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Hält SAP sein Integrationsversprechen?

SAP Cloud IntegrationDie „out-of-the-box“ Integrationsfähigkeit der SAP-Lösungen war ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal, das mit dem Zukauf diverser Cloud-Lösungen an vielen Stellen verloren gegangen ist.

SAP-Chef Christian Klein stellte im Umfeld der DSAG-Technologietage im Februar 2020 eine Roadmap vor, damit SAP-Kunden die Integration ihrer Geschäftsprozesse, sowohl zwischen SAP-Anwendungen als auch Nicht-SAP-Anwendungen in hybriden IT-Landschaften realisieren können.

Wie weit ist SAP mittlerweile? Wird das Integrationsversprechen gehalten?

 

SAP-Roadmap für die Integration in der Cloud

Die Aufgabe war und ist herausfordernd und – nach Angaben der SAP – sehr hoch priorisiert. „Integration bleibt für uns von zentraler Bedeutung“, versichert Christian Klein in einem Blogbeitrag im SAP News Center — und von Februar bis jetzt ist bereits viel passiert. Das verrät die SAP-Roadmap zur Cloud-Integration (Stand: September 2020):

Die User Experience wurde bereits weitgehend vereinheitlicht: Das „look & feel“ soll für drei der vier Kernprozesse („Lead-to-Cash“, „Design-to-Operate“, „Source-to-Pay“) bereits fertig harmonisiert sein und der Prozess „Recruit-to-Retire“ bis Ende 2020 abgeschlossen sein.

Das konsistente Security- und Identity-Management soll bereits bis Ende September abgeschlossen sein. Das ist wichtig, damit die Authentifizierung über alle Produkte sicher und einheitlich funktioniert. Ähnlich sieht es bei den Ende-zu-Ende Prozessvorlagen aus, die insbesondere bei Greenfield-Kunden die Implementierungsdauer reduzieren können. Auch mit der Harmonisierung des Lifecycle Managements der Lösungen, Bereitstellung, Setup und Betrieb, will man bei Jahresende 2020 weitestgehend fertig werden. Bei der Schaffung einer zentralen Inbox, in der jeder die Aufgaben und Genehmigungen aus den verschiedenen SAP-Anwendungen abrufen und bearbeiten kann, ist man offenbar sehr weit.

 

Gewaltige Aufgabe mit hohem Nutzen: SAP auf gutem Weg

Kommen wir zu den dicken Brettern, an denen SAP gerade bohrt: Die Vereinheitlichung des Datenmodells über alle Lösungen und zur Nutzung über in den jeweiligen Prozessen erfordert Veränderungen tief im „Maschinenraum“ und ist zeitaufwändig, weil nicht nur oberflächlich renoviert, sondern die grundsätzliche Architektur harmonisiert wird. Da produktübergreifende und prozessübergreifende Analysen das vereinheitlichte Datenmodell voraussetzen, werden diese Auswertungen erst ganz am Schluss vollständig möglich sein.

Das Negative: Vollständige Durchgängigkeit für alle Prozesse und Produkte wird voraussichtlich Ende 2021 erreicht sein. Das Positive: In vielen Bereichen sind schon vorher deutliche Verbesserungen möglich. Und: Wenn die Mammutaufgabe erst einmal abgeschlossen ist, kann man für SAP deutliche Alleinstellungsmerkmale in der Branche erwarten: Intelligente Unternehmen brauchen von Haus aus integrierte Lösungen.

 

SAP Cloud Platform: 1500 Integrationen und 160 Konnektoren

Kernkomponente für die Prozessintegration innerhalb des Business Technology Platform Portfolios ist die darin enthaltene SAP Cloud Platform Integration Suite. Sie stellt mittlerweile mehr als 1.500 vorkonfigurierte Integrationen und über 160 offenen Konnektoren für SAP- und Nicht-SAP-Anwendungen zur Nutzung bereit. Damit haben Partner und Kunden gute Voraussetzungen, den Integrationsaufwand in Projekten verringern zu können.

 

SAP CTO Jürgen Müller berichtet detailliert

Im SAP News Center hat SAP CTO Jürgen Müller detaillierter beschrieben, wie weit SAP beim Integrationsprojekt bereits ist. Dieser Artikel „Statusbericht und Aktuelles zur SAP-Roadmap für die Integration in der Cloud“ ist sehr zu empfehlen, wenn man es für eigene Projektvorhaben genauer wissen möchte. Und wir bekommen in den nächsten Wochen zusätzlich Updates aus erster Hand:

 

Onlineveranstaltungen DSAGLIVE und TechEd

Digitalisierung und intelligente Unternehmen sind Ende-zu-Ende Integrationen undenkbar, daher steht dieses Thema bei wichtigen Onlineveranstaltungen im Herbst 2020 auf der Agenda:

DSAGLIVE (12.-16.10.): Am 13.10. diskutieren SAP CTO Jürgen Müller und DSAG-Technologievorstand Steffen Pietsch über hybride Cloud-Konzepte, technologische Innovationen sowie die erforderliche Harmonisierung und Integration der SAP-Lösungen.

SAP TechEd | Online (08.-10.12.): Beim diesmal online und kostenlos besuchbaren SAP-Event am Jahresende will Jürgen Müller mit seinem Team über weitere Fortschritte und Ergebnisse bei der Integration berichten.

 

Fazit: Es geht voran

SAP hält sein Integrationsversprechen für die Integration der SAP-Lösungen untereinander und zu Non-SAP-Lösungen. Die richtigen Inhalte werden mit einem ambitionierten Fahrplan abgearbeitet. An einigen Stellen, zum Beispiel dem harmonisierten Lead-to-Cash-Prozess, dürften sich SAP-Kunden sicher schnellere Ergebnisse wünschen. Wie die DSAG den Fortschritt bewertet und wann SAP die Integrationsvorhaben abschließen wird, können wir bei den kommenden Onlineevents erfahren.

 

Weiterführende Artikel:

SAP muss Integrationsversprechen schnell einlösen

 

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