Im Beitrag „Wie rette ich ein Projekt, das in der Krise ist?“ haben wir gesehen, warum Krisenerkenntnis, Ursachenforschung und Trauerarbeit im Krisenmanagement wichtig sind, in Teil 2 beleuchten wir nun, wie man ein Projekt aus der Krise holen kann:
Positive Einflussmöglichkeiten entwickeln
Bei manchen Krisen ist keine Ende abzusehen. Hier gilt es, mit kleinen Schritten voran zu kommen: Was kann ich heute für mein Projekt Gutes tun, um die Situation zu verbessern? Welche neuen Fähigkeiten werden mein Team und ich durch die Krisenbewältigung entwickeln? Was können wir im Team gemeinsam tun, um den Schaden zu begrenzen und neue Chancen zu entdecken?
Auch radikale Hauruckaktionen werden gerne vorgenommen: Das Projekt wird neu strukturiert, Köpfe werden ausgetauscht, Teams umorganisiert. Wir haben bei langlaufenden Projekten beobachtet, dass derartige Maßnahmen im Zeitraum von 12-18 Monaten wiederholt werden. Erfolgreiche Projektarbeit sieht anders aus, denn Projektleiter wissen, dass Teams erst dann richtig produktiv sind, wenn sie sich orientiert und gefestigt haben und Vertrauen und Zutrauen vorhanden sind.
Projektkrise bewältigen! Was tun?
Ein Ziel- und Ressourcencheck ist angesagt, bei den Stakeholdern und dem Team muss die Meinung und Erwartungshaltung ermittelt werden. Lassen Sie sich Zeit für eine Neustrukturierung der Aufgaben und Inhalte. Entwickeln Sie gemeinsam mit Ihrem Team mehrere Szenarien, wie man das Projekt erfolgreich verändern und neu gestalten kann.
Hier ist Kreativität gefragt. Setzen Sie Methoden ein, die dafür geeignet sind und lösen Sie die Fragestellungen unbedingt interdisziplinär, damit Ursachen aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden und die Auswirkungen für den Kunden und Nutzer klar werden. Als Methode bieten sich beispielsweise Design Thinking, 6-3-5 oder andere Werkzeuge an – wichtig ist: Holen Sie die richtigen Leute mit ins Boot, wenn Sie den Karren aus dem Dreck ziehen wollen.
Diskutieren Sie die Szenarien mit den erfolgskritischen Teams oder Teammitgliedern. Besprechen Sie Chancen und Risiken. Entscheiden Sie sich für die beste Alternative und legen Sie los – Ihr Projekt muss jetzt endlich in die richtige Richtung verändert werden.
Erfolg überwachen und sicherstellen
Es gibt nun drei elementar wichtige Komponenten: Umfeld, Risiken und Motivation.
Die Motivation ist ein wichtiges Thema bei der Krisenbewältigung. Aufgrund der gefühlten Hilfs- und Ausweglosigkeit ziehen sich viele Menschen zurück und können nicht mehr viel leisten. Als Betroffener muss ich das Gefühl zurückbekommen, dass die Investition von Energie noch oder wieder Sinn macht. Das gelingt, wenn ich einbezogen werde und den Weg aus der Krise im Rahmen meiner Möglichkeiten mitgestalten kann.
Das Umfeld und die Risiken muss ich als Krisenmanager im Rahmen der Krisenbewältigung aktiv managen. Nach unseren Beobachtungen ist das übrigens in vielen Projekten immer noch eine unterrepräsentierte Fähigkeit von Projektleitern. Sie ist jedoch nahezu unabdingbar, um nicht wieder in die nächste Krise zu schlittern. Zum Standardrepertoire gehört natürlich ein transparentes Projektcontrolling, um die Nachhaltigkeit des eingeschlagenen Weges abzusichern.
Für Projektteam und Umfeld gilt gleichermaßen: Plant man gezielt Erfolgserlebnisse in den Prozess der Krisenbewältigung mit ein, steigt die Zuversicht und das Vertrauen, dass das Projekt es schaffen kann, und damit auch alle Beteiligten.
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Kontaktdaten:
Helge Sanden
Tel. 05121 2889674 oder Kontaktformular [/box_light]
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