Bestellprozesse im Einzelhandel mit SAP-zertifizierter Softwarelösung

Der stationäre Einzelhandel braucht im Wettbewerb mit E-Commerce-Anbietern hohe Verfügbarkeiten in Verteilzentren und Reduktion von Lagervolumina, um schnell und trotzdem wirtschaftlich arbeiten zu können. Die Optimierung von Beständen und Bestellmengen bekommt dadurch große Bedeutung.

Ein Gastbeitrag des SAP-Partners GIB verdeutlicht am Beispiel von Migros, dem größten Einzelhandelsunternehmen in der Schweiz, mit welchen Maßnahmen die Supply-Chain optimiert wurde.

 

 

Migros: Effizienzsteigerungen bei der Bedarfsermittlung

Prozessoptimierungen auf allen Ebenen sind für den stationären Handel unerlässlich, damit er im scharfen Wettbewerb mit der Konkurrenz aus dem E-Commerce bestehen kann. Um seine Bestellprozesse leistungsfähiger zu machen, setzt ein Schweizer Einzelhandelskonzern auf eine von SAP zertifizierte Softwarelösung für die Optimierung von logistischen Prozessen in SAP.

So verschafft beispielsweise eine Anwendung der Software für den Einkauf Vorteile durch Bündelungen von Bestellungen, Restriktionsüberwachungen zur Optimierung auf Ladungsträger sowie durch reichweitenorientierte Bestellmengenvorschläge. Das verhindert teure Medienbrüche und erhöht die Prozessoptimierung sowie die Zuverlässigkeit im Demand Planning. Zusammen mit Modulen für das operative Tagesgeschäft und das Controlling verfügt die Einzelhandelskette damit über ein performantes Software-Tool für eine effiziente Supply Chain.

 

Die Detailhändlerin Migros ist ein Konglomerat verschiedener Genossenschaften, Aktiengesellschaften und Stiftungen, welches sich zusammenfassend als die «Migros-Gemeinschaft» bezeichnet. Der Konzern wird nach außen durch den Migros-Genossenschafts-Bund (MGB) vertreten. In der Schweiz ist die Migros das größte Einzelhandelsunternehmen.

Die zentral organisierte Warenwirtschaft (ZWW) ermöglicht mit einem Fullfillment-Center und über mehrere Verteilzentren eine schnelle Auslieferung der Waren an die über 1.000 Verkaufsstellen. Dafür müssen die Bestellprozesse so effizient wie möglich sein, um, vor allem angesichts zunehmenden E-Commerce-Geschäfts, als stationärer Handel konkurrenzfähig zu bleiben. Der schweizerischen Einzelhandelskette Migros gelingt dies mithilfe der GIB-Suite der GIB mbH aus Siegen.

Die Suite ist von SAP zertifiziert und unterstützt schnittstellenfrei sämtliche logistischen Prozesse in SAP und sorgt dort für mehr Transparenz und Effizienz. „Mit der Software konnten wir ein Maß an Transparenz schaffen, das Demand Planner, Sachbearbeiter und Führungskräfte äußerst positiv aufgenommen haben“, so Urs Schwarzenbach, Direktionssupportleiter Near/Non Food bei Migros.

 

Im SAP-Standard integrierte Lösung

Schwarzenbach hat im Herbst 2014 die Einführung des Systems begleitet. Zunächst wurden im Stammwerk die Anwendungen „Operations“ für das operative Tagesgeschäft und „Buying“ für Bestellvorgänge implementiert; bereits wenige Monate später wurde die Lösung um „Controlling“ ergänzt. Die Anwendung „Buying“ hat der Softwareanbieter sogar eigens in Zusammenarbeit mit Migros entwickelt. „Wir konnten damit deutliche Effizienzsteigerungen bei der Bedarfsermittlung und der gegenseitigen Stellvertretung erreichen“, erklärt Schwarzenbach. „Zudem konnten wir eine Zunahme der Verfügbarkeiten in den Verteilzentren durch eine gleichzeitige Reduktion der Lagervolumina erreichen.“

Einzelhandel-SAP-Supply-ChainBeim MBG ist man dementsprechend sehr zufrieden mit der Lösung sowie dem Lösungsanbieter. „Wir hatten über ein Seminar die ersten Kontakte zum Anbieter geknüpft“, erinnert sich Wieland Caviezel, SAP Berater bei Migros. „Da wir aus Performance-Gründen eine neue Supply-Chain-Lösung brauchten, und die alte Software überdies zu wenig individualisierbar war und zu wenig Daten verarbeiten konnte, wurde das Projekt angestoßen, als nach einer Anfrage bei der DSAG klar war, dass außer der GIB-Suite keine sinnvollen SAP-basierten Lösungen diesbezüglich bekannt sind.“

Zielanforderungen des Genossenschaftsverbundes waren eine im SAP-Standard integrierte Lösung, um Medienbrüche zu vermeiden, sowie eine Steigerung der Leistungsfähigkeit der Disposition in der Warenwirtschaft durch ein systemgestütztes Tool, welches die Möglichkeit bietet, die bereits vorhandenen SAP-Stammdaten und -Parameter zu nutzen.

 

Messbarer Erfolg

„Alle im Projektantrag kommunizierten Hauptziele hinsichtlich von Effizienzsteigerungen im Bereich der Warendisposition (Warenbeschaffung, Demand Planning) und Reduktion der Lagerkosten haben wir erreicht“, berichtet Schwarzenbach. „Die Zunahme der Verfügbarkeiten in den Verteilzentren durch gleichzeitige Reduktion der Lagervolumina ist deutlich spürbar.“

Bestände und Bestellmengen konnten ebenfalls optimiert werden, indem im Bestellmonitor mit den „richtigen“ Artikeln (ABC, Lebenszyklus) die korrekten Mengen (nach Reichweiten, Rundungsmengen) aufgefüllt werden können, falls der LKW oder Fernost-Container noch nicht komplett voll ist. Zudem konnte die Lagerhüter-Problematik deutlich reduziert werden, was sich am deutlichsten bei den „Langsam-Dreher-Artikeln“ der Kategorie Bekleidung oder Haushaltsartikeln gezeigt hat. Einer der größten Effizienztreiber des Tools jedoch ist die Transparenzsteigerung.

Während vorher jeder Demand Planner die Stammdaten in (s)einer eigenen Excel-Liste pflegte, sorgt nun die Verwaltung der Stammdaten in SAP für eine hohe Transparenz, sodass beispielsweise gegenseitige Stellvertretungen unkomplizierter werden. Zudem sind Dispositionsentscheide durch die aktuellen Stammdaten und Key Performance Indicators einfacher zu treffen und besser nachzuvollziehen.

 

Geringer Schulungsbedarf dank hoher Anwenderfreundlichkeit

Die Einführung der Software mit diversen Migros-spezifischen Anpassungen, wie zum Beispiel Migros-Reitern, AdHoc-Formeln und Erweiterungen über Exits, durch ein zehnköpfiges Projektteam aus GIB- und Migros-Mitarbeitern verlief reibungslos und wurde von jeweils zwei persönlichen Zweistunden-Schulungen durch Key-User flankiert. „Die Projektmitglieder haben selbst die entsprechenden Schulungsdokumente erstellt. Somit verlief die Einführung sehr gut und die Suite konnte schon wenige Stunden nach der Schulung genutzt werden“, sagt Schwarzenbach.

 

Kein Zurück mehr vorstellbar

Mittlerweile könne sich niemand mehr vorstellen, ohne die Softwarelösung auszukommen. Die Software überzeugt nach Ansicht des MGB vor allem mit Effektivität – im Sinne von: die richtigen Dinge tun – und mit umfangreichen Informationen, Reichweiten- und RW-Optimierung und dem Aufrufen von Kennzahlen nach unterschiedlichen Sichten (z. B. Abverkauf/Prognose). „Vor allem die Anwendungen ‚Operations’ für die Abwicklung der Dailyjobs, wie das Erkennen von Fehlteilen, Monieren von Lieferungen, Stammdatenpflege etc., und ‚Buying’ für die Bedarfsermittlung und Bestellauslösung bieten uns die größten Vorteile im Tagesgeschäft“, ergänzt Schwarzenbach.

Der durch die Software eingesparte Zeitbedarf infolge von hinzugewonnener Transparenz und Effizienz versetzt Migros in die Lage, sich auf andere wichtige Aufgaben zu konzentrieren. Mit dem Softwarehersteller plant das Unternehmen nun bereits weitere gemeinsame Projekte. So hat die Einzelhandelskette bereits eine Reihe von Change Requests mit dem IT-Dienstleister umgesetzt und plant bereits in die Zukunft: „Wir sind sicher, dass S/4HANA künftig ein Thema sein wird, das noch sehr viel Potential für die weitere Zusammenarbeit bietet“, so Caviezel.

 

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