspruch zu nehmen.

Die Komplexität und Schwierigkeit entsteht, wenn diese Cloud-Services später in bestehende Prozesse oder IT-Services integriert werden müssen. Meist wurden die notwendige Voraussetzung oder Integrationsfähigkeit bei der Auswahl von Cloud-Diensten nicht berücksichtigt.

Deshalb muss in Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen ein vollständiger Plan, in dem für jeden Bereich, Anwendung oder Service, die benötigte Fertigungstiefe (make or buy) anhand eines auf die Unternehmensanforderungen zugeschnittenen Kriterienkatalogs erstellt werden.

Dadurch behält die IT-Abteilung die Verantwortung in ihrer Hand, ist in der Lage auch komplexe Landschaften zu managen und für die Fachbereiche gibt es Leitplanken zur sicheren Auswahl und Nutzung von Cloud Services.

 

Welche betriebswirtschaftlichen Vorteile erreichen Unternehmen, die ihr SAP-Transportwesen automatisieren?

Es gibt drei Bereiche, die in eine betriebswirtschaftliche Betrachtung einbezogen werden müssen:

  1. Reduzierung von Kosten, die durch Systemstörungen entstehen, denn die Implementierung von Änderungen ist immer noch eine der Hauptursachen für Systemausfälle.
  2. Opportunitätskosten oder auch entgangene Erlöse, die durch eine langsame Umsetzung von geschäftlichen Anforderungen entstehen, denn Schnelligkeit wird ein zunehmend wichtiger Wettbewerbsfaktor.
  3. Direkt zu erzielende Einsparungen, die durch die Automatisierung von manuellen und auch redundanten Prozessen entstehen. Wir können bereits hier mit unserer Lösung nachweislich Einsparungen über 100.000 EUR erzielen.

 

Was wird für Sie in den kommenden 12 Monaten das dominierende Thema in der SAP-Community?

Auch in den nächsten Monaten wird S/4HANA das große Thema bleiben. Abseits davon sehe ich aber die Verfügbarkeit von ABAP auf der SAP Cloud Plattform als entscheidenden Schritt. SAP ebnet für eine große Anzahl an Entwicklern damit den Weg in die Cloud.

 

Vielen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte Helge Sanden, Chefredakteur des IT-Onlinemagazins.

 

 

 

In einem Expert-Talk zur Onlinekonferenz „Ihr Weg nach SAP S/4HANA: Wie machen es andere Unternehmen“ berichten Polina Klibanova (C&A Services), Hans Wolferseder (Stadtwerke München) und Franz Hiltscher über Erfahrungen mit der Automatisierung des SAP-Transport- und Changemanagements in verteilten HANA- und S/4HANA-Landschaften und ihre DevOps-Initiativen.

Sie können diesen und alle Beiträge der Onlinekonferenz live (29.01. – 01.02.19) oder als Aufzeichnung verfolgen. Im Konferenzprogramm finden Sie Erfahrungsberichte aus mehr als 20 S/4HANA-Migrationen.

 

 

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