Warum SAP-Supply-Chain-Planung nur gemeinsam mit dem Business gelingt
Wenn SAP-Projekte im Supply-Chain-Management als reine IT-Vorhaben behandelt werden, entstehen deutliche Reibungsverluste im Business. Wie sich das vermeiden lässt.
Veröffentlicht
19. Dezember 2019
Lesezeit
3 Minuten
Redaktion
IT-OnlineMagazin
Wenn man nicht mit einem kompletten ERP-System an einem Wochenende auf S/4HANA umsteigen will oder kann, empfiehlt SAP, einzelne Buchungskreise oder legale Einheiten herauszutrennen und diese zu migrieren.
Von Gerd Hagmaier, VP im Bereich S/4HANA und Business Transformation bei Capgemini, wollte ich wissen, warum es sinnvoll sein kann, mit einzelnen Prozessketten umzusteigen, welche Erfahrungen er damit gesammelt hat und wem er das Verfahren empfiehlt.
Eine Projektmitarbeiterin eines SAP-Kunden und Gerd Hagmaier sind Gäste eines Expert-Talks zur IT-Onlinekonferenz 2020 „Wie machen es andere Unternehmen?“ und berichten dort ausführlich über die Erfahrungen eines laufenden S/4HANA-Migrationsprojektes, bei dem die Prozessketten der Instandhaltung und die Logistik für die Migration ausgewählt wurden.
Gerd Hagmeier: Eigentlich stehen zwei reine Dimensionen zur Verfügung, die durch zwei weitere flankiert werden können: Entweder die Migration anhand einer legalen Einheit, in einem SAP-System — in der Regel der Buchungskreis — oder aber ausgewählte Module, wie zum Beispiel Finanz oder Instandhaltung. Diese Dimensionen können durch Zeitscheiben oder Stati der Dokumente angepasst werden.
So könnte eine ausgeprägte Migrationsdefinition lauten: Migration aller Instandhaltungsbelege, die den Status „offen“ haben oder innerhalb der letzten zwei Jahre angelegt wurden.
SAP empfiehlt lediglich die erstgenannte Variante, die Migration nach legalen Einheiten, inklusive oder exklusive der flankierenden Maßnahmen.
Es kommt auf die System- und Prozesslandschaft an. Sollte ein Kunde Logistik und ein Schatten-FI in einem System haben und das legale FI in einem anderen, kann auch eine Migration nach Prozessketten angesagt sein.
Die Prozesse müssen abgrenzbar vom Gesamtumfeld sein, also konsistent herauslösbar.
Der Umzug der Daten ist identisch zu einer selektiven Migration. Häufig ist jedoch die Abgrenzung die Herausforderung. Was meine ich damit? Ein Instandhaltungsauftrag ist auch ein Kostensammler. In einem Logistik- und FI/CO-getrennten System, sind die CO-Daten jedoch auch bereits zentral vorgehalten.
Sollte bei einer Migration nun dieser Auftrag inklusive der CO-Daten migriert werden, dann haben wir diese verdoppelt. Dazu kommt, dass es in S/4HANA keine sekundären Kostenarten gibt. Ja, der Aufwand ist um 10 Prozent höher.
Was motiviert eine Firma, nach Prozessketten zu migrieren und welche Herausforderungen bringt das mit sich?
Jedem, der valide Gründe nennen kann. Prozessgründe, Lücken in der Abdeckung der Ziellösung, Risikoerwägungen.
Wie kann ich einen Umzug nach S/4HANA in neun Monaten möglich machen, meine Prozesse und den Systemaufbau zukunftsfähig machen, ohne das mein Business darunter leidet.
Vielen Dank für das Gespräch.
Die Fragen stellte Helge Sanden, Chefredakteur des IT-Onlinemagazins.
Welche Erfahrung sammelt ein Produktionsunternehmen, dass in Prozessketten auf S/4HANA umsteigt? Ein Kundenvertreter und Gerd Hagmaier berichten über den Projektverlauf und geben Erfahrungen weiter. Hier anmelden …
Sie können diesen und alle Beiträge der IT-Onlinekonferenz live (28.01. – 06.02.) oder als Aufzeichnung verfolgen und eigene Fragen an die Experten stellen. Im Konferenzprogramm finden Sie Erfahrungsberichte aus mehr als 30 S/4HANA-Projekten, Migrationen und Prozessoptimierungen.
Wenn SAP-Projekte im Supply-Chain-Management als reine IT-Vorhaben behandelt werden, entstehen deutliche Reibungsverluste im Business. Wie sich das vermeiden lässt.
Die Ex-SAP-Manager Rouven Morato und Ramin Mirza haben sich zusammengetan, um eine KI-Firma für den Mittelstand aufzubauen.
Redaktion
IT-OnlineMagazin
In unserer Interview-Serie erklärt Dr. Michael Fuchs (dr. Fuchs Personalberatung), welche Rollen im SAP-Kosmos aktuell besonders gefragt sind und womit SAP-Experten in Zeiten von KI punkten können.
Redaktion
IT-OnlineMagazin