Mit Standardisierung die Komplexität der SAP-Transformation verringern

Die S/4HANA-Transformation ist derzeit das dominierende Thema und beschäftigt in den nächsten drei Jahren rund 78 Prozent der SAP-Kunden. Dabei nennen die Verantwortlichen zwei große Herausforderungen: Die hohe technische Komplexität (88 Prozent) und die fehlende Verfügbarkeit externer Dienstleister (50 Prozent).

72 Prozent der SAP-Kunden setzen daher bei ihren IT-Projekten die höchste Priorität auf die Standardisierbarkeit von Transformationsvorgängen. Ziel dürfte eine hohe Effizienz sein, um einerseits die Geschwindigkeit zu erhöhen und gleichzeitig weniger abhängig von externer Unterstützung zu sein, die am Markt offenbar immer schwerer zu finden ist.

SAP-Transformation-Umfrage-2022

Das sind nur einige Ergebnisse einer SAP-Community Umfrage aus dem Winter 2021/22 im IT-Onlinemagazin, die von der SNP Group fachlich begleitet und gesponsert wurde. 107 Mitglieder aus der SAP-Community haben teilgenommen.

 

Welche IT-Projekte planen SAP-Kunden bis 2025?

Geplante-SAP-Projekte-2022Wir fragten die Teilnehmenden, welche IT-Projekte für die nächsten drei Jahre geplant sind. Mehrere Antworten waren möglich.

Dominierend ist S/4HANA-Umstellung bei 78 Prozent der Befragten und der S/4HANA-Rollout bei rund jedem dritten SAP-Kunden (35 Prozent). Gleichauf liegen die Datenharmonisierung und Systemkonsolidierung bei jeweils 32 Prozent und die Cloud-Transformation bei 29 Prozent. Rund 22 Prozent erwarten im Rahmen von M&A-Maßnahmen Carve-In und Carve-Out-Projekte.

Oliver-Schwede-SNP„Die Umfrageergebnisse spiegeln exakt die Aufgabenstellungen wider, die viele unserer Kunden unter dem Begriff SAP-Transformation zusammenfassen. Wichtig ist jedoch, dass die Themen Cloud Move, Rollout und Datenharmonisierung in einer Roadmap Bestandteil des Transformationsvorhabens sind, und nicht als losgelöste Einzelprojekte betrachtet werden“, kommentiert Oliver Schwede, General Manager Central Europe bei SNP, das Stimmungsbild der SAP-Community.

„S/4HANA bleibt das dominierende Thema für die SAP-Community in den nächsten drei Jahren. Schaut man auf Umfragen von DSAG oder auch von uns, stellt man fest, dass rund 20 Prozent produktiv mit SAP S/4HANA sind, rund 30 Prozent aktiv im Umstellungsprojekt, rund 30 Prozent in Vorbereitungen und 20 Prozent haben noch nicht begonnen. Für die beiden letztgenannten Gruppen dürfte es wichtig werden, mehr Geschwindigkeit in die S/4HANA-Umstellung zu bekommen“, meint Helge Sanden mit Blick auf das Stimmungsbild aus der SAP-Community.

 

Wie viele Transformationsprojekte werden geplant?

Anzahl-SAP-TransformationenWir fragten weiter, wie viele derartige Projekte das in den nächsten drei Jahren etwa sein werden? Nur eine Antwort war erlaubt.

Die meisten Unternehmen (44 Prozent) planen derzeit bis zu fünf derartige Projekte, weitere 26 Prozent bis zu zehn Projekte. 3 Prozent rechnen mit 10 – 15 Projekten. Rund jedes achte Unternehmen (12 Prozent) hat mehr als 15 Projekte vor der Brust. Bei 15 Prozent ist die Projektanzahl noch unklar.

 

Wie lange dauert eine SAP-Transformation?

Dauer-SAP-TranformationWir fragten dann die SAP-Kunden, mit welcher durchschnittlichen Dauer einer SAP-Transformation sie rechnen. Jedes dritte Unternehmen (33 Prozent) geht von sechs bis zwölf Monaten aus, ungefähr gleich viele (31 Prozent) kalkulieren mit zwölf bis achtzehn Monaten. Jedes fünfte Unternehmen rechnet mit zwei bis vier Jahren Laufzeit.

Unter sechs Monaten sind derartige Projekte offensichtlich kaum zu schaffen (1 Prozent), manchmal (9 Prozent) dauern solche Projekte aber sogar mehr als vier Jahre.

Oliver Schwede meint: „Parallel dazu stellen wir bei unseren Kunden sehr heterogene Vorstellungen zum Thema SAP-Transformation fest. Die projizierten Inhalte reichen von einer Datenarchivierung über organisatorische Restrukturierungen bis hin zu Technologiewechseln zur Cloud. Der Begriff SAP-Transformation ist nicht geschützt, wodurch diese großen Schwankungen bei Inhalt und Laufzeit entstehen. Gemäß unserer Erfahrung lassen sich mit den SNP-Tools technische Datentransformationen nach SAP S/4HANA auch für große Unternehmen innerhalb von zwölf Monaten sicher umsetzen.“

 

Herausforderungen bei SAP-Transformationen

Herausforderungen-SAP-TransformationWir fragten die Teilnehmenden, welche Herausforderungen sie bei SAP-Transformationen lösen müssen. Mehrfachnennungen waren wieder möglich.

Mit 88 Prozent ist die hohe technische Komplexität die mit Abstand größte Herausforderung bei einer SAP-Transformation. An zweiter Stelle (50 Prozent) folgt die fehlende Verfügbarkeit externer Dienstleister. Rund jeder Dritte (je 31 Prozent) sieht einen zeitaufwändigen Ausschreibungsprozess und hohen Zeitdruck durch plötzliche externe Anforderungen als Herausforderung an.

Weniger kritisch wird die Beauftragung vieler unterschiedlicher Dienstleister (für 22 Prozent eine Herausforderung) und die Abwicklung einer Ausschreibung pro Projekt (für 9 Prozent) gesehen.

„Die Kombination aus hoher Komplexität, langer Projektlaufzeiten und fehlender Unterstützung durch Externe macht es für die Unternehmen schwer, die noch viele SAP-Systeme oder Gesellschaften umzustellen haben oder sogar noch nicht ihre Projekte gestartet haben. Die Erfahrungen aus R/3-Umstellungen zeigen, dass der Beratermangel kritischer wird, je länger man wartet. Verschärfend kommt hinzu, dass besonders erfahrene Berater der geburtenstarken Jahrgänge altersbedingt nicht mehr zur Verfügung stehen werden. Wer neu als Berater einsteigt, macht sich mit S/4HANA und Cloud-Lösungen vertraut — und nicht mehr mit den bald auslaufenden Lösungen“, gibt Helge Sanden zu bedenken.

 

Was fällt vor SAP-Transformationen schwer?

Planung-SAP-Transformation-HerausforderungenBei der Frage an die SAP-Kunden, was ihnen im Vorfeld von geplanten SAP-Transformationen besonders schwerfällt, wird an erster Stelle (59 Prozent) genannt, den Mehrwert als Business-Case zu erstellen und zu rechtfertigen.

Danach folgen etwa gleichauf: Anforderungen und externe Leistungen klar benennen (51 Prozent), Fachbereiche einbinden (51 Prozent), Budget für Transformationsprojekt bestimmen (49 Prozent) und die Laufzeit der Transformation planen (47 Prozent). Mehrere gleichzeitige Projekte vorausplanen fällt fast jedem Dritten (32 Prozent), die Anbieterauswahl 17 Prozent schwer.

„Der Business-Case reflektiert den Gesamtnutzen einer Transformation für das Unternehmen. Dieser steht im Kontrast zu den Risiken einer Umsetzung, die umso höher werden, je mehr Einzelvorhaben Bestandteil der Transformation sein sollen. Der Einsatz von CrystalBridge ermöglicht es, auf Basis objektiver, kundeneigener Systemdaten den Gesamtablauf der Transformation im Vorfeld genau zu planen — insbesondere die Integration weiterer Transformationsthemen, wie beispielsweise die Einführung des SAP Business Partners, des neuen Hauptbuchs und der Archivierung. So kann das Umsetzungsrisiko reduziert werden“, erläutert Oliver Schwede.

 

Prioritäten von SAP-Kunden für IT-Projekte

Welche Prioritäten setzen SAP-Kunden für ihre IT-Projekte? Die Standardisierbarkeit von Transformationsvorgängen hat für 72 Prozent der Befragten eine hohe Priorität. Schnelle Ergebnisse durch Tooleinsatz (52 Prozent) und Flexibilität bei der Einbindung von Systemintegratoren (50 Prozent) folgen mit deutlichem Abstand.

Einfache Wiederholbarkeit von IT-Projekten (24 Prozent) und Einfachheit im Ausschreibungsprozess (9 Prozent) sind weniger wichtig.

SAP-Standardisierung-hohe-Priorität

Die Standardisierbarkeit macht immer dann besonderen Sinn, wenn beispielsweise viele Gesellschaften transformiert werden müssen, in Konzernen können das oft hunderte Unternehmen in einem oder mehreren SAP-Systemen sein. Ein weiteres Beispiel sind M&A-Maßnahmen und damit regelmäßig notwendig werdende Systemänderungen.

 

Zusammenfassung

  • S/4HANA-Umstellungen sind in den nächsten drei Jahren das dominierende Thema für IT-Projekte. Derartige Projekte sind langlaufend und viele weitere Projekte und Maßnahmen sind damit zu synchronisieren (z.B. Cloud-Transformation).
  • Hohe technische Komplexität und die fehlende Verfügbarkeit externer Dienstleister sind die größten Herausforderungen bei Transformationen. Die Standardisierbarkeit von Transformationsvorgängen hat die höchste Priorität für IT-Projekte und deren Entscheider. Je mehr SAP-Systeme und Gesellschaften transformiert werden müssen, desto wichtiger dürfte dieser Wunsch sein.
  • Es fällt in vielen Fällen immer noch schwer, die Mehrwerte von Transformationen zu formulieren und zu rechtfertigen. Wenn — beispielsweise aus Zeitnot — eine rein technische SAP-Transformation geplant wird, fehlen die Innovationsbausteine. Abhilfe kann der selektive Ansatz schaffen. Das Beste aus der alten Welt wird behalten und durch Mehrwerte ergänzt.

 

Bewertung der Ergebnisse

Oliver-Schwede-SNPOliver Schwede (SNP) fasst zusammen: „Der erforderliche Wechsel von SAP ECC nach S/4HANA stellt viele Kunden vor Herausforderungen. Diese Transformation kann jedoch auch als Chance verstanden und genutzt werden.

Rückführungen von teils verbauten Lösungen in den Standard, eine Trennung von alten Datenbeständen, eine Normalisierung von Kunden und Lieferanten sowie Kontenplänen und anderer zentraler Organisationsstrukturen können in einem integrierten, durchgeplanten Vorgehen umgesetzt werden. Der Einsatz einer toolgestützten Guided Procedure, beispielsweise der CrystalBridge, hilft dabei, die Risiken einer Umsetzung durch eine strukturierte Planung zu ersetzen.“

 

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