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Was denkt die SAP-Community über die Cloud?

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Posted 3. Dezember 2018 by Redaktion IT-Onlinemagazin in IT-Leiter

Die Vor- und Nachteile von Cloud-Lösungen und die Transformation in die Cloud sind stark diskutierte Themen in der SAP-Community. Unsere Cloud-Onlineumfrage 2018 bringt folgende Kernerkenntnisse:

  • Bei rund 10 Prozent der SAP-Anwenderunternehmen haben Cloud-Lösungen in den nächsten drei bis fünf Jahren keinen Platz. Im Umkehrschluss erwarten 90 Prozent, Cloud-Lösungen einzusetzen. 62 Prozent haben bereits Cloud-Komponenten in den SAP-Landschaften im Einsatz.
  • Rund 38 Prozent der SAP-Anwenderunternehmen bereiten den weiteren Cloud-Ausbau ihrer SAP-Landschaften vor, davon 9 Prozent im größeren Rahmen, der Rest für ausgewählte Szenarien.
  • Rund 64 Prozent haben Bedenken beim Cloud-Einsatz aufgrund von Unklarheiten bezüglich Datenschutz und Datensicherheit. 73 Prozent sehen den größten Vorteil von Cloud-Lösungen in der Skalierbarkeit, also der Anpassbarkeit bei wechselnden Anforderungen und Nutzerzahlen.

 

SAP Cloudumfrage 2018 Infografik

rainer_verstRainer Verst, Expert Sales SAP, T-Systems, empfiehlt: „Unternehmen sollten bei der Wahl ihres Anbieters neben Punkten wie Sicherheit, Preis und Servicequalität darauf achten, dass er herstellerunabhängige Multi-Cloud-Technologien und –Architekturen, wie OpenStack unterstützt. Dann erhalten sie ganzheitliche und flexibel kombinierbare Cloud-Lösungen, die alle Anforderungen abdecken – von geschäftskritischen Anwendungen mit höchstmöglichen SLAs bis hin zu unkritischen Test- und Entwicklungsumgebungen, deren Servicelevel sich auf die Verfügbarkeit der Hardware begrenzt.

Die Stärke einer Multi-Cloud basierten Systemumgebung liegt ganz klar in ihrer Skalierbarkeit und Elastizität. Gleichzeitig explodiert das zu schützende Datenvolumen durch vernetzte Sensorik, zum Beispiel für Internet-of-Things Anwendungen. Projektbezogene, isolierte Sicherheitskonzepte sollten dann auf jeden Fall mit einem integrierten ganzheitlichen Sicherheitskonzept abgelöst werden.“

Die Onlineumfrage wurde fachlich und durch ein Sponsoring von T-Systems unterstützt. Lesen Sie hier alle Ergebnisse zur Meinung der SAP-Community über den Cloud-Einsatz im Detail:

 

Status Quo: Cloud-Komponenten in SAP-Landschaften

Rund 62 Prozent der SAP-Anwenderunternehmen haben in ihren SAP-Landschaften bereits Cloud-Komponenten im Einsatz. Bei 32 Prozent der Unternehmen gibt es trotzdem noch viele Fragen zum Cloud-Einsatz.

29 Prozent planen aktuell den weiteren Cloud-Einsatz für ausgewählte Szenarien, rund 9 Prozent planen das im größeren Rahmen. Bei rund 10 Prozent haben Cloud-Lösungen keinen Platz. Bei dieser Frage waren mehrere Antworten möglich.

 

Was dürfte in den nächsten 3-5 Jahren zum Einsatz kommen?

62 Prozent antworteten, dass sie eine hybride Cloud, also eine Mischform von On-Premise-Lösungen und einer (oder weniger) Cloud-Anwendungen erwarten. 26 Prozent glauben, dass sie eine hybride Multi-Cloud, also viele verschiedene Cloud-Anwendungen mit On-Premise-Lösungen im Einsatz haben werden.

49 Prozent erwarten, dass sie Private-Cloud Anwendungen nutzen werden: 26 Prozent wollen sie von einem Anbieter betreiben lassen, 23 Prozent wollen diese selbst betreiben. 42 Prozent erwarten, dass sie Public-Cloud Anwendungen nutzen werden. Bei rund 10 Prozent haben auch in den nächsten drei bis fünf Jahren Cloud-Lösungen keinen Platz.

 

Bedenken der SAP-Community beim Cloud-Einsatz

Aufgrund von „Unklarheiten bezüglich Datenschutz und Datensicherheit“ haben rund 64 Prozent Bedenken beim Cloud-Einsatz, danach folgen „Einschränkungen bei der individuellen Anpassungsfähigkeit“ mit 61 Prozent und „aufwändige Schnittstellen zwischen Cloud- und On-Premise-Anwendungen“ bei 55 Prozent der Befragten.

41 Prozent haben Bedenken wegen langer Antwortzeiten von Cloud-Lösungen und 40 Prozent befürchten eine eingeschränkte Verfügbarkeit wegen schlechter Datenanbindung, 29 Prozent sehen eine hohe Komplexität im Management der Lösungen und haben deswegen Bedenken. 6 Prozent haben Bedenken zum möglichen Verlust von Arbeitsplätzen in den IT-Abteilungen. Ebenfalls 6 Prozent haben keine Bedenken bezüglich des Cloud-Einsatzes.

 

Argumente der SAP-Community für den Cloud-Einsatz

73 Prozent sehen die Skalierbarkeit, also die Anpassbarkeit bei wechselnden Anforderungen und Nutzerzahlen, als größten Vorteil von Cloud-Lösungen. 58 Prozent sehen den Vorteil in größerer Agilität durch kürzere Projekt-, Release- und Innovationszyklen.

29 Prozent sehen Kostenvorteile, also geringere Kosten als bei anderen Betriebsmodellen. 27 Prozent sehen frei werdende Kapazität in den IT-Abteilungen, die sich für Innovationsprojekte nutzen lassen, als Vorteil. Rund 13 Prozent sehen Sicherheitsvorteile, also besseren Datenschutz und bessere Datensicherheit als im Eigenbetrieb. Rund 13 Prozent sehen überhaupt keine Vorteile durch den Einsatz von Cloud-Lösungen.

Soweit die Umfrageergebnisse.

 

Wie entwickeln SAP-Anwenderunternehmen ihre Cloud-Strategie?

T-Systems und das IT-Onlinemagazin haben gemeinsam ein Positionierungspapier erstellt, das Business- und IT-Verantwortlichen Orientierung geben soll, die im Rahmen der Weiterentwicklung ihrer IT- und SAP-Strategie auch über den Weg Richtung SAP S/4HANA und ihre Cloud-Strategie nachdenken wollen:

  • Wie bereitet man die IT-Organisation auf das Multi-Cloud Zeitalter vor?
  • Wie kann man unkompliziert einen SAP S/4HANA- oder Leonardo-PoC durchführen?
  • Wie entwickelt man seine eigene Cloud-Strategie?
  • Wie kann man bestehende SAP-Landschaften Richtung Cloud transformieren?

Es werden darin Lösungsansätze beleuchtet, Praxisbeispiele von Unternehmen aufgezeigt, die den Weg bereits gestartet haben oder gegangen sind, und Ideen und Impulse für die eigene Entscheidungsfindung gegeben. Hier können Sie das Positionierungspapier herunterladen.

 

Kommentierung der Umfrageergebnisse

uwe_quattlaenderUwe Quattländer, Head of SAP Sales & Solution, T-Systems, kommentiert die Umfrageergebnisse: „Für das Setup in die neue digitalisierte Welt hat sich SAP für die Cloud entschieden. Die Vorteile eines Cloudansatzes können, Veränderungsbereitschaft vorausgesetzt, beträchtlich sein, passen aber nicht auf jeden Bedarf und nicht in jeder Ausprägung.

Daher müssen Unternehmen das für sie passende Zusammenspiel von Cloud- und On-Premise-Komponenten finden. Cloud Szenarien leiten sich in aller Regel aus dem neuen Zuschnitt der Geschäftsprozessverteilung des jeweiligen Unternehmens ab. Indes: Public, Private, Hybrid – und dann noch Cloud-Security, Cloud Infrastructure oder Managed Cloud? Der Anwender hat die Qual der Wahl: Zwecks Risikomanagement und Erfolgssicherung hat es sich bewährt, auf Standardverfahren und erfahrene Teams, Experten und Anbieter zu setzen, die vergleichbare Aufgaben bereits hundertfach erledigt haben. Es gibt mittlerweile sehr ausgereifte Cloud-Strategien mit denen Unternehmen erheblich Potentiale hinsichtlich Kosteneinsparungen und neue Business Potenziale heben können.“

„Die Umfrageergebnisse zeigen, dass schon mehr Unternehmen Cloud-Komponenten in ihren SAP-Landschaften nutzen, als viele vielleicht denken, nämlich 62 Prozent. Der Anteil der Cloud-Lösungen wird bereits in den nächsten drei bis fünf Jahren deutlich steigen. Insbesondere SAP-Neukunden dürften diese Option von vornherein stärker in Betracht ziehen.

Die Cloud-Umsätze der SAP übersteigen in 2018 erstmals die On-Premise-Umsätze. Vorteil für SAP-Kunden ist, dass sie ihr individuelles Tempo in die Cloud selbst bestimmen können. Die SAP-Anwenderunternehmen tun sich eher schwer, ihre ERP-Kernprozesse in die Cloud zu geben. Anders sieht es jedoch bei Vertriebs-, Marketing- oder Analyseprozessen aus. Hybride Landschaften sind der neue Standard.

Studien aus den USA prognostizieren, dass bis 2020 rund 41 Prozent der Businessprozesse in der Public Cloud laufen könnten. Ich glaube, diese Quote werden wir in der deutschsprachigen SAP-Community nicht erreichen, weil der Umzug von SAP-Kernprozessen Richtung Public-Cloud länger dauern dürfte und die Private-Cloud offenbar ebenfalls viele Anhänger hat“, bewertet Helge Sanden (IT-Onlinemagazin) die Cloud-Umfrageergebnisse.

 

Ausgewählte Teilnehmerstimmen

Einige Teilnehmerstimmen unserer anonymen Umfrage möchten wir gerne als Stimmungsbild weitergeben:

„Bei folgenden Punkten habe ich Bedenken: Wer hat Zugriff auf die Cloud? Wo befindet sich die Cloud physikalisch? Wie wird sie gesichert?“

„Ich sehe als Nachteil, dass viele periodische Updates zu managen sind.“

„Aus meiner Sicht ein längerer Prozess, bis die betriebswirtschaftlichen Prozesse in die Cloud portiert werden, beeinflusst u.a. durch grundsätzliche Sicherheits- und Schutzkriterien. Die erste Stufe werden ergänzende, anpassende und periphere Prozesslösungen (Mikroservices, KI, etc.) — verbunden über APIs etc. — sein.“

„Kostenvorteile sehe ich eher dann, wenn große Standardisierung vorliegt (und wenig selbst angepasst werden muss). Bei viel Customizing ist die hohe Release-Taktung (alle 3 Monate) eher ein Aufwandstreiber, durch viele aufwändige Integrationstests (auch durch ggf. hybride Landschaften).“

„Ich sehe unrentable Preismodelle.“

„Alle Fragen, Ängste und Bedenken konnten im ersten PoC in der Public-Cloud ausgeräumt werden. Ich kann jedem nur dringend zu einem Cloud PoC raten – auch um die vielen Cloudvorteile einmal zu erleben!“

Diese Onlineumfrage wurde von T-Systems gesponsert. Im Sommer / Herbst 2018 beteiligten sich insgesamt 156 Personen. 55 Prozent der Teilnehmenden haben weniger als 10 SAP-Systeme, 34 Prozent 20 bis 50 SAP-Systeme und 11 Prozent mehr als 50 SAP-Systeme im produktiven Einsatz.

 

 

Weiterführende Informationen:

[Anzeige] Der Weg zum digitalen Echtzeitunternehmen

Uwe Quattländer und Reiner Verst sind Gäste eines Expert-Talks bei der Onlinekonferenz 2019 „Ihr Weg nach S/4HANA: Wie steigen andere Unternehmen auf S/4HANA um“ – das Gespräch können Sie live oder als Aufzeichnung verfolgen: hier registrieren

 

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