Wie automatisiert man den SAP-Betrieb in hybriden Landschaften?

Bei den DSAG-Technologietagen besuchte ich Bernd Engist, den CTO von Avantra. Vom Experten für den SAP-Betrieb wollte ich wissen, was man betriebsseitig automatisieren kann, welche Rolle künstliche Intelligenz dabei spielt und welche Möglichkeiten es gibt, hybride SAP-Landschaften im Griff zu behalten.

 

Herr Engist, früher war SAP integriert und on-premise – heute haben wir es mit verteilten, hybriden Landschaften zu tun. Wie behält man im SAP-Betrieb den Überblick?

Bernd Engist Avantra Helge Sanden
Bernd Engist (rechts im Bild) spricht mit Helge Sanden

Bernd Engist: In der Tat sind die Systemlandschaften komplexer geworden, heutzutage. Wir haben es mit zusätzlichen, neuartigen Schnittstellen zu tun. Auf der einen Seite haben wir Infrastructure-as-a-Service und Software-as-a-Service, die Arbeit wegnehmen, weil sich der Anbieter selbst um die Plattform kümmert.

Auf der anderen Seite haben wir dadurch auch neue Herausforderungen, denn die Schnittstellen müssen irgendwie überwacht werden. Hier hilft automatisiertes Monitoring des Plugins im ERP- oder SAP S4HANA-Backend. Aber auch die SaaS-Lösung muss überwacht werden.

Da muss man die APIs abfragen – im besten Fall SAP-Monitoring-Schnittstellen – und dann das Ganze, also das SAP-System on-premise, die Schnittstellen und die SaaS-Lösung im Gesamtkontext darstellen. Das ist die Krönung, die die notwendige Transparenz liefert, um den Überblick zu behalten.

 

Ende-zu-Ende Prozesse durchlaufen dabei durchaus auch mal viele verschiedene Systeme. Wie stellen SAP-Verantwortliche sicher, dass der Business-Prozess funktioniert?

Wir stellen fest, dass die Fachleute, die diese Schnittstellen in den Unternehmen bauen und betreiben, ein sehr großes Knowhow haben. Die wissen ganz genau, worauf sie achten müssen – wo zum Beispiel etwas hängen bleiben kann. Dieses Knowow abzugreifen und automatisiert zu überwachen ist das, was den Mehrwert bringt. Wenn man diese Checks dann auch noch in übersichtlichen Dashboards darstellt – mit dem kompletten Prozess – und im besten Fall sogar — wenn etwas schief geht — Autoreaktionsmethoden dazu aufbaut, dann hat man wirklich erreicht, was man will.

Ein gutes Beispiel ist einer unserer Kunden aus der Industrie mit 3 Milliarden Umsatz – ein Hidden Champion. Die sind super im SAP-Betrieb und haben das wirklich im Griff. Bis vor kurzem hatten sie noch eine “No-Cloud-Strategie”, weil sie alles selbst machen wollten. Mittlerweile ist es “On-Premise-First” (Anmerkung der Redaktion: Wo es geht, zunächst On-Premise Anwendungen nutzen, aber Cloud-Anwendungen nicht mehr grundsätzlich ausschließen), denn sie kommen gar nicht mehr um Applikationen in der Cloud herum. Zum Beispiel setzen sie die SAP Cloud Plattform Integration für den digitalen Dokumentenaustausch mit Steuerbehörden ein. Dazu haben wir neue Checks gebaut, die das automatisiert überwachen, sodass die Mitarbeiter nicht jeden Tag manuell reinschauen müssen.

 

Was brauchen SAP-Kunden, damit sie ruhig schlafen können?

Sie brauchen Transparenz. Sie brauchen Transparenz über ihre Systeme — aber auch über die Schnittstellen und die Drittsysteme. Sie brauchen eine Übersicht. Und da helfen eben in der Tat intelligente Dashboards und Automatisierung. Dadurch spart man nicht nur Kosten, sondern man bekommt auch eine bessere Qualität. Das ist das, was die brauchen. Das ist das, was wir heute unter dem Begriff “Run-Automation“ verstehen.

Wir haben beispielsweise Kunden, die haben so wichtige Systeme, wenn da irgendetwas ausfällt, verkaufen sie weltweit keine Ersatzteile. Die stellen sich dann große Monitore in ihre Abteilungen, auf denen sie alles darstellen. Die switchen dann auch manchmal dashboard-to-dashboard durch — und das ist genau diese Transparenz, die IT-Verantwortliche brauchen.

Sehen Sie im Video das ganze Interview und unter anderem die Beantwortung folgender Fragen:

  • Was bedeuten diese Veränderungen in den Landschaften für die Service Provider?
  • Ist Automatisierung und künstliche Intelligenz in Avantra-Produkten schon enthalten?
  • Was planen Sie künftig?
  • Wie lange braucht man, um eine derartige Lösung zu implementieren?
  • Worauf sollte man dabei achten?
  • Was steckt hinter der Umbenennung von Syslink Xandria zu Avantra?

 

Weiteres Interview Bernd Engist:
SAP und IaaS: Herausforderungen und Ideen zur Automatisierung

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