Über 30 Prozent nutzen mittlerweile S/4HANA

Im Rahmen des DSAG-Investitionsreports 2022 wurden die SAP-Kunden gefragt, welche SAP-ERP-Lösungen sie aktuell einsetzen. SAP ERP bzw. die SAP Business Suite kommt auf 75 Prozent, gefolgt von 32 Prozent mit S/4HANA On-Premises, 6 Prozent nutzen S/4HANA Cloud in der Private-Cloud und 2 Prozent in der Public-Cloud.

 

Steigende SAP-Budgets und IT-Investitionen 2022

Im Vorjahreszeitraum gaben 14 Prozent der Befragten an, dass sie S/4HANA bereits im Einsatz hätten. In einer gemeinsamen DSAG-/ASUG-Befragung Mitte 2021 waren es 24 Prozent. Der Umstieg ist allgegenwärtig ein Thema und die produktive S/4HANA-Nutzung steigt. Rund ein Drittel der Unternehmen dürfte aktuell (zumindest teilweise) S/4HANA einsetzen.

Bei 59 Prozent der von der DSAG befragten Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz steigt 2022 das IT-Gesamtbudget. Im Vorjahr war das lediglich bei 39 Prozent der Fall. Bei 29 Prozent bleibt das IT-Budget konstant (Vorjahr: 37 Prozent) und bei 5 Prozent sinkt es (Vorjahr: 18 Prozent).

Bei 57 Prozent der befragten Unternehmen steigt das SAP-Budget (Vorjahr: 43 Prozent), bei 32 Prozent bleibt es unverändert (Vorjahr: 35 Prozent) und bei 7 Prozent sinkt es (Vorjahr: 18 Prozent).

 

Werden Investitionsprognosen eintreffen?

Die DSAG-Zahlen wurden vor dem Ukraine-Krieg erhoben. Wie sich die geopolitischen Verwerfungen und Kriegsfolgen auf die IT- und SAP-Investitionen auswirken, bleibt abzuwarten. Dass die Erwartungen so eintreffen, darf jedoch eher bezweifelt werden. Beispielsweise hält es das ifo-Institut für denkbar, dass deutsche Unternehmen 2022 gar nicht in IT, Maschinen oder andere Ausrüstungen investieren, die erwartete Bandbreite liegt zwischen 0 und 3,9 Prozent Steigerung.

Die abschwächende Konjunktur, latente Unsicherheiten durch die Kriegsauswirkungen, hohe Energiepreise und Stagflationsgefahr sind nur einige Indikatoren, die für sinkende Investitionsbereitschaft sprechen. Erfahrungsgemäß werden langlaufende, strategische Investitionen, und dazu gehört die S/4HANA-Transformation bei vielen Unternehmen, nicht in der ersten Streichrunde gestoppt oder reduziert.

 

Koexistenz von SAP ERP und S/4HANA

“Interessant am Ergebnis des diesjährigen Investitionsreports bezogen auf S/4HANA ist, dass knapp die Hälfte der Unternehmen, die S/4HANA On-Premise im Einsatz haben, auch angegeben haben, SAP ERP beziehungsweise die SAP Business Suite einzusetzen. Dies könnte darauf hindeuten, dass einige Unternehmen aufgrund der Komplexität des Umstiegs ihr bisheriges System noch eine Zeitlang parallel betreiben, ehe sie die vollständige Transformation vollziehen”, bemerkt Jens Hungershausen, DSAG-Vorstandsvorsitzender.

Geplante-SAP-Projekte-2022In unserer IT-Onlinemagazin S/4HANA-Umfrage im Frühjahr 2021 kam heraus, dass 78 Prozent der SAP-Kunden in den nächsten drei Jahren mit dem S/4HANA-Umstieg beschäftigt sein werden und 35 Prozent den S/4HANA-Rollout auf der Agenda haben.

Diese Zahlen bestätigen die Vermutungen der DSAG und auch unsere Beobachtungen. In großen Systemlandschaften werden einzelne Gesellschaften oder Systeme nach und nach umgestellt. Bis zum Abschalten von SAP ERP dürfte demnach noch einige Zeit vergehen.

 

Weiter Investitionen in die alte SAP-Welt

Unternehmen investieren vorrangig in neue SAP-Technologie und deutlich weniger in die alte SAP-Welt mit SAP ERP und der Business Suite: Gefragt nach der Relevanz der Business Suite für die SAP-Investitionen im Jahr 2022 planen 6 Prozent der Unternehmen hohe Investitionen (2021: 3 Prozent) und 18 Prozent mittlere Investitionen (2021: 22 Prozent). Bei S/4HANA sind hohe Investitionen für 26 Prozent relevant (2021: 25 Prozent) und mittlere Investitionen für 24 Prozent (2021: 31 Prozent).

Wir interpretieren diese Zahlen so: Viele bestehende Alt-Systeme laufen koexistent weiter und müssen so lange und teilweise modernisiert werden, bis man sie endgültig abschaltet.

 

S/4HANA Innovator oder Nachzügler?

Wir haben Umfragewerte aus einigen S/4HANA-Umfragen (DSAG, IT-Onlinemagazin u.a.) gemittelt und geschätzt. Daraus ergibt sich aktuell etwa folgendes Bild:

S4HANA-Adoption-März-2022

Unsere Grafik kann man so interpretieren: Unternehmen, die S/4HANA aktuell produktiv setzen, gehören nicht mehr zu den frühen Nutzern oder Innovatoren, sondern zur frühen Mehrheit.

Wer sein S/4HANA-Projekt noch nicht gestartet hat, sondern noch in den Vorbereitungen ist, gehört bereits zur späten Mehrheit. Wer noch nicht mit der Planung begonnen hat, darf sich als Nachzügler bezeichnen. Bei einer unserer SAP-Community Umfragen gaben im Februar übrigens 50 Prozent an, dass es für sie mittlerweile eine Herausforderung ist, geeignete Dienstleister für die SAP-Transformation zu finden.

 

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