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Personalwesen: Was die Digitalisierung verändert … und andere HCM Trends

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Posted 16. Oktober 2017 by Redaktion IT-Onlinemagazin in Geschäftsführer

Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf Arbeit und Führung? Ist die jährliche Leistungsbeurteilung noch zeitgemäß? Worauf gilt es beim BPO der Lohnabrechnung achten? Welche Auswirkungen hat die Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) auf die Personalarbeit? Wie kann man die Personalprozesse (z.B. Reisekostenabrechnung) digitalisieren und mit mobilen Geräten nutzbar machen? Wie verändert sich die Entwicklung und welche Rolle können dabei SAP Fiori Apps spielen? Diese und ähnliche Fragen der SAP HCM Community wurden beim Forum „Personal & IT“ des SAP Partners sumarum (ehemals IT2 Solutions) im Oktober 2017 in Köln behandelt. Wir haben Kernerkenntnisse für Sie gesammelt.

 

Elmar Brok: Klassische Kernkompetenzen mit Digitalisierung verknüpfen

Eine Herausforderung für Deutschland sieht der Europa-Politiker Elmar Brok auf die klassischen erfolgreichen Branchen und den darin tätigen Unternehmen des Landes zukommen. Wenn die Branchen Automobilindustrie, Pharma, Elektrotechnik und Maschinenbau nicht die Verknüpfung mit der Digitalisierung schaffen, werden sie im internationalen Wettbewerb keine Chance mehr haben.

 

Digitalisierung verändert Arbeit und Führung

Frau Prof. Dr. Jutta Rump, Direktorin des Instituts für Beschäftigung und Employability der Hochschule Ludwigshafen, stellte dar, dass die Arbeitswelt von vielen Megatrends und Veränderungsprozessen beeinflusst wird. Das führt in Summe zur Erhöhung der Komplexität und weiterer Beschleunigung. Unternehmen und deren Mitarbeiter müssen sich verändern und trotzdem in Balance bleiben, um ihre Leistungsfähigkeit zu behalten.

sumarum Forum Personal IT SAP HCM

Foto: Leonard Leiste

In Bezug auf die Digitalisierung mahnte sie, nicht die Mitarbeiter zu vergessen, denn rund zwei von drei Tätigkeiten dürften dadurch beeinflusst werden — und es sind positive wie negative Beschäftigungseffekte zu erwarten. Insbesondere der Sachbearbeitung prognostizierte sie negative Zukunftsaussichten, weil manuelle, kognitive wiederholende Tätigkeiten durch Maschinen ersetzt werden. Zur Führung im Digitalisierungszeitalter sagte sie eine Demokratisierung der Führung voraus.

Passend dazu erläuterte Dr. Andreas Eckert (SAP SE) das Prinzip der „Continous Performance Managements“, das in SuccessFactors integriert ist und das Jahresmitarbeitergespräch durch permanente Leistungsbewertung und direktes gegenseitiges Feedback ersetzt.

Wie Datenanalysen die Personalarbeit verändern können, zeigte er am Beispiel der Mustererkennung im Bewerbungsprozess auf. Chatbots werden zukünftig Standardfragen von Mitarbeitern beantworten können.

 

Hans-Petter Mellerud: Mobile Lösungen in Deutschland erst am Anfang

Zalaris, SAP Gold Partner aus Norwegen, verfolgt mit den jüngst getätigten Akquisen von sumarum und ROC seine Internationalisierungsstrategie und den Markteintritt in DACH, UK und Polen. Die Nordischen Staaten sieht Zalaris CEO Hans-Petter Mellerud bezüglich der mobilen Beliebtheit und Verbreitung viel weiter als Deutschland. Hier erwartet er bald einen Schub und unterstützt das mit der „,mobile-first“-Strategie seines Unternehmens. Zur Mobilisierung von SAP ECC 6.x Systemen kommt unter anderem die Neptune-Technologie zum Einsatz, mit der sich innerhalb weniger Tage leistungsfähige Fiori-Apps entwickeln lassen. Vorteil: Das funktioniert auch mit klassischen SAP ERP-Systemen und setzt nicht HANA oder S/4HANA voraus.

Als aktuellen Trend stellte er fest, dass sich Leistungsumfang und Funktionen von Cloud Lösungen rasch verändern, was auch Auswirkungen auf die Anbieter-Auswahlverfahren zur Folge haben könnte. Statt das Unternehmen mit der am besten passenden Lösung auszuwählen, wird der Partner oder Hersteller favorisiert, dem man die Reise in die Zukunft am meisten zutraut.

 

Mobile Reisekostenabrechnung beim Land Rheinland-Pfalz

Herman-Josef Haag gab ein Update zu den Erfahrungen bei Einführung und Rollout einer mobilen Reisekostenabrechnung für die rund 95.000 Bediensteten des Landes Rheinland-Pfalz. Hier kommt eine 2-Faktor-Authentizierung zum Einsatz. Als Erfolgsfaktoren sieht er, Mitarbeiter frühzeitig einzubinden und den Entwicklungsprozess anders (=kundennaher) zu denken. Die eingesetzten Technologien sind hier unter anderem die SAP Cloud Platform, WebIDE, der Cloud-Connector und ABAP über das OData-Protokoll.

 

Erfolgsfaktoren BPO der Personalabrechnung

Bei der Ausgliederung (BPO) der Personalabrechnung sind viele Schritte zu beachten. Über die Erfahrungen der Drägerwerke beim Application Management der Abrechnung für rund 7200 Mitarbeiter und 2600 Betriebsrentner berichtete Andreas Ruhland. Als Erfolgsfaktoren nannte er das Zusammenspiel von drei Komponenten: Tiefe fachliche Kompetenz beim Dienstleister, der Besonderheiten berücksichtigen und für den Auftragsgeber relevante Änderungen in die Systeme einspielen sollte. Ideen für die Automatisierung von Prozessen, sind ebenso gefragt. Wichtig ist für ihn auch ein persönlicher Ansprechpartner, beispielsweise für die Abstimmung von Details.

 

EU Datenschutzgrundverordnung und die Personalarbeit

Datenschutzexperte Niels Lepperhoff stellte die Auswirkungen der DS-GVO auf die Personalabteilungen dar. Unter anderem bekommen Mitarbeiter vergrößerte Auskunfts-, Lösch- und weitere Rechte, die massive organisatorische, technische oder rechtliche Konsequenzen haben können. Der Stichtag steht — in Anbetracht der zu erwartenden, noch umzusetzenden Maßnahmen — quasi vor der Tür.

Das Forum „Personal & IT“ soll im nächsten Jahr erneut stattfinden. Wer sich für die Veranstaltungsunterlagen interessiert, kann diese bei sumarum anfordern.

 

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