Wie bekommt man Transparenz in komplexe SAP-Systemlandschaften?

Als SAP-Basis-Administrator ist man oft mit scheinbar harmlosen Anfragen konfrontiert. Sie wirken einfach, generieren aber unverhältnismäßige Aufwände. In der Regel beginnen Anfragen mit: „Kannst du mir mal kurz sagen, …“ — und enden damit, dass stundenlang recherchiert werden muss, um die angefragten Informationen zusammenzutragen.

Wir fragten Torsten Thal und Kürsad Gögen (beide REALTECH), wie man Transparenz in komplexe SAP-Systeme bekommen kann. Bei der IT-Onlinekonferenz (16.-19.05.22) berichten beide, wie man weit über die SAP-Landschaft verteilte System-Informationen zusammentragen kann, um schnell Anfragen beantworten zu können. Hier registrieren …

 

Herr Thal, welche Herausforderungen beobachten Sie in IT-Organisationen?

Torsten-ThalTorsten Thal: SAP-Teams stehen vor der Herausforderung, dass ihre Systemlandschaften über viele Jahre, ja teilweise auch seit Jahrzehnten, stetig gewachsen und dabei immer komplexer geworden sind.

Sie bestehen mittlerweile aus den verschiedensten SAP-Modulen, meist in mehreren Stufen (Entwicklung, Test, Projekt, Produktion) und unterschiedlichen Release-Ständen. Hinzukommen diverse, über Schnittstellen angebundene und integrierte, 3rd-Party-Anwendungen, welche die Komplexität weiter erhöhen.

Störungen innerhalb dieser heterogenen Infrastrukturen können Arbeits- und Geschäftsprozesse massiv beeinträchtigen – und das kann sehr schnell sehr teuer werden. Daher ist es notwendig, Störungen möglichst zu vermeiden und, falls sie doch auftreten sollten, schnell zu beheben.

Das Problem dabei: Je komplexer die Landschaft, umso intransparenter wird sie. Unsere Kunden berichten immer wieder, dass banale Störungen unverhältnismäßig hohe Aufwände generieren. Das gleiche gilt für Anfragen im Rahmen eines Audits. Transparenz kommt bei SAP leider nicht out-of-the-box. Sie muss geschaffen werden.

 

Komplexe SAP-Landschaften oft intransparent

Herr Gögen, wo ist das Problem, im SAP Solution Manager laufen doch viele Informationen zusammen, oder?

Kürsad Gögen: Im Grunde genommen stimmt das. Das Problem liegt jedoch darin, dass viele Unternehmen den SAP Solution Manager (SolMan) nicht oder nicht mehr vollumfänglich einsetzen. Im Vergleich zu modernen Apps oder SaaS-Angeboten, ist eine monolithische Lösung wie der SolMan schlicht zu komplex und pflegeaufwändig. Kommen darüber hinaus 3rd-Party-Anwendungen für Wartung und Betrieb der SAP-Landschaft zum Einsatz, gerät der SolMan schnell an seine Grenzen.

Zudem macht sich auch der Fachkräftemangel bemerkbar. SAP-Spezialisten, insbesondere mit SolMan-Erfahrung, sind schwer zu finden und dementsprechend teuer.

Letztlich generiert der SolMan bei vielen Unternehmen sehr hohen Aufwand, weshalb sie stattdessen häufig schlankere, individuelle Lösungen einsetzen.

Was erfahren wir von Ihnen bei der ITOK22 im Mai?

Torsten Thal: Im Rahmen der ITOK22 beschäftigt uns die Frage: Wie behält man den Überblick in komplexen und vernetzten SAP-Landschaften?

Dabei beschränken wir uns nicht nur auf die SAP-Infrastruktur, sondern betrachten SAP als Teil des gesamten IT-Ökosystems. Wir möchten Anreize bieten, wie sich der IT-Betrieb (inkl. SAP) für alle Abteilungen und Anwender vereinfachen lässt. Mit dem Ziel, Prozesse ganzheitlich, transparent und effizient zu gestalten.

Kürsad Gögen: Konkret widmen wir uns diesen Fragestellungen: Wie komme ich schnell und gezielt an verteilte SAP-Systeminformationen? Wie kann ich diese Informationen zur Verbesserung meiner Prozesse und Service nutzbar machen? Und wie schaffe ich es, den SAP-Betrieb und -Support effizient in den allgemeinen IT-Betrieb zu integrieren? Jetzt zum Erfahrungsbericht bei der ITOK22 anmelden …

 

SAP-Betrieb mit ITSM verknüpfen

Was empfehlen Sie SAP-Verantwortlichen, die den SAP-Betrieb enger mit den übrigen IT- und Service-Prozessen zusammenführen möchten?

Kuersad-GoegenKürsad Gögen: SAP-Verantwortliche, die SAP-Betrieb und IT-Organisation enger miteinander verknüpfen möchten, sollten sich die folgenden Fragen stellen:

  • Wo gibt es bereits konkrete Schnittmengen, sodass beide Bereiche von einer engeren Zusammenarbeit profitieren könnten?
  • Sind bestehende Abläufe so gestaltet, dass sie grundsätzlich miteinander kompatibel wären?
  • Welche Arbeitsschritte können automatisiert werden, um Fehler zu reduzieren und Reaktionszeit zu verkürzen?
  • Befinden sich bereits Tools im Einsatz, die einen Informationsaustausch zwischen SAP- und klassischen ITSM-Anwendungen ermöglichen?

Auf dieser Basis können schnell die ersten Quick-Wins identifiziert werden, die dann den Weg für eine weitere und umfangreichere Zusammenarbeit legen.

Was wird in den nächsten zwölf Monaten das dominierende Thema in der SAP-Community?

Torsten Thal: Das dominierende Thema wird auch weiterhin die Transformation zu S/4 HANA bleiben.

Viele Unternehmen nehmen sich die Migration zum Anlass, bestehende Prozesse und Strukturen grundsätzlich zu hinterfragen. Das Ziel ist dabei klar: Effizienz steigern, Ressourcen freimachen und Kosten senken.

Andere Themen, die weiter an Bedeutung gewinnen werden, sind Cyber-Security (insbesondere in der Cloud) sowie Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. Diese betreffen jedoch nicht nur die SAP-Teams, sondern stellen die gesamte IT-Organisation vor große Herausforderungen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte Helge Sanden, Chefredakteur des IT-Onlinemagazins.

 

IT-Prozessautomatisierung bei der #ITOK22

Sie können diesen und alle Beiträge der #ITOK22 live (16.– 19.05.22) oder als Aufzeichnung (sofern Sie sich für den jeweiligen Expert-Talk registriert haben) verfolgen und eigene Fragen an die Expertinnen und Experten stellen.

Beim achten Gipfeltreffen der SAP-Community geben SAP-Kunden vier Tage lang Erfahrungsberichte zu SAP S/4HANA- und Cloud-Transformationen, Business- und IT-Automatisierung und zu Veränderungen der IT-Organisation. Am 19. Mai dreht sich ein ganzer Tag um Cyber- und SAP-Sicherheit.

SAP-Kunden wie Atruvia, BayWa, DATEV, Deutsche Börse, Evonik, GTÜ Gesellschaft für technische Überwachung, Kaeser Kompressoren, Open Grid Europe, SPAR Österreich und andere berichten.

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