S/4HANA-Planungen der Kunden verzögern sich

Die 2018 von den SAP-Kunden geplante Umstiegsquote auf S/4HANA wird verfehlt. Das kann man folgern, wenn man aktuelle DSAG-Zahlen analysiert. Die gute Nachricht: Die Unternehmen arbeiten weiter intensiv an ihren S/4HANA-Umstellungen. Sie investieren vorrangig in die S/4HANA-Vorhaben und nicht mehr in die SAP Business Suite.

Die IT- und SAP-Investitionsbudgets dürften bei 39 Prozent der SAP-Anwenderunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Jahr 2021 steigen, bei 37 Prozent bleiben sie konstant. 18 Prozent erwarten sinkende Budgets. Das ergab der Investitionsreport 2021 der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe e. V. (DSAG).

 

S/4HANA-Umstieg: Planung von 2018 wird nicht erreicht

Schaut man genauer in die Umfrageergebnisse (auch in die Zahlen der Vorjahre), wird folgendes deutlich: Die Umstellungen gehen nicht so schnell, wie SAP-Anwenderunternehmen diese planen. In der Umfrage 2018 planten 33 Prozent in den nächsten drei Jahren und 5 Prozent im gleichen Jahr den Umstieg. Diese 38 Prozent sind aber heute (im Jahr 2021) nicht (wie 2018 geplant) produktiv, sondern nur rund 14 Prozent.

S/4HANA-Umstieg Zeitplan

 

„Die Gründe für die Verzögerungen können vielschichtig sein und sind vermutlich sehr individuell: Erhöhte Komplexität im Projekt, höhere Prioritäten anderer Aufgaben, Konsolidierung oder Harmonisierung vor der Umstellung, Warten auf eine günstige Gelegenheit, wichtige Optimierungen an der bestehenden SAP-Lösung oder auch Terminverschiebungen durch Corona“, interpretiert Helge Sanden (IT-Onlinemagazin) die Zahlen.

 

Relevanz von S/4HANA steigt weiter

Die gute Nachricht für SAP: Der S/4HANA-Umstieg in den Unternehmen geht stetig weiter voran: Laut DSAG-Ergebnissen investieren im Vergleich mit der Business-Suite doppelt so viele Unternehmen in Aktivitäten mit der neuen Produktlinie S/4HANA, der Investitionsanteil in die SAP Business Suite nimmt gleichermaßen ab.

SAP S/4HANA-Investitionen

 

SAP-Budgets bleiben stabil oder steigen

Im Vergleich zur DSAG-Umfrage im Corona-Sommer 2020 hellt sich das Bild bei den Investitionsmöglichkeiten auf. Damals hatten mehr Unternehmen, nämlich 22 Prozent deutlich sinkende Budgets erwartet. Der Vorstandsvorsitzender der DSAG, Jens Hungershausen,

kommentierte die Ergebnisse demzufolge, „dass die pessimistische Stimmung vom Sommer letzten Jahres mittlerweile einem verhaltenen Optimismus gewichen ist.“ Die Pandemie hat im Jahr 2020 Spuren hinterlassen, aber auch die Notwendigkeit von Investitionen in die weitere Digitalisierung bewusst macht.

Investitionen SAP IT 2021

Branchenunterscheide sind laut DSAG erkennbar: Bei produzierenden Unternehmen erwarten 47 Prozent steigende Budgets, bei Dienstleistungs- und Handelsunternehmen sind es 40 Prozent.

 

S/4HANA Cloud: 12 Prozent wollen investieren

SAP S/4HANA Cloud ist laut Umfrage für 12 Prozent der befragten Anwenderunternehmen ein Thema in 2021. „Da die DSAG nur SAP-Kunden befragt, kann man vermuten, dass der Anteil bei SAP-Interessenten höher ist: Sie haben oft und fordern auch größere Freiheitsgrade beim Betriebsmodell“, kommentiert Helge Sanden (IT-Onlinemagazin) die Zahlen.

 

Eher verhaltene Investitionen in SAP Cloud-Lösungen

Laut DSAG planen Anwenderunternehmen für 2021 vorrangig Investitionen in die Cloud-Lösungen SAP Analytics Cloud (14 Prozent der SAP-Kunden), SAP SuccessFactors (15 Prozent) und SAP Customer Experience (8 Prozent).

Bei den PaaS-Investitionen bleibt Microsoft Azure mit 27 Prozent deutlich vor der SAP Business Technology Platform (früherer Name: SAP Cloud Platform) mit 17 Prozent, Amazon Web Services mit 6 Prozent und der Google Cloud Platform mit 2 Prozent.

 

Die IaaS-Investitionen wurden nicht abgefragt. Wenn Sie mögen, geben Sie hier Ihre Stimme ab und wir ermitteln einen Trend:


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