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Interview Hartmut Thomsen: Das erwartet SAP-Kunden 2017

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Posted 16. Januar 2017 by Redaktion IT-Onlinemagazin in Geschäftsführer

Die Digitalisierung der Unternehmen und die Möglichkeiten durch den Einsatz neuer SAP-Technologien bewegen SAP-Entscheider. Wir fragten SAP Deutschland Geschäftsführer Hartmut Thomsen, was Anwenderunternehmen 2017 von der SAP erwarten können, wie die Balance zwischen Bestandslösungen und Innovationen gelingen kann und ob langfristig für SAP-Kunden der Weg an Cloud-Lösungen nicht vorbeigeht?

 

Herr Thomsen, was können Ihre Kunden 2017 von der SAP erwarten?

Hartmut Thomsen SAPHartmut Thomsen: Die Digitalisierung vieler Geschäftsprozesse wie auch Geschäftsmodelle schreitet weiter voran. Wir werden unsere Kunden auch im neuen Jahr dabei unterstützen, die sich hieraus ergebenden Herausforderungen zu meistern. Zudem greifen wir Trends wie Maschinelles Lernen oder Blockchain auf und integrieren diese Technologien Schritt für Schritt in unsere Lösungen. Das zeigt nicht nur, dass wir SAP-Lösungen ständig zukunftssicher machen. Wir verbinden sie auch mit einem konkreten Nutzen und schützen damit die Investitionen unserer Kunden.

 

Und was antworten Sie Unternehmen, die noch nicht SAP-Kunde sind?

Digitalisieren Sie Ihr Unternehmen! Je früher deutsche Unternehmen auf die Technologien der Zukunft setzen, desto größer ist die Chance, dass sie weiter den Wettbewerb anführen. Wir sehen uns bei dieser Aufgabe als ein starker Partner, der Unternehmen nicht nur mit den entsprechenden Lösungen unterstützt, sondern durch passende Services und intensive Beratung auch aktiv auf diesem Weg begleitet.

 

Bei welchen Digitalisierungsvorhaben drängt sich der Einsatz neuer SAP Technologien – wie SAP HANA, SAP S/4HANA ­oder BW/4HANA – besonders auf?

Die Digitalisierung eines Unternehmens sollte nicht punktuell, sondern ganzheitlich betrachtet werden. Im Idealfall umfasst sie alle Geschäftsbereiche. Sonst drohen Insellösungen, die bereits jetzt viele Unternehmen technisch limitieren und Geschäftsmöglichkeiten verschließen. Doch wie kann der Einstieg aussehen? Gartner nennt einen erfolgsversprechenden Ansatz die sogenannte bimodale IT – sprich die sinnvolle Kombination aus traditioneller und agiler IT. Das bedeutet die Nutzung zweier separater, aber zusammenhängender Arten von Datenverarbeitung. Die eine umfasst typischerweise die vorhandenen On-Premise-Systeme und konzentriert sich auf Stabilität. Die andere ist cloud-basiert und zielt auf Flexibilität ab.

SAP S/4HANA bildet hierbei einen digitalen Kern, mit dem sich Medienbrüche und fehlende Schnittstellen zwischen verschiedenen Abteilungen vermeiden lassen. Alle Kernprozesse eines Unternehmens laufen über diesen Kern. Die Offenheit von SAP HANA ermöglicht nun, je nach Branche und Geschäftsbereich komplementäre Lösungen – beispielsweise SAP SuccessFactors für die Personalabteilung – anzubinden. Über die SAP HANA Cloud Platform lassen sich zusätzlich individuelle Lösungen entwickeln und integrieren. Und SAP BW/4HANA ermöglicht es, nicht nur Daten zu sammeln, sondern diese auch intelligent miteinander zu verbinden, um fundierte Entscheidungen zu treffen. Sie sehen, alles arbeitet nahtlos zusammen.

 

Sie müssen einerseits die Bestandskunden mit ihren Bestandslösungen zufriedenstellen … und gleichzeitig in Innovationen auf einer neuen Technologieplattform investieren. Wie kann Ihnen diese Balance gelingen?

Das ist eine Herausforderung, vor der die meisten Unternehmen stehen. Die gute Nachricht: Beides schließt sich nicht aus. Wir bieten unseren Kunden langfristigen Support für unsere bestehenden Lösungen und versuchen gleichzeitig, sie von den Vorteilen der neuen Lösungen wie SAP S/4HANA zu überzeugen. Besonders für kleinere und mittelständische Unternehmen ist eine IT-Umstellung häufig ein großes organisatorisches Projekt. Hinzu kommt die Furcht vor hohen Kosten.

Wir stehen daher im engen Dialog mit den Kunden und beraten sie intensiv. Ich bin davon überzeugt, dass unsere Kunden nur durch Innovationen langfristig erfolgreich sein werden. Hierbei helfen wir Ihnen insbesondere durch das Zusammenspiel von SAP S/4HANA und unserer SAP HANA Cloud Platform, die es Kunden ermöglicht, sehr schnell integrierte Prozesse, wie z.B. im Umfeld von IoT und Big Data zu realisieren.

 

Unser Investitionsmonitor hat den Trend gezeigt, dass Bestandskunden offenbar bereits in großem Maße in S/4HANA Vorhaben investieren. Wie beurteilen Sie die Investitionsbereitschaft in ihre neue Business Suite?

Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung von SAP S/4HANA. Unternehmen haben das Potenzial der Lösung erkannt und sehen die Notwendigkeit, ihre IT-Landschaft zu konsolidieren und modernisieren, um für die Herausforderungen der Digitalisierung optimal gerüstet zu sein. Wir sehen in vielen Branchen, dass tendenziell der Wert einer Transaktion kleiner wird, die Anzahl der Transaktionen aber signifikant steigt.

Getrieben wird diese Entwicklung durch den zunehmenden Trend der Individualisierung (Beispiele: Segment of One, Mass Customization). Hierfür ist ein auf Realtime Technology basierendes System unerlässlich. Mit SAP S/4HANA haben wir genau dieses zukunftssichere Produkt für die Kernprozesse von Unternehmen geschaffen.

 

Cloud-Angebote für Kernanwendungen sind bei vielen Unternehmen noch eher unbeliebt. Geht für SAP-Kunden langfristig kein Weg an der Cloud vorbei?

Wir sehen zunehmend einen Trend Richtung Cloud, der sich auf die Kernanwendungen ausweiten wird. Nichtdestotrotz hat jedes Unternehmen seine eigenen Anforderungen. Je nach Unternehmensgröße und Branche, wird es Kunden geben, die ihre Anwendungen komplett in die Cloud verlagern, manche werden dies nur in Teilen tun und wieder andere wollen weiter on-premise bleiben. Wir stellen Unternehmen nicht vor die Wahl, sich für ein bestimmtes Modell zu entscheiden, sondern bieten für alle Anwendungsszenarien geeignete Lösungen an.

 

Welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang die SAP HANA Cloud Plattform (HCP) für Anwenderunternehmen und SAP-Partner?

Die SAP HANA Cloud Plattform ist neben SAP S/4HANA das wichtigste Produkt für die Digitalisierung der Geschäftsprozesse. Die HCP ist das Universaltool im SAP Portfolio, wenn es um die Integration von Cloud- und On-Premise-Applikationen geht, um die funktionale Erweiterung bestehender Cloud- und On-Premise-Systeme sowie um die Eigenentwicklung neuer Anwendungen. Kunden wie auch Partner können mit Hilfe der HCP sehr schnell Innovationen und neue Funktionen realisieren.

 

Mit einem Wort ausgedrückt: Was wird aus Ihrer Sicht das dominierende Thema für SAP-Entscheider im Jahr 2017?

Digitalisierung.

 

Vielen Dank Herr Thomsen.

Das Interview führte Helge Sanden, Chefredakteur des IT-Onlinemagazins.

 

Foto: mit freundlichem Dank an SAP SE

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